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Ein Erwachsener, der einem Kind ein vom polnischen Tennisprofi Kamil Majchrzak signiertes Cap aus der Hand reisst, ist schon erbärmlich genug. Umso mehr, wenn der Täter Millionär ist.
Fear Buck / X
Ein Mann reisst einem Jungen das Cap aus der Hand, das dieser vom Tennisprofi Kamil Majchrzak erhalten hat. Wenig später findet sich der Dieb, ein vermögender Bau-Unternehmer in Shitstorm wieder.
Was für eine Enttäuschung! Der Tennisprofi Kamil Majchrzak hat soeben eine Unterschrift auf ein Baseball Cap gesetzt und hält sie einem Jungen hin. Im Moment, in dem dieser das Erinnerungsstück entgegennimmt, greift der Mann neben ihm zu, reisst es ihm scheinbar ungerührt aus der Hand und steckt es der neben ihm stehenden Frau in die Tasche.
Der Bub sagt dann etwas in Richtung des polnischen Tennisspielers, doch der bekommt vom Mini-Drama nichts mit und signiert weiter Tennisartikel, die ihm die Fans hinhalten.
Der Kappendieb stiehlt sich nicht etwa mit seiner Beute davon, sondern versucht, sichtbar erfreut über seinen Fang, noch etwas von Spieler zu erhalten.
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Was ihm nicht bewusst zu sein scheint: Die TV-Kamera zeichnet alles auf und wenig später machen die Bilder in den sozialen Medien die Runde.
Dort hagelt es böse Kommentare und Verwünschungen. Die Empörungs-Maschinerie nimmt Fahrt auf, bald ist der Schamlose identifiziert als polnischer Bauunternehmer und Millionär Piotr Szczerek. Dieser habe bald darauf seine Social-Media-Kanäle deaktiviert. Zumindest der Instagram-Kanal seiner Baufirma Drogbruk ist weiterhin online. Die Google-Rezensionen haben aktuell wenig mit der Qualität von deren Bauten zu tun.
Der Faux-pas von Geschäftsführer Szcerek überdeckt auch das Engagement des Unternehmens für junge Tennisspieler und lokale Gemeinden. Ganz getreu der Weisheit, dass es Jahre dauert, um sich einen guten Ruf aufzubauen, aber nur Sekunden, um ihn zu zerstören.
Der Fall erinnert ein wenig an den von der Kiss Cam am Coldplay-Konzert überführten untreuen Ehemann. Ob die Folgen für polnischen Bauunternehmer gleich schwerwiegend sind wie für den US-Amerikanischen Tech-CEO ist aktuell noch nicht abzusehen.
Für den beklauten Jungen hat die Geschichte ein Happy End. Tennisprofi Kamil Majchrzak erfährt erst aus den Medien, was geschehen ist. «Nach dem Spiel habe ich nicht bemerkt, dass das Cap nicht beim Jungen angekommen ist.» Er ruft die Netz-Gemeinde auf, ihm zu helfen, den Jungen zu finden.
Das gelingt und wenig später erhält der Bub – Brock ist sein Name – nicht nur ein neues Cap, sondern eine ganze Tasche voller Fan-Artikel von Kamil Majchrzak, plus Foto mit dem Star.
Weniger erfreulich geht das US Open für den polnischen Tennisprofi zu Ende. Im Zweit-Runden-Spiel gegen den Schweizer Leandro Riedi muss er vor Ende des ersten Satzes verletzt aufgeben. Unter Tränen verlässt er den Platz.
Der überführte Millionär soll in der Zwischenzeit ebenfalls versucht haben, mit dem Jungen Kontakt aufzunehmen, um sich mit ihm zu versöhnen.