Warum kommen die davon? Diese Namen tauchen in den neuen Epstein-Akten auf – harte Vorwürfe vor allem gegen Trump

Philipp Dahm

3.2.2026

Jeffrey Epstein auf einem undatierten Foto.
Jeffrey Epstein auf einem undatierten Foto.
Bild: US-Justizministerium

Die Veröffentlichung von weiteren Teilen der Akte Epstein bringt Superreiche wie Elon Musk und Bill Gates in die Bredouille, es werden aber auch brisante Details über den mächtigen US-Präsidenten publik. Die grosse Frage ist nun: Warum haben die Behörden nicht längst gehandelt?

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell behauptet, die Behörden hätten «geheime Vergleiche» mit 4 Mitverschwörern und 25 Männern abgeschlossen, die in den Skandal verwickelt seien.
  • Nun hat das Justizministerium weiteres Material herausgegeben, doch es umfasst angeblich nur die Hälfte aller Dokumente.
  • Bill Gates, Elon Musk und Ex-Prinz Andrew tauchen in den Akten auf. Richard Branson schrieb Epstein wegen dessen «Harem».
  • «Der Typ ist widerlich»: Handelsminister Howard Lutnick will Epstein 2005 zum Teufel gejagt haben, doch Emails zeigen, dass er 2012 die Insel des Pädophilen besuchen wollte.
  • Gegen Donald Trump gibt es heftige Vorwürfe: Professor David Cay Johnston findet es «verstörend», dass das FBI ob der Aussagen nichts unternommen habe.

«Ghislaine Maxwell hat gerade eine rhetorische Granate mitten in die peinlichste Stille Washingtons geschleudert», schreibt «The Daily Beast» blumig. Demnach hat die inhaftierte Vertraute von Jeffrey Epstein in einem Antrag auf Haftprüfung das Justizministerium beschuldigt, 29 Personen aus dem Umkreis des Pädophilen zu schützen.

Bei den Personen soll es sich um «vier Mitverschwörer» und «25 Männer» handeln, die «geheime Vergleiche» mit den Behörden abgeschlossen hätten – und nie angeklagt worden seien. Wer diese Personen sind, wird in Maxwells 52 Seiten langer Petition nicht ausgeführt, mit der die 64-Jährige eine Verkürzung oder Aufhebung ihrer Gefängnisstrafe erreichen will.

Democratic members of Congress are demanding access to Ghislaine Maxwell after reports of her again recieving preferential treatment in prison. That alone tells you oversight has been missing for years.

[image or embed]

— Amber Woods @Amber Speaks Up (@amberspeaks.bsky.social) 25. Januar 2026 um 22:43

Kurz nach dieser «rhetorischen Granate» lässt das Justizministerium eine Bombe platzen: Mehr als sechs Wochen, nachdem die Deadline zur Veröffentlichung der Epstein-Akten verstrichen ist, stellt die Behörde mehr als drei Millionen Seiten mit Informationen online.

«Warum haben sie den Typen nicht schon vor Jahren verhaftet?»

Der Skandal ist auch Thema bei «Real Time with Bill Maher», wo über die zu spät veröffentlichten Akten und die darin enthaltenen brisanten Informationen rund um Jeffrey Epstein, Elon Musk, Bill Gates und weitere Milliardäre diskutiert wird.

Über Jeffrey Epstein sagt TV-Host Maher: «Jesus Christus, warum haben sie den Typen nicht schon vor Jahren verhaftet, wenn sie diese ganzen Informationen hatten?» – «Das ist Teil des Problems», stimmt ihm Joe Scarborough zu, der früher republikanischer Angeordneter war, sich aber von der Partei entfremdet hat und heute Moderator beim US-Sender «MS Now» ist.

«Ich erinnere mich an 2015 und 2016: Wir haben in unserer Show immer wieder gefragt, warum der Typ nicht im Gefängnis ist? Er hat diesen ‹sweetheart deal› in Florida bekommen, er hat immer noch die Eliten um sich herum versammelt», fährt Scarborough fort. «Die Frage ist: Warum schützen die Autoritäten die Reichen und Mächtigen aus seinem Umfeld – und tun es weiterhin?»

