1800 Jahre altes Artefakt Billiges Maya-Souvenir erweist sich als archäologisches Juwel

dpa

22.6.2024 - 11:44

Eine Frau hat das Gefäss vor fünf Jahren in der Nähe von Washington in einem Ausverkaufsregal entdeckt und für 3,99 US-Dollar gekauft.
Eine Frau hat das Gefäss vor fünf Jahren in der Nähe von Washington in einem Ausverkaufsregal entdeckt und für 3,99 US-Dollar gekauft.
Bild: INAH

In einem Second-Hand-Laden in den USA entdeckt eine Frau ein billiges Souvenir. Sie kauft ein Gefäss im Stil der Maya-Kultur und bringt es nach Hause. Dann erlebt sie eine Überraschung.

22.6.2024 - 11:44

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Weiger als vier Franken hat eine US-Amerikanerin in einem Second-Hand-Laden für ein Gefäss im Stil der Maya-Kultur bezahlt.
  • Dann stellt sich heraus: Die Vase ist in Wahrheit wirklich alt – und zwar bis zu 1800 Jahre.
  • Jetzt gibt die Frau das Gefäss an Mexiko zurück.

Eine Frau aus den USA gibt ein bis zu 1800 Jahre altes Artefakt der Maya-Hochkultur an Mexiko zurück. Das in einem Second-Hand-Laden gekaufte Gefäss habe sich nach einer Untersuchung durch mexikanische Archäologen als ein echtes Stück herausgestellt, teilten die mexikanischen Behörden mit. Die Frau hatte es vor fünf Jahren in der Nähe von Washington in einem Ausverkaufsregal entdeckt und für 3,99 US-Dollar (rund 3,60 Franken) als mutmassliche Replik gekauft. 

«Sie sah alt aus, aber ich dachte, sie sei vielleicht 20 oder 30 Jahre alt und eine Art Touristenreproduktion», sagte die Frau dem US-Fernsehsender WUSA. Bei einem Besuch des Nationalmuseums für Anthropologie in Mexiko-Stadt im vergangenen Januar habe sie allerdings fast identische Artefakte gesehen. Eine Mitarbeiterin des Museums habe ihr empfohlen, sich an Mexikos Botschaft in Washington zu wenden, um die Herkunft ihrer Vase überprüfen zu lassen. Das Stück erwies sich dann als authentisch.

Frau gibt Artefakt an Mexiko zurück

Insgesamt werden in den kommenden Tagen 20 archäologische Artefakte aus den USA nach Mexiko rückgeführt, wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) mitteilte. Zusätzlich zu der Vase, die laut den mexikanischen Experten aus den Jahren 200 bis 800 datiert, wurden 19 weitere wertvolle Gegenstände anonym zurückgegeben. Mexikos Kulturbehörden setzen sich ja seit einigen Jahren verstärkt für den Schutz des Kulturerbes ein. 

Die klassische Maya-Kultur entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus im Südosten Mexikos, in Guatemala, Belize, Honduras und in El Salvador. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Städte innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne im 8. und 9. Jahrhunderts aufgegeben wurden. Über die möglichen Ursachen wird seit Jahrzehnten diskutiert. Die Maya verfügten über eine komplexe Schrift, einen genauen Kalender und astronomische Kenntnisse. 

dpa