ARCHIV - Nika Melia von der Koalition für den Wandel spricht während einer Kundgebung gegen angebliche Verstöße bei den jüngsten Parlamentswahlen zur Menge. Foto: Zurab Tsertsvadze/AP/dpa
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Seit 100 Tagen demonstrieren Menschen in der Südkaukasusrepublik Georgien gegen den Kurs der Regierungspartei Georgischer Traum. Sie fordern Neuwahlen und die Freilassung inhaftierter Demonstranten.
Keystone-SDA
07.03.2025, 10:01
SDA
Ausserdem wollen sie das Land wieder auf einen proeuropäischen Kurs bringen. Zum 100. Protesttag mobilisieren Aktivisten erneut über soziale Medien, um am Abend die zentrale Hauptstrasse Rustaweli-Prospekt in der Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) zu blockieren.
Die Protestwelle begann nach einer umstrittenen Parlamentswahl im Oktober, als die Regierungspartei einen Sieg zugesprochen bekam. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an, sprach von Wahlfälschung und boykottiert jetzt das Parlament.
Massenprotesten löste Ende November eine Ankündigung von Ministerpräsident Irakli Kobachidse aus, mögliche EU-Beitrittsgespräche bis Ende 2028 aufzuschieben.
Die Regierungspartei sitzt ohne die gewählte Opposition im Parlament. Kritiker werfen ihr einen zunehmend autoritären Kurs vor. Von den Protesten zeigt sie sich wenig beeindruckt.
Anfang der Woche billigte das Parlament in erster Lesung eine Neuauflage eines umstrittenen Gesetzes, mit dem ein angeblich ausländischer Einfluss auf die Zivilgesellschaft beschränkt werden soll.
Laut einem Bericht im Auftrag des Europarats verschlechterte sich die Situation für Pressevertreter im vergangenen Jahr in keinem Mitgliedsstaat so drastisch wie in Georgien. Bei den Protesten kam es zu Ausschreitungen, Hunderte Menschen wurden festgenommen.
Die Opposition warf der Polizei Gewalt und Folter vor. Mehrere europäische Staaten und die USA haben deshalb Sanktionen gegen die politische Führung in Tiflis verhängt.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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