Branson: Epstein soll seinen «Harem» mitbringen

Maher ergänzt, Elon Musk habe 2019 behauptet, Epstein habe ihn immer wieder auf seine Insel einladen wollen, doch der Milliardär habe abgelehnt.

«Laut den E-Mails hat [Epstein] gefragt: ‹Kommst du mit dem Heli [zur Insel]?› ‹Wahrscheinlich [kommen] nur [Musks damalige Frau] Tallulah und ich. An welchem Tag/in welcher Nacht ist die wildeste Party auf deiner Insel?›», hat Musk dem Pädophilen demnach geantwortet.

«Ach, du meine Güte», stöhnt die frühere Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die ebenfalls mitdiskutiert. «Aber gab es nicht einige Akten, die heute veröffentlicht und später gelöscht wurden?» Scarborough bestätigt: Es soll sich um Daten handeln, die den Präsidenten betreffen, sagt er. «Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einem Gesetz zugestimmt, das besagt, dass alle Akten veröffentlicht werden müssen. Und das sollte gelten.»

Richard Branson distances himself from ‘abhorrent’ Epstein after their emails appear

[image or embed]

— The Independent (@the-independent.com) 31. Januar 2026 um 02:17

Maher liest eine weitere Enthüllung über einen Milliardären vor. Am 11. September 2014 hat der britische Unternehmer Richard Branson Epstein geschrieben: «Es war wirklich schön, dich gestern zu sehen. Wann auch immer du in der Gegend bist, würden wir dich gerne sehen, solange du deinen Harem mitbringst.» Und: «Als Alleinstehender scheinst du einen Hang zu Frauen zu haben, aber daran ist nichts falsch.»

Lutnick bei dreisten Lügen erwischt

Auch Bill Gates oder der frühere Prinz Andrew sind prominent in den Akten vertreten. Doch nicht nur die Reichen waren nahe an dem Pädophilen dran, sondern auch die Mächtigen. Besonders peinlich ist das Outing von Howard Lutnick: Der Handelsminister hat im Oktober über den Pädophilen gesprochen – und so getan, als ginge ihn das Thema nichts an.

. Prince Andrew yall. #Epstein

[image or embed]

— Libra on Fire 🔥 ⚖️ (@libraonfire.bsky.social) 31. Januar 2026 um 20:42

«Der Typ ist widerlich», hat Lutnick über Epstein gesagt. «Hol dir eine Massage», habe Epstein seine Gäste gelockt. «Ich nehme an, was in dem Massageraum passiert, wurde auf Video aufgenommen. Der Typ war der grösste Erpresser überhaupt», so Lutnick. Wegen der Videos habe Epstein wohl so gute Haftbedingungen bekommen. 

Lutnick on Epstein: Devine: So how come these other people could hang around him and not see it? Lutnick: They participated. That's what his M.O. was, "Get a massage" And what happened in that massage room, I assume is on video. This guy was the greatest blackmailer ever. That's how he had money.

[image or embed]

— MeidasTouch (@meidastouch.com) 2. Oktober 2025 um 01:23

Lutnick habe Epstein 2005 zu verstehen gegeben, er wolle nichts mit ihm zu tun haben. Doch nun zeigen E-Mails aus den Epstein-Akten, dass der 64-Jährige im Jahr 2012 noch versucht hat, eine Einladung für Epsteins Insel zu bekommen. Auch Lutnicks Behauptung, er hätte nie mehr Zeit mit dem Verurteilten verbracht, lässt sich laut «New York Times» nicht halten.

Heftige Vorwürfe gegen Trump

Der dickste Fisch im Epstein-Sumpf ist aber zweifelsohne Donald Trump, gegen den harte Vorwürfe erhoben werden. In einer Mail einer Sonderermittlungsgruppe des FBI vom 7. August 2025 ist eine Liste enthalten, die verschiedene Vorwürfe gegen den US-Präsidenten enthält.

Trump und Epstein 1992 auf einer Party.
Trump und Epstein 1992 auf einer Party.
Bild: NBC News

So berichtet eine persönliche Assistentin Epsteins, dass Trump zusammen mit Bill Clinton wiederholt an Partys des Pädophilen teilgenommen habe. Viel schwerer wiegt jedoch eine andere Information: Eine Person hat dem FBI berichtet, der Präsident habe vor 35 Jahren in New Jersey mit einer 13-Jährigen verkehrt.

