14.04.2016 - 11:04, cor

Beschaffungsdebakel um Bodluv weitet sich aus

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Nach Rundschau-Recherchen zum Raketensystem Bodluv 2020 zog VBS-Chef Guy Parmelin die Handbremse und sistierte das Projekt. Das untaugliche Raketen-Projekt würde für den Steuerzahler noch viel teurer werden, als gedacht. Und dabei nur einen Bruchteil der Schweiz schützen.

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Das militärische Pflichtenheft des Bodluv-Projekts zeigt: Das Raketensystem wäre nicht nur mangelhaft - die Projektaufsicht entschied sich für Waffen, die bei der internen Evaluation durchfielen - sondern finanziell auch zum Fass ohne Boden geworden. Vor drei Wochen ist schliesslich Bundesrat Guy Parmelin eingeschritten - der VBS-Chef reagierte offenbar auf Recherchen der Rundschau.

Bodluv 2020 kann eine Fläche von 600 Quadratkilometern abdecken. Dies entspricht der Fläche eines einzigen Schutzkomplexes. Laut Pflichtenheft wären sechs solcher Komplexe nötig. Mit der Beschaffung hätte die Schweiz also nur einen Bruchteil der angestrebten Luftabwehr abgedeckt. 

Eine Milliarde Franken wollte die Armee für modernste Flugabwehrraketen investieren. Luftwaffenoffiziere schätzen die Gesamtkosten unter diesen Bedingungen jedoch auf rund 2,5 bis 3 Milliarden Franken. So war das nicht geplant. Denn: Wird die Flugabwehr teurer, gerät die nächste grosse Anschaffung unter Druck: Der F/A-18 fliegt nur noch ein paar Jahre.

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Im Verteidigungsfall chancenlos

Würde das Projekt also tatsächlich umgesetzt, besteht laut Sicherheitspolitikern das Risiko, dass sich die Schweiz keine Luftwaffe mehr leisten kann. Die Kampfjets müssen jedoch bis 2025 erneuert sein. Dazu kommt, dass die Bodengestütze Luftabwehr den Luftraum im Verteidigungsfall nicht alleine kontrollieren könnte.

Bei Sicherheitspolitikern in Bundesbern ist zurzeit nur eines sicher: So kann es nicht weitergehen. Es überwiegt die Meinung: Das Vertrauen in die Armee, in die Rüstung, in die Beschaffung und in die Sicherheit werde mit solchen Projekten aufs Spiel gesetzt, Projekte müssten wieder sauber aufgegleist und die Glaubwürdigkeit wieder hergestellt werden. 

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