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Hoffnung für die Medizin

Studie: Sauerstoff beeinflusst Regeneration von Gliedmassen

Salamander wie dieser Axolotl können verlorene Gliedmassen innerhalb weniger Wochen bis Monate vollständig und funktionsfähig regenerieren.

Salamander wie dieser Axolotl können verlorene Gliedmassen innerhalb weniger Wochen bis Monate vollständig und funktionsfähig regenerieren.

KEYSTONE/NIC BOTHMA

Salamander oder Kaulquappen von Fröschen können ganze Gliedmassen regenerieren – eine Fähigkeit, die Säugetieren fehlt. Eine Studie der ETH Lausanne (EPFL) zeigt nun, dass dabei der Sauerstoff eine entscheidende Rolle spielt.

Keystone-SDA

Keystone-SDA

14.04.2026, 23:17

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Eine Studie der ETH Lausanne zeigt, dass wenig Sauerstoff die Wundheilung bei Embryonen von Mäusen beschleunigt.
  • Dabei aktiviert das Protein HIF1A Programme, die Zellen bei der Reparatur von Gewebe helfen.
  • Die Forschenden vermuten deshalb, dass auch Säugetiere ein verborgenes Potenzial zur Regeneration besitzen, das sich vielleicht künftig medizinisch nutzen lässt.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Amphibien mit ihrer herausragenden Fähigkeit zur Heilung verfügen über ähnliche Gene wie Säugetiere. Unklar war bislang jedoch, ob Gewebe von Säugetieren grundsätzlich Programme zur Gliedmassenregeneration aktivieren könnte – und was dies verhindert.

Eine Studie der ETH Lausanne (EPFL) liefert nun neue Hinweise. Die Forschenden amputierten sich entwickelnde Gliedmassen bei Kaulquappen und Mäuseembryonen und kultivierten diese ausserhalb des Organismus unter verschiedenen Sauerstoffbedingungen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Science» veröffentlicht, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte.

Ein Protein aktiviert schnellere Wundheilung

Eine reduzierte Sauerstoffkonzentration hatte demnach deutliche Auswirkungen auf die Gliedmassen der Mäuseembryonen, wie die EPFL festhält. Bei niedrigem Sauerstoffgehalt schlossen sich die Wunden schneller, und die Zellen «zeigten Anzeichen für den Start eines Regenerationsprogramms».

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Im Fokus stand auch das Protein HIF1A, das als zellulärer Sauerstoffsensor wirkt. Bei niedrigem Sauerstoff stabilisiert sich HIF1A und aktiviert Programme zur Wundheilung und Regeneration.

Die Forschenden stabilisierten dieses Protein gezielt in ihren Experimenten mit Mäuseembryonen. Der Effekt war derselbe: Die Wunden schlossen sich schneller – selbst bei hohem Sauerstoffgehalt. Die Gliedmassen von Kaulquappen regenerierten sich effizient über ein breites Spektrum an Sauerstoffwerten, auch bei Konzentrationen deutlich über jenen der normalen Luft, wie die EPFL schreibt.

Protein spielt wichtige Rolle

Zusammengefasst verfügen regenerationsfähige Amphibien über eine geringere Fähigkeit, Sauerstoff zu erkennen, «was es ermöglicht, Regenerationsprogramme zu starten und aufrechtzuerhalten». Bei Säugetieren ist es umgekehrt.

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Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gliedmassen von Säugetieren in einem frühen Entwicklungsstadium ein «latentes Regenerationspotenzial» besitzen. Eine gezielte Steuerung der Sauerstoffwahrnehmung könnte künftig die Wundheilung verbessern.

Die EPFL betont jedoch, dass bei Säugetieren lediglich Regenerationsmechanismen aktiviert werden – nicht aber ein vollständiges Nachwachsen einer ausgebildeten Gliedmasse. Eine solche Entwicklung «ist nicht für morgen zu erwarten», heisst es.

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