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Loredana und Karim Adeyemi haben 2024 geheiratet. Es ist die zweite Ehe der Schweizer Rapperin.
IMAGO/Eventpress
Die neue Doku über Loredana und Karim Adeyemi verspricht exklusive Einblicke. Am Ende zeigt sie vor allem, dass auch Rapstars und Profifussballer ein erstaunlich gewöhnliches Leben führen.
Bitch, ich bin ein Superstar
Date nur ein'n Savage und keinen Fussballer
Diese Zeilen rappt die Schweizerin Rapperin Loredana in ihrem 2023 erschienenen Lied «Superstar». Drei Jahre später ist genau das Gegenteil eingetreten: Die Schweizer Rapperin ist mit dem deutschen Fussballer Karim Adeyemi verheiratet. Und nun gibt es eine Doku darüber.
«Loredana & Karim – Love & Drama» heisst sie, und sie verspricht genau das, was der Titel andeutet: Liebe und Drama. Man erfährt, wie sich die beiden kennengelernt haben, wie ihr erstes Date war, wie ihre Beziehung funktioniert. Man sieht sogar Aufnahmen von ihrer Verlobung und ihrer Hochzeit im Jahr 2024 in der Schweiz.
«Wir sind keine normalen Leute und wir sind auch kein normales Ehepaar», sagt Karim gleich zu Beginn. Doch wer die Doku schaut, hat oft genau dieses Gefühl. Man sieht den beiden zu, wie sie im Auto sitzen, einkaufen gehen, mit Freunden zu Abend essen, Padel spielen und ohne Umzugsfirma zügeln. Und man sieht ein über beide Ohren verliebtes Ehepaar. Eines, das einander unterstützt und nicht ohne einander sein kann. «Verliebtsein ist das geilste Gefühl der Welt. Wenn es eine Pille dafür geben würde, ich würde die jeden Tag nehmen», so Loredana. «Die wahre Liebe sehe ich in Karim. Er ist mein bester Freund, mein Partner und der Typ, den ich über alles liebe.» Man glaubt ihr.
Das Motto der Doku scheint zu sein: Auch wenn du Rapstar und Profifussballer bist – dein Leben ist im Grunde wie das Leben aller anderen auch. Das ist einerseits charmant und macht die beiden nahbar.
Die stärksten Momente sind jene, in denen gezeigt wird, wie sich die Welten der beiden verbunden haben. Zum Beispiel, wenn Loredana ein Spiel von Karim schaut und reagiert wie alle anderen Fussballfans auch, wenn ihr Lieblingsclub spielt – voller Emotionen. «Ich bin 90 Minuten wirklich fokussiert. Ich bin voll da. Ich analysiere das Ganze wie eine Gestörte», sagt sie. Das geht sogar so weit, dass sie ankündigt, sie könne Trainerin sein.
Oder wenn Karim sich zuhause in Musik versucht und bemerkt, dass es ähnlich wie im Fussball ist: Man muss hart arbeiten, um gut zu werden. Besonders schön sind auch die Szenen mit Hana, Loredanas Tochter. Karim verbringt viel Zeit mit ihr und es wirkt nicht inszeniert. Solche Momente geben den beiden Stars Menschlichkeit.
Doch andererseits macht genau das die Doku insgesamt zäh. Wenn man eine Doku über einen Fussballstar und einen Rapstar schaut, erwartet man auch etwas anderes – mehr Reibung, mehr Widerspruch. Stattdessen wiederholen sich viele Szenen im Grundprinzip: Loredana schaut Fussball, Karim spielt mit Hana. Mehr Tiefe, bitte. Mehr Emotionen. Mehr Substanz.
So gibt es wiederholt Momente, deren Absicht sich den Zuschauer*innen nicht wirklich erschliesst. Zum Beispiel eine Szene, als Karim mit einem Profiboxer trainiert und immer wieder sagt, wie krass dieser sei – es bleibt offen, was das über ihn oder seine Beziehung zu Loredana sagen soll.
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Wirkliche Spannung erhofft man sich spätestens, als die Doku die Skandale thematisiert, die Loredana und Karim die letzten Jahre begleitet haben.
Da wäre einmal Karims illegaler Waffenbesitz. Im November 2025 erhielt der Fussballer einen Strafbefehl, weil er im Internet illegal unter anderem einen Schlagring und einen Taser bestellt hatte. Er musste 450'000 Euro Strafe bezahlen. «Mein Gedanke war: Wenn ich es im Internet bestellen kann, kann es niemals illegal sein», erklärt Karim in der Doku.
