Frachter bleibt nach Suezkanal-Blockade weiter beschlagnahmt

dpa

29.5.2021 - 14:52

SUEZ, EGYPT - MARCH 29: People watch as the container ship 'Ever Given' is refloated, unblocking the Suez Canal on March 29, 2021 in Suez, Egypt. This morning the container ship came partly unstuck from the shoreline, where it ran aground in the canal last Tuesday, and later resumed its course shortly after 3pm local time. The Suez Canal is one of the world's busiest shipping lanes and the blockage had created a backlog of vessels at either end, raising concerns over the impact on global shipping and supply chains. (Photo by Mahmoud Khaled/Getty Images)
Die «Ever Given» war im März im Suezkanal auf Grund gelaufen. (Archivbild)
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Mehr als zwei Monate nach der Blockade des Suezkanals durch den Frachter «Ever Given» darf das Schiff noch immer nicht weiterfahren. Ein Wirtschaftsgericht in der ägyptischen Stadt Ismailia vertagte das Verfahren am Samstag nach einer Anhörung um rund drei Wochen. 

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29.5.2021 - 14:52

Dabei geht es um Kompensationsforderungen der Suezkanalbehörde und um die Beschlagnahme des 400 Meter langen Schiffs. Die Behörde und der japanische Eigentümer sollen durch die Vertagung Zeit für eine aussergerichtliche Einigung bekommen.

Die «Ever Given» war im März im Suezkanal auf Grund gelaufen. Sechs Tage lang blockierte sie die wichtige Wasserstrasse zwischen Asien und Europa, die Ägypten 2020 Einnahmen in Höhe von 5,6 Milliarden Dollar (4,6 Mrd Euro) brachte. Wegen wirtschaftlicher Verluste fordert die Kanalbehörde rund 550 Millionen Dollar (451 Mio Euro) Entschädigung.

Fischbestände für eine lange Zeit geschädigt

Ägyptens Behörden haben das Schiff beschlagnahmt und wollen die Weiterfahrt erst erlauben, wenn der Streit geklärt ist. Die Anwälte der japanischen Eigentümer argumentieren, der Fehler liege bei der Kanalbehörde. Diese hätte der «Ever Given» die Durchfahrt durch den Suezkanal wegen des schlechten Wetters gar nicht erlauben dürfen.



Kompensation in dem Fall fordert nun auch eine ägyptische Fischereigenossenschaft. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff habe so genanntes Ballastwasser abgelassen und damit die Fischbestände für eine lange Zeit geschädigt, sagte der Anwalt der Genossenschaft bei der Anhörung. Der Verteidiger des japanischen Eigentümers wies den Vorwurf zurück. Ballastwasser wird von Schiffen aufgenommen und abgelassen, um ihnen Stabilität zu geben.

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