26 Kantone, 26 verschiedene Impfplan-Umsetzungen

sda/toko

10.2.2021 - 18:18

Impfdosen werden vorbereitet im Impf- und Testzentrum in Davos GR. (Archivbild)
In der Schweiz sind derzeit 77 Impfzentren in Betrieb — wie hier in Davos. (Archivbild)
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Umsetzung des Schweizer Impfplans läuft in jedem Kanton anders ab, wie eine Auswertung zeigt. Nur in drei Kantone bieten alle Möglichkeiten an, einen Termin zu vereinbaren.

77 Impfzentren sind zur Zeit schweizweit in Betrieb. Die Umsetzung des Impfplans verläuft jedoch in jedem Kanton anders, wie eine Auswertung des Zürcher Beratungsunternehmens Synpulse ergeben hat.

So bieten 22 Kantone Impfwilligen eine Online-Terminvereinbarung an, in 14 Kantonen ist auch eine telefonische Anmeldung möglich. In 12 Kantonen kann ein Termin über einen Hausarzt koordiniert werden und in drei Kantonen (AI, AR, OW) gibt es alle drei Möglichkeiten, online, telefonisch und den Hausarzt.

In vier Kantonen existiert keine Online-Anmeldung (NW, SG, TI, UR). In 11 Kantonen gibt es keine telefonische Anmeldung oder nur technischen Support und in 14 Kantonen können sich Impfwillige nicht über den Arzt anmelden.



15 Kantone mit Bundeslösung

15 Kantone setzen für die Vereinbarung eines Termins auf das Registrierungstool des Bundes, fünf bevorzugen eigene Lösungen (BE, BS, JU, OW und VD). Zwei Kantone haben zur Zeit die Anmelde-Möglichkeit unterbrochen (ZH, BS), die eingesetzte Lösung ist dabei unbekannt.

Sieben Kantone verlangen von Impfwilligen einen ärztlichen Nachweis der Zugehörigkeit zur Risikogruppe, sechs von ihnen bieten dazu eine Vorlage an. In zwei Kantonen braucht es explizit keinen Nachweis und in 15 Kantonen gibt es dazu keine eindeutigen Angaben dazu.

17 Kantone führen die Impfungen ausschliesslich zentral in Impfzentren durch. Mit Verweis auf den leichter zu lagernden Impfstoff von Moderna hätten jedoch verschiedenen Kantonen eine dezentrale Impfung angekündigt, schreibt

In sieben Kantonen gibt es Impfzentren und Impfungen in Arztpraxen (AI, OW, SZ, SO, TG, VS, ZH). Und zwei Kantone (SG, NW) bieten die Impfungen nur über Hausarztpraxen und Heime an.

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Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsmöglichkeiten sieht das international tätige Management-Consulting-Unternehmen vor allem bei den Webseiten: So müssten die Kantone den den Zugang zu den Impfinformationen möglichst einfach gestalten und prominent auf der Kantonswebseite platzieren. Das sei zur Zeit nicht immer der Fall.

Auch die Strukturen der Webseiten orientierten sich oft nicht an den Nutzungsbedürfnissen. Zum Teil würden die Nutzerinnen und Nutzer mit externen Links und veralteten Informationen überflutet. Erklärvideos könnten helfen, dass sich die Menschen einfacher über den Wirkmechanismus oder das Zulassungsprozedere informieren könnten.

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