Mit den Waffen habe er sich und seine Familie schützen wollen, so Karim weiter. Denn zuvor war bei ihnen eingebrochen worden. Der Einbruch wird in der Doku über mehrere Szenen aufgebauscht, immer wieder dieselben Überwachungsbilder der Einbrecher gezeigt. Elf Minuten waren sie im Haus der Adeyemis, als auch die Familie dort war, und packten sich im Ankleidezimmer die Taschen voll.
Es wirkt fast so, als wäre der Einbruch in der Doku vor allem dazu da, den Waffenbesitz zu legitimieren. «Jemand Öffentliches muss sich selbst verteidigen können», heisst es von Karim. Erklärt, abgehakt, nächstes Thema. Die Naivität dieser Begründung bleibt unkommentiert stehen.
«Ich bin Täterin und sie ist Opfer. Selbst wenn ich sage, dass es mir nicht bewusst war, ändert das nichts an der Situation.»
Loredana Adeyemi
Rapperin
Ähnlich läuft es beim zweiten grossen Skandal: Loredana und ihr Bruder haben ein Walliser Ehepaar um rund 700'000 Franken gebracht. Im September 2020 einigte sich Loredana aussergerichtlich mit dem Opfer und zahlte den Betrag zurück, das Verfahren wurde eingestellt.
Das Opfer – in der Doku wird sie Patrizia Z. genannt – tritt selbst auf und schildert, wie Loredana und ihr Bruder sie abgezockt haben. Loredana erklärt sich so: «Ich habe nicht gewusst, was ich da tue. Mein Wissen war immer: Am Ende kriegt sie ihr Geld zurück.» Und dann folgt eine eigentlich starke Einsicht: «Ich bin Täter und sie ist Opfer. Das bleibt auch so. Selbst wenn ich sage, dass mir nicht bewusst war, was ich gemacht habe, ändert das nichts an der Situation.»
Doch was die Doku daraus macht, ist weniger überzeugend: Eine inszenierte Versöhnungsszene, in der Loredana und Patrizia Z. aufeinandertreffen, fünf Jahre nachdem sie sich das letzte Mal gesehen haben. Patrizia Z. sagt, sie habe verziehen, Loredana sei gereift. «Wir sind hier, um die Versöhnung nochmal zu machen», sagt sie zu Beginn – das Wort «nochmal» bleibt hängen.
Denn die Versöhnung, so sagen beide, habe schon längst stattgefunden. Warum sie nun nochmal vor Kameras wiederholt wird, erklärt Loredana gleich selbst: «Durch diese private Einsicht mit ihr wird es vielleicht Leute geben, die endlich aufhören. Und die Leute, die immer noch nicht abgeschlossen haben, und immer noch Dinge kommentieren, die wollen mich einfach aus Prinzip nicht mögen.»
Es wirkt fast so, als hätten die Doku-Macher*innen gewusst, dass man keine Dokumentation über die beiden drehen kann, ohne diese Themen anzusprechen – nur um sie dann möglichst schnell und möglichst positiv für die beiden wieder abzuhaken.
«Karim und Loredana sind trotz ihres Ruhms am Ende ganz normale Menschen.»
Natürlich ist es schwierig, anhand einer Dokumentation zu urteilen, wie Loredana und Karim wirklich sind und ob die Beziehung authentisch dargestellt wird. Man kennt die beiden auch nach der Doku immer noch nicht persönlich. Und oft scheinen die beiden selbst das Narrativ der Doku zu bestimmen.
Bezeichnend dafür ist ein Detail, das sich durch die ganze Doku zieht: Loredana scheint bei Einzelinterviews konstant im Off gesessen zu haben – wenn Karim oder ihre Assistentin vor der Kamera sitzen, redet sie von der Seite rein, korrigiert, ergänzt.
So fragt man sich gegen Ende: Was hat uns diese Doku eigentlich gezeigt? Dass sich die beiden lieben, war vorher schon bekannt. Karim und Loredana sind trotz ihres Ruhms am Ende ganz normale Menschen. Nur ist das bei einer Doku über einen Rap- und einen Fussballstar eben auch ein bisschen langweilig.
«Loredana & Karim – Love & Drama» läuft auf Amazon Prime.