Japan will radioaktives Wasser zurück ins Meer leiten

dpa

3.1.2022 - 09:00

epa09583461 K-4 Storage tanks are seen at tsunami-crippled Tokyo Electric Power Company's Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant in Okuma, Fukushima Prefecture, Japan, 15 November 2021. The Japanese government and TEPCO have estimated the decommissioning work will take between 30 and 40 years starting 2011, while contaminated water and treatment of fuel debris make the work more difficult. Former Japanese prime minister Yoshihide Suga said in April 2021 that releasing the treated water into the sea is a realistic solution. TEPCO plans to begin the release of contaminated water, treated by Multi-nuclide Removal Facility (Advanced Liquid Processing System = ALPS), into the Pacific Ocean through undersea tunnels in 2023. EPA/KIMIMASA MAYAMA/POOL
Das zerstörte Kernkraftwerk Fukushima wächst: Schon über 1000 Tanks mussten mit radioaktiven Wasser gefüllt werden, weil die abgeschalteten Atom-Reaktoren weiterhin gekühlt werden müssen. Dieses Wasser will der Betreiber gefiltert ins Meer ablassen.
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Japan will riesige Mengen von radioaktivem Kühlwasser aus der Atomruine Fukushima über einen Tunnel gefiltert ins Meer leiten und stösst damit auf Widerstand im In- und Ausland.

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3.1.2022 - 09:00

Am 11. März 2011 kam es im Kernkraftwerk von Fukushima zum Super-Gau. Seither muss dessen Betreiber Tepco drei der zerstörten Reaktoren mit Wasser kühlen. Dabei fallen jeden Tag rund 140 Tonnen an verstrahltem Wasser an, das gefiltert in inzwischen mehr als 1000 Tanks gelagert wird. Das Problem: In diesem Herbst werde der Platz für Tanks erschöpft sein.

Aus diesem Grund hatte die japanische Regierung entschieden, dass das Wasser gefiltert und verdünnt ab Frühjahr nächsten Jahres ins Meer geleitet werden solls. Tepco plant zu diesem Zweck, einen rund einen Kilometer langen Tunnel auf dem Meeresboden zu bauen, durch den das Kühlwasser aus der Atomruine verklappt werden soll.

Die Pläne werden laut NHK derzeit von der Atomregulierungskommission geprüft. Tepco hoffe, ab Juni mit dem Bau der Verdünnungsanlagen und des Tunnels zu beginnen und im April nächsten Jahres fertig zu sein.

Japanische Regierung vs. Fischer, China und Südkorea

Doch dafür gelte es, das Verständnis aller Betroffenen einzuholen, hiess es. Die örtlichen Fischereiverbände befürchten Schaden für ihr Geschäft. Auch Umweltschützer sowie Japans Nachbarländer wie China und Südkorea sind empört und fordern eine Streichung der Pläne.

Mehr als eine Millionen Tonnen Wasser lagern bereits in den Tanks auf dem Gelände der Atomruine Fukushima Daiichi. Das Kühlwasser wird zwar zuvor behandelt, doch das Filtersystem ALPS kann das Isotop Tritium nicht herausfiltern. Die japanische Regierung und auch der Betreiber Tepco argumentieren jedoch, Tritium sei in geringen Mengen nicht schädlich für die menschliche Gesundheit. Zudem solle das Wasser vor der geplanten Verklappung bis unter die Richtwerte verdünnt werden.

DPA, smi

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