12.01.2018 - 20:21, Michael Mathes, AFP

Erneut weltweites Entsetzen über Trump

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Erneuter weltweiter Sturm der Entrüstung über Donald Trump: Der US-Präsident soll laut Medienberichten arme Herkunftsländer von Einwanderern als «Drecksloch-Länder» verunglimpft haben. Die UNO verurteilte die Wortwahl am Freitag als «rassistisch». Ausländische Regierungen reagierten empört. Parteiübergreifende Kritik gab es auch innerhalb der USA.

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Die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" berichteten, Trump habe bei einem Treffen mit Parlamentariern zur Einwanderungsreform im Weissen Haus gefragt: "Warum kommen all diese Menschen aus Drecksloch-Ländern (auf Englisch: "shithole countries") hierher?" Nach Angaben beider Blätter, die sich auf Sitzungsteilnehmer beriefen, bezog sich Trump auf afrikanische Staaten sowie auf Haiti, laut "Washington Post" zudem auf El Salvador.

Demnach sagte Trump auch: "Warum brauchen wir mehr Haitianer? Schmeisst sie raus." Er habe vorgeschlagen, stattdessen mehr Einwanderer aus Ländern wie Norwegen aufnehmen. Er hatte zuvor die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg empfangen.

Trump wies die Bericht über seine Vulgaritäten zurück - allerdings nicht komplett. Er habe eine "harte Sprache" benutzt, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Aber das war nicht die benutzte Sprache." Konkret dementierte der Präsident lediglich die abfälligen Äusserungen über Haiti und die Haitianer. Er habe nie gesagt: "Schmeisst sie raus". Zur Formulierung "Drecksloch-Länder" äusserte er sich nicht.

Der bei der Sitzung anwesende Senator Dick Durbin von den oppositionellen Demokraten bestätigte, dass Trump "exakt dieses Wort" verwendet habe - und zwar "nicht nur einmal, sondern wiederholt". Im Fernsehsender MSNBC beklagte Durbin "abscheuliche und vulgäre Äusserungen" des Präsidenten.

Entsetzt reagierte das UN-Menschenrechtsbüro in Genf. "Sollte sich das bestätigen, sind das schockierende und beschämende Äusserungen", sagte Sprecher Rupert Colville. Er fügte hinzu: "Man kann das nicht anders nennen als 'rassistisch'".

Die Afrikanische Union (AU) bezeichnete die Beschreibung afrikanischer Staaten als "Drecksloch-Länder" als "offensichtlich" rassistisch und "überaus erschütternd". Trumps mutmassliche Äusserung sei "nicht nur verletzend (...) für Menschen afrikanischen Ursprungs in den USA, sondern zweifellos auch für afrikanische Bürger", sagte Ebba Kalondo, Sprecherin des AU-Kommissionspräsidenten Moussa Faki Mahamat.

Die Regierung von Botsuana bestellte den US-Botschafter ein. Trumps angebliche Worte seien "im höchsten Masse unverantwortlich, verwerflich und rassistisch", erklärte das Aussenministerium des südafrikanischen Landes.

Die Regierung des Karibikstaats Haiti erklärte, sollten die Bemerkungen tatsächlich so gefallen sein, seien sie als Ausdruck einer "verkürzten und rassistischen Sichtweise" inakzeptabel. Die kolportierten Äusserungen seien "abscheulich und niederträchtig". Die salvadorianische Regierung sah eine Verletzung der "Würde" des zentralamerikanischen Landes und reichte eine förmliche Protestnote bei der US-Regierung ein.

Kritik hagelte auch aus den Reihen der Kongressmitglieder auf den Präsidenten ein. Der demokratische Abgeordnete Luis Gutierrez sagte, nun sei "zu hundert Prozent" klar, "dass der Präsident ein Rassist ist". Die Republikanerin Mia Love, die haitianische Wurzeln hat, nannte die angeblichen Äusserungen "gemein" und verlangte von Trump eine Entschuldigung.

Bei dem Treffen am Donnerstag war über einen von Vertretern beider Parteien vorgelegten Gesetzentwurf beraten worden, der den Familiennachzug für Einwanderer begrenzen und die Verlosung von Green Cards - dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen - einschränken soll. Im Gegenzug sollen hunderttausende sogenannte Dreamer (Träumer), die als Kinder illegal in die USA gekommen waren, bleiben dürfen.

Am Freitag legte Trump allerdings nach: Er kritisierte die Gesetzesvorlage als "Rückschritt". Die USA würden dadurch gezwungen, Menschen aus Ländern "mit hoher Kriminalität" aufzunehmen. Mit seiner harschen Anti-Immigranten-Rhetorik hat der Immobilienmogul immer wieder Empörung ausgelöst. Im Wahlkampf brandmarkte er etwa Einwanderer aus Mexiko pauschal als "Vergewaltiger".  

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