Behörden räumen Verantwortung für Tod von Demonstranten ein

dpa/jka

19.2.2021 - 17:00

Belarusian President Alexander Lukashenko delivers his speech to delegates of the All-Belarus People's Assembly in Minsk, Belarus, Thursday, Feb. 11, 2021. BelarusâÄ™ authoritarian leader has denounced six months of protests against his rule as a foreign-directed âÄœrebellionâĝ and vowed to resist the pressure. Lukashenko convened the gathering Thursday to discuss plans for the countryâÄ™s development. But the opposition has denounced it as an attempt to shore up his rule and soothe public anger with vague promises of reforms. (Maxim Guchek/BelTA Pool Photo via AP)
Die Wahl von Alexander Lukaschenko gilt nach wie vor als gefälscht.
Bild: Keystone

Monate nach Beginn der Proteste in Belarus haben die Behörden gestanden, für den Tod eines 34-jährigen Demonstranten verantwortlich zu sein. «Eine der Wunden» des Mannes sei tiefer gewesen, so die Erklärung.

Sechs Monate nach Beginn der Proteste gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus haben die Behörden die Schuld für den Tod eines Demonstranten eingeräumt. Aufgrund tragischer Umstände sei «eine der Wunden» tiefer gewesen. Dies habe schliesslich zum Tod des Mannes geführt, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Belta am Freitag den Chefermittler Iwan Noskewitsch. Der 34-jährige Demonstrant war der erste Tote bei den Protesten.

Die Behörden des autoritären Landes sahen allerdings keine Schuld beim Vorgehen der Sicherheitskräfte. Der Mann habe am 10. August 2020 mit seinen Handlungen die Polizei provoziert und sei stark alkoholisiert gewesen. Die Sicherheitskräfte hätten mit dem Einsatz von nichttödlichen Waffen aus grösserer Distanz korrekt gehandelt. Es wurden keine weiteren Ermittlungen eingeleitet.

Früheren Medienberichten zufolge hatte die Polizei intern berichtet, dass der Mann durch ein Gummigeschoss getötet worden war. Das Innenministerium hatte zunächst behauptet, dass er einen explosiven Gegenstand werfen wollte und bei der Explosion ums Leben kam.

Die weithin als gefälscht geltende Präsidentenwahl am 9. August hat in Belarus Massenproteste mit mehr als 30'000 Festnahmen, Hunderten Verletzten und mehreren Toten ausgelöst.

Alexander Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht mit 80,1 Prozent der Stimmen von der Wahlkommission für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Zuletzt kam es noch vereinzelt zu Protestaktionen vor allem in grösseren Städten.

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