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Pools können auf Balkonen grosse Probleme machen.
IMAGO/CHROMORANGE
Mit den steigenden Temperaturen wächst der Wunsch nach einer schnellen Abkühlung zu Hause. Doch wer ein Planschbecken oder gar einen kleinen Pool auf dem Balkon aufstellt, sollte vorsichtig sein. Ein Unfall in Spanien zeigt, welche Risiken unterschätzt werden.
Was als harmlose Abkühlung gedacht war, endete im Nordosten Spaniens mit einem schweren Unfall. In der Stadt Girona wurden Ende Mai zwei Frauen verletzt, nachdem ein Balkon unter dem Gewicht eines aufgestellten Planschbeckens nachgegeben hatte. Beide stürzten auf den darunterliegenden Balkon.
Der Vorfall sorgt weit über Spanien hinaus für Aufmerksamkeit. Denn mit dem Sommer stellt sich auch in der Schweiz vielerorts dieselbe Frage: Darf man auf dem Balkon überhaupt einen Pool aufstellen?
Auf den ersten Blick wirkt ein kleines Planschbecken harmlos. Für wenige Franken lässt sich so eine private Badeoase schaffen.
Das Problem liegt jedoch im Gewicht des Wassers. Ein Kubikmeter Wasser entspricht 1000 Litern – und wiegt rund eine Tonne. Hinzu kommen das Gewicht des Beckens selbst, Gartenmöbel sowie die Personen, die sich darin aufhalten.
Selbst kleine Pools können deshalb innerhalb weniger Quadratmeter mehrere Hundert Kilogramm zusätzlich auf einen Balkon bringen.
In der Schweiz werden Wohnbalkone gemäss der Norm SIA 261 grundsätzlich so gebaut, dass sie eine Nutzlast von mindestens 350 Kilogramm pro Quadratmeter tragen können.
Diese Belastung berücksichtigt bereits Personen, Möbel und übliche Gegenstände des Alltags.
Genau hier liegt jedoch die Gefahr: Grössere Planschbecken, aufblasbare Whirlpools oder schwere Pflanzgefässe können diese Werte unter Umständen überschreiten. Fachleute raten deshalb dazu, vor ungewöhnlichen Installationen die Tragfähigkeit abzuklären.
Im Zweifelsfall sollte der Vermieter, die Verwaltung oder ein Baufachmann beigezogen werden.
Auch wenn ein Balkon stabil genug erscheint, drohen weitere Schwierigkeiten.
Läuft Wasser aus oder wird ein Becken unkontrolliert entleert, können darunterliegende Wohnungen beschädigt werden. Feuchtigkeitsschäden, verfärbte Decken oder Wassereinbrüche führen schnell zu teuren Reparaturen.
Hinzu kommen mögliche Konflikte mit Nachbarn. Wie bei Grillpartys oder anderen Aktivitäten auf dem Balkon gelten auch bei Planschbecken die üblichen Rücksichtnahmepflichten.
Kleine Kinderplanschbecken sind in der Regel unproblematisch. Trotzdem lohnt es sich auch dort, das Gesamtgewicht im Auge zu behalten. Entscheidend sind die Grösse des Balkons, die Wassermenge und die Frage, wie das Becken später wieder geleert wird.