Falsches TicketBub wird aus Bus geworfen und muss bei Schnee heimlaufen
Sara Matasci
3.2.2026
Der Bub musste anschliessend mehrere Kilometer nach Hause laufen. (Symbolbild)
IMAGO/CHROMORANGE
Ein 11-jähriger Schüler aus dem Veneto ist in Norditalien aus einem Linienbus verwiesen worden, weil er nicht über das spezielle «Olympia-Ticket» verfügte. Der Bub musste den Heimweg bei Schnee zu Fuss zurücklegen.
Sara Matasci
03.02.2026, 14:11
03.02.2026, 14:39
Sara Matasci
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Ein 11-jähriger Schüler wurde in der Provinz Belluno aus einem Bus verwiesen, weil er nicht das vorgeschriebene «Olympia-Ticket» hatte.
Stattdessen musste er über sechs Kilometer bei Schneefall zu Fuss nach Hause gehen.
Der Vorfall löste landesweit Empörung aus und hatte später ein versöhnliches Nachspiel.
Ein 11-jähriger Schüler aus Norditalien ist aus einem Linienbus verwiesen worden, weil er nicht über das spezielle «Olympia-Ticket» verfügte.
Der Vorfall ereignete sich auf der Buslinie zwischen Calalzo di Cadore und Cortina d’Ampezzo in der norditalienischen Provinz Belluno. Der 11-jährige Riccardo war auf dem Heimweg von der Schule, als er von einem Linienbus abgesetzt wurde, weil er nicht über das in der Region derzeit vorgeschriebene «Olympia-Ticket» verfügte.
Statt des Spezialtickets zum Preis von 10 Euro hatte der Bub lediglich ein reguläres Busticket für 2.50 Euro gelöst. In Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen Milano–Cortina gelten in der Region jedoch angepasste Tarife. Der Busfahrer forderte den Jungen deshalb auf, das Fahrzeug zu verlassen.
Riccardo musste daraufhin den Heimweg zu Fuss antreten. Dieser betrug laut Medienberichten mehr als sechs Kilometer. Zum Zeitpunkt des Vorfalls herrschten winterliche Bedingungen, es schneite, die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt.
Besonders die Kälte habe dem Kind zugesetzt. «Er kam völlig durchgefroren nach Hause, die Lippen waren blau, und seine Kleidung war bis zu den Oberschenkeln durchnässt», sagte seine Mutter Vera gegenüber der Zeitung «Leggo».
Busfahrer entschuldigt sich öffentlich
Der Vorfall verbreitete sich rasch über soziale Medien und löste landesweit eine Welle der Empörung aus. Viele stellten infrage, ob es verhältnismässig sei, ein minderjähriges Kind wegen eines falschen Tickets aus dem Bus zu weisen – zumal unter winterlichen Bedingungen.
Inzwischen nahm auch der Busfahrer öffentlich Stellung. Der 61-Jährige entschuldigte sich in einem Interview mit dem Gazzettino: «Es tut mir unendlich leid. Mit etwas Abstand betrachtet hätte ich ihm das Ticket selbst bezahlen sollen, statt ihn bei Schnee laufen zu lassen.» Der Vorfall lasse ihm keine Ruhe, er habe aus Reue kaum geschlafen.
Der Fahrer erklärte, er habe nach klaren Anweisungen des Transportunternehmens gehandelt. «Uns wurde gesagt, dass Personen ohne gültiges Ticket aussteigen müssen», sagte er. Zusätzlich sei er an diesem Tag stark unter Druck gestanden, da es wegen der Witterung zu erheblichen Verspätungen gekommen sei.
Persönliche Einladung zur Eröffnung der Olympischen Spiele
Trotzdem wolle er die Verantwortung nicht von sich weisen. «Ich werde alle Konsequenzen akzeptieren», sagte der Busfahrer. Das Verkehrsunternehmen teilte mit, man habe eine interne Untersuchung eingeleitet.
Für Riccardo nahm die Geschichte schliesslich eine positive Wendung. Wie italienische Medien berichten, erhielt der Junge eine persönliche Einladung zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele Milano–Cortina. Bestätigt wurde diese Einladung von Giovanni Malagò, dem Präsidenten des Organisationskomitees.
«Zuerst dachte ich, es sei ein Scherz», sagte Riccardos Mutter gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA. «Als die Einladung bestätigt wurde, war mein Sohn überglücklich.» Der 11-Jährige ist begeisterter Skifahrer. Welche Rolle er bei der Eröffnungsfeier übernehmen wird, ist noch offen.