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Jetzt meldenWolodymyr Selenskyj reicht Wladimir Putin diplomatisch die Hand, doch darauf kann der Russe verzichten. Dabei gibt es für den Kreml mindestens drei gute Gründe, wenigstens zu erwägen, sich an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln.
Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg ist der wichtigste ökonomische Termin in Wladimir Putins Jahreskalender. Mehr als 20'000 Gäste aus über 100 Nationen haben sich angesagt.
Doch als sie am 3. Juni in der Metropole ankommen, hängen dunkle Wolken über der Veranstaltung: Rauch steigt vom Hafen der Region auf, die rund 1100 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ist.
Delegates of the St Petersburg International Economic Forum arriving at the opening ceremony as the St Petersburg port (10 miles away) burns in the background, following a wave of Ukrainian strikes. Video posted by Ksenia Sobchak https://t.co/SuL4mL1Qd0 pic.twitter.com/8r26Dstas3
— Yaroslav Trofimov (@yarotrof) June 3, 2026
Kiews Drohnen haben zugeschlagen. Sie setzen am Morgen ein Öldepot in Brand...
🔥 St. Petersburg oil terminal was attacked. 1/3
— MAKS 26 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 3. Juni 2026 um 09:00
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... und treffen zudem die russische Korvette Bojki, die im Trockendock liegt. Feuer, Rauch und später jede Menge Löschwasser setzen das Schiff ausser Gefecht.
A video appeared on Russian Telegram channels showing the Boykiy corvette after it was attacked in Kronstadt, near St. Petersburg.
— Anton Gerashchenko (@antongerashchenko.bsky.social) 4. Juni 2026 um 18:37
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Obwohl Kiew kaum über eigene Schiffe verfügt, reiht sich die Bojki in eine ganze Serie beschädigter russischer Boote ein. Die Verluste beschränken sich nicht mehr nur auf die Schwarzmeerflotte, sondern betreffen wie die Bojki (im Bild unten mit rotem Pfeil) auch die Baltische Flotte. Sogar im Kaspischen Meer wird Putins Marine getroffen.

Zum Original-Post.
X/@KHoholenko
Der Ukraine-Krieg kommt nach Russland – und die internationalen Gäste schauen zu: Für Wladimir Putin muss das eine Schmach gewesen sein. Zu allem Überfluss macht ihm der Feind kurz vor der Konferenz auch noch ein öffentliches Angebot.
Wolodymyr Selenskyj will direkte Gespräche mit Putin. «Sie werden nicht genug Geld oder politisches Kapital haben«, warnt ihn der ukrainische Präsident, «um weiterhin die Loyalität der Russen zu erkaufen, wie Sie es in den letzten 26 Jahren getan haben.»
Darüber sollte Putin zumindest nachdenken – aus diesen 3 Gründen.
Wladimir Putin betont auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, sein Militär rücke auf breiter Front vor. Das mag stimmen – fraglich ist, wie weit und zu welchem Preis.
Die russische Armee hat im Mai im Vergleich zum Vormonat 37,5 Prozent mehr Angriffe befohlen, schreibt «Business Insider»: Waren es im April noch 5085 Attacken, stieg der Wert im März auf 7008.
An der Front zahlt sich das jedoch nicht aus. Im Gegenteil: Nachdem die Ukraine bereits im April Boden gutmachen konnte, hat sie im Mai weitere Gebiete zurückerobert, berichtet das Institute for the Study of War.

Russische Gebietsgewinne und -verluste zwischen dem 1. Dezember und 31. Mai laut dem Institute for the Study of War.
ISW/Nathaniel Kramer
Der Löwenanteil der ukrainischen Gebietsgewinne in diesem Jahr liegt im Oblast Dnipropetrowsk, während sich die russischen Vorstösse auf den Festungsgürtel in Donezk konzentrieren.

Gebietsgewinne und -verluste zwischen dem 1. Januar und 31. Mai laut dem Institute for the Study of War.
ISW
Weil der Kreml die Anzahl der Attacken wenig erfolgreich erhöht hat, steigt die Zahl jener russischen Soldaten, die verletzt, getötet oder gefangen genommen wurden. Im Februar waren das laut ukrainischen Quellen im Durchschnitt 931 Personen pro Tag.
Zwischen dem 30. Mai und dem 5. Juni liegt dieser Wert dagegen angeblich bei durchschnittlich 1402 pro Tag. Hält der Trend an, verliert der Kreml mehr Soldaten, als er neue rekrutieren kann. Das würde Forderungen nach einer Mobilmachung anheizen, die beim Volk äusserst unpopulär ist.
Ukrainische Drohnen richten in der mittleren Reichweite bis zu 200 Kilometer hinter der Frontlinie weiter hohe Schäden an – etwa mit KI-unterstützten Hornet-Drohnen eines US-Herstellers. Das hat Folgen.
Ein Beispiel ist Horliwka, das schon 2014 von Separatisten eingenommen worden ist. Die Drohneneinheit der 28. ukrainischen Brigade meldet nun, sie kontrolliere die Stadt aus der Luft – und unterlegt das mit Videos, die zeigen, wie ihre Fluggeräte die Russen in der Stadt angreifen.
One of the largest Russian-occupied cities, Horlivka in the Donetsk region, is now under fire from Ukrainian drones🔥 pic.twitter.com/bD7np6heYq
— RBC-Ukraine (@NewsUkraineRBC) June 4, 2026
Das wirkt sich unmittelbar auf die Front aus: «Horliwka ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Feind auf der Kostjantyniwka-Achse. Ausserdem wird sie von den russischen Streitkräften als Basis für Ausrüstung und Personal innerhalb der Stadt genutzt», erklärt Nazarii Barchuk vom Ukrainian Security and Cooperation Centre «RBS-Ukraine».
Kiews neue Kapazitäten in der mittleren Reichweite schlagen sich bis auf den am stärksten umkämpften Abschnitt der Front durch, zeigt die Karte:

DeepStateMap
Wenn Horliwka (1) mit seinem Bahnanschluss abgeschnitten wird, dauert es länger, Nachschub und Personal zum Brennpunkt Kostjantyniwka (2) zu bringen, von wo aus sich der Festungsgürtel über Kramatorsk (3) in einem Bogen nach Nordosten zieht.
Im Süden der Front haben die ukrainischen Drohnen die Autobahn unter Kontrolle gebracht, die Rostow am Don mit den besetzten Gebieten verbindet und die neben der Kertschbrücke die Versorgung der Krim sicherstellt.

US-Veteran Chuck Pfarrer zeigt die Verbindungen zur Krim, die nun als «Highway to Hell» gelten.