Liste mit Anschuldigungen gegen Trump.
Liste mit Anschuldigungen gegen Trump.
US-Justizministerium

Demnach habe Trump das Mädchen zum Oralverkehr gezwungen – und sie angeblich ins Gesicht geschlagen, als sie ihm während des Aktes in sein Allerheiligstes gebissen haben soll. Das FBI hat die Geschichte als unglaubwürdig eingeordnet. Für Trump gilt die Unschuldsvermutung.

Warum diese «Untätigkeit des FBIs»?

«Diese Beschuldigung ist besonders verstörend, weil das FBI nichts unternommen hat», ordnet der Journalist und Pulitzer-Preis-Gewinner David Cay Johnston im Gespräch mit dem «Trump Report» die Meldung ein. «Es gibt mehrere Dokumente, die auf eine Untätigkeit des FBIs hindeuten. Das ist an sich ziemlich beunruhigend.»

Eine Zeugen-Aussage, die besagt, Epstein und Ghislaine Maxwell hätten Trump eine junge Frau virgestellt.
Eine Zeugen-Aussage, die besagt, Epstein und Ghislaine Maxwell hätten Trump eine junge Frau virgestellt.
US-Justizministerium

Johnston fragt: «Wie kann ein Beamter das lesen und nicht sagen: ‹Wir müssen weiter ermitteln.› Entweder um zu bestimmen, ob der Zeuge glaubwürdig ist oder um mit einer Strafermittlung zu beginnen?»

Eine Betroffene fragt bei den Behörden nach, warum gegen Trump nichts unternommen würde. «Dieser Mann ist ein Monster», sagt die Person.
Eine Betroffene fragt bei den Behörden nach, warum gegen Trump nichts unternommen würde. «Dieser Mann ist ein Monster», sagt die Person.
US-Justizministerium

Trump habe keine Moral: «Wir sprechen nicht von einem Einzelfall», sagt er mit Blick auf eine weitere Anschuldigungen gegen Trump. Natürlich könne es sein, dass die Zeugen lügen oder etwas erfinden. Aber: «Es gibt verschiedene Berichte. [...] Das ist ein ernstes Versagen der Behörden, weil sie sich das, was vor ihren Augen war, nicht angeschaut haben. Es gab wiederholte Vorwürfe, und es gibt da ein Muster.»

Es gibt auch viele Schwärzungen

Gleichzeitig kritisiert der Professor am Rochester Institute of Technology, dass auch jetzt erst die Hälfte der Epstein-Akten publiziert worden seien. «Es wird einen grossen Streit darüber vor Gericht geben», prophezeit Johnston. Einige Mails würde auch seine Frau Melania betreffen. Aber: «Es gibt viele Schwärzungen – mehr Schwäzungen, als angebracht ist.»

Könnten diese neuen Informationen den 79-Jährigen in Bedrängnis bringen? «Es gibt absolut gar keine Chance, dass das Justizministerium auch nur irgendwas tun wird, denn Trumps Justizministerin Pam Bondi war Justizministerin in Florida – ich habe sie die ausgesprochen korrupte Pam Bondi gennant», erklärt Johnston.

Jeffery Epstein auf einem undatierten Foto.
Jeffery Epstein auf einem undatierten Foto.
Bild: US-Justizministerium

In ihrer Funktion in Florida habe sie Klagen weggewischt, in denen Bürger gegen Trumps Universität vorgehen wollten. Gleichzeitig habe sie eine verbotene Wahlkampfspende von einer Trump-Organisation erhalten. Deshalb liege die Wahrscheinlichkeit bei «Null», dass die Justiz gegen den Präsidenten vorgehen werde.

In vielen Fällen seien die Taten auch verjährt, doch zivile Klagen seien weiterhin möglich – zumal alles darauf hindeute, dass es über 1000 minderjährige Epstein-Opfer gebe. 


Trump auf Epstein-Fotos zu sehen

Trump auf Epstein-Fotos zu sehen

US-Präsident Donald Trump ist auf Bildern aus dem Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu sehen, die aus der Phase vor seiner Amtszeit stammen. Die Bilder wurden am 12. Dezember 2025 von den Demokraten publiziert.

13.12.2025