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O. J. Simpson wurde 1995 vom Mordverdacht an seiner Ex-Frau und deren Freund freigesprochen. Jetzt ist er tot.
Julie Jacobson/AP-Pool/epa/dpa
Nach dem Tod des ehemaligen Football-Superstars O. J. Simpson bleiben die Beileidserkundungen grösstenteils aus. Der Schatten des «Jahrhundertprozesses» lastet auf dem Erbe von «The Juice».
Mit O. J. Simpson ist am gestrigen Mittwoch eine Legende des American Football gestorben. Der ehemalige Spitzensportler ist einer Krebserkrankung erlegen. Er war 76 Jahre alt.
Eigentlich ist es üblich, dass Sport-Teams, wenn ein ehemaliger Spieler stirbt, diesem in den sozialen Medien Tribut zollen. Je nach der Rolle, die der jeweilige Athlet gespielt hat, kann so ein Text auch mal länger ausfallen.
Die Buffalo Bills sollten sich demnach eigentlich vor Trauer kaum halten können. Dort verbrachte O. J. Simpson den Grossteil seiner Karriere und wurde zum Superstar.
Doch der X-Account der Mannschaft schweigt zum Tode ihres bekanntesten Athleten. Als aktuellsten Beitrag (Stand: 21.10 Uhr) findet man stattdessen einen Geburtstagsgruss an einen anderen ehemaligen Spieler, dem deutlich weniger bekannten Steve Tasker.
Auch die San Francisco 49ers, bei denen Simpson ebenfalls spielte, erwähnen seinen Tod nicht. Das Gleiche gilt für sein College-Team USC, bei dem seine erfolgreiche Sportkarriere einst startete.
Eine Athletin, die sich einen Abschiedsgruss nicht verkneifen konnte, ist hingegen Caitlyn Jenner. «Auf Nimmerwiedersehen», schrieb Jenner auf X. Jenner war mit Nicole Brown befreundet, Simpsons Ex-Frau, deren Mord er 1994 beschuldigt wurde.
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Dass die ausbleibenden Reaktionen mit dem «Jahrhundertprozess» zusammenhängen, an dessen Ende Simpson trotz einer überwältigenden Beweislage gegen ihn freigesprochen wurde, ist naheliegend.
«Wer sich die Beweise ernsthaft angehen hat», sagte Jeremy Schaap, Reporter des grössten US-Sportsenders ESPN, in einer Sendung, «musste zu dem Schluss kommen, dass er ein Mörder war. Bin ich heute also in Trauer? Das bin ich nicht.»
Stattdessen finden sich in den sozialen Medien vor allem Witze und Memes zum Tod des einstigen Spitzensportlers. «O. J. Simpson hat den Mörder endlich zu Rechenschaft gezogen», witzelte etwa der Hollywood-Drehbuchautor Brian Lynch.
Besonders populär ist ein Zusammenschnitt aus Segmenten der US-Comedy-Show «Saturday Night Live». In deren Segment «Weekend Update» machte sich Comedian Norm Macdonald während des Prozesses regelmässig über Simpson und dessen offensichtliche Schuld lustig.
«In seinem Buch schreibt O. J. Simpson, dass er für Nicole eine Kugel gefangen hätte», sagt Macdonald darin. «Mann, was für ein Pech, wenn der eine Mann, der für dich sterben würde, dich umbringt.» Macdonald ist 2021 selbst einer Krebserkrankung erlegen.
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