09.05.2016 - 17:45, uri

Russische Hacker enttarnen geheime Schweizer Elitetruppe

 

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Mit dem Cyber-Angriff auf den Rüstungskonzern Ruag sollen russischen Hackern neben Personaldaten zu 30'000 Bundesangestellten und Parlamentariern auch Informationen von Mitgliedern der geheimen Schweizer Eliteeinheit AAD 10 in die Hände gefallen sein.

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Bereits seit Dezember 2014 gelangten russische Hacker bei der Ruag an sensible Daten. Wie die «SonntagsZeitung» berichtete, hortete der bundeseigene Rüstungskonzern seit letztem Jahr sensible Daten zu 30'000 Bundesangestellten und Parlamentsmitgliedern. Laut der «NZZ am Sonntag», die sich auf gut informierte Quellen beruft, flossen hier offenbar auch persönliche Informationen zu Angehörigen des Armee-Aufklärungsdetachements 10 ab.

Die auf riskante Auslandseinsätze spezialisierte Eliteeinheit setzt sich aus Grenadieren für Gebirgseinsätze, Fallschirmspringern, Tauchern und Spezialisten für motorisierte Dienste zusammen. Nicht nur die Grösse der Truppe ist geheim, sondern auch wer hier dient. 

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Das Armee-Aufklärungsdetachement 10 (AAD 10) präsentiert sich bei einer Übung auf dem Grenadier-Waffenplatz von Isone (Archiv).
Bild: Keystone

Obwohl angeblich noch nicht geklärt ist, welche Daten des AAD 10 genau in die Hände der Hacker fielen, sorgt der Vorgang im VBS offenbar für Unruhe. «Man zerbricht sich nun den Kopf darüber, ob den Elitesoldaten für zivile Auslandreisen eine neue Identität gegeben werden muss», zitiert die «NZZ am Sonntag» einen Insider.

Die Personendaten der Bundesangestellten und Parlamentarier wurden der Ruag laut «SonntagsZeitung» im Jahr 2015 vom Bundesamt für Informatik (BIT) geliefert. Den Grund für den Datentransfer gab das Amt nicht bekannt. Es erklärte lediglich, es gebe «keinen Zusammenhang» mit dem Cyber-Angriff. 

Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, sind die IT-Verflechtungen der seit 1998 privatrechtlich bewirtschafteten Ruag und dem VBS nach wie vor gross: «Aufgrund ihrer geschichtlichen Vergangenheit und der Tatsache, dass die Ruag ein wichtiger Geschäftspartner des Bundes ist, bestehen zahlreiche Informatik-Schnittstellen», zitiert die Zeitung aus einem Communiqué des VBS vom vergangenen Mittwoch. 

Ob diese Verflechtungen sinnvoll und vor allem auch sicher sind, erscheint nach dem Daten-Leck fraglich. Der Bundesrat hat bereits entsprechende Massnahmen eingeleitet. Laut VBS-Chef Guy Parmelin wurde eine mit Spezialisten besetzte Task Force gegründet, die eine Analyse vornehmen und den Schaden begrenzen soll.

Auf die Cyber-Attacke aufmerksam gemacht wurde die Ruag erst im Januar durch den Nachrichtendienst des Bundes, der wiederum Hinweise von einem befreundeten Dienst aus dem Ausland erhalten hatte. Als wenig schmeichelhaft erweist sich der Vorgang, der die zunehmende Bedeutung des Cyber-Kriegs verdeutlicht, nicht zuletzt für den Ruag-Konzern selbst, denn er bietet spezielle Software und Kurse zur IT-Sicherheit an. 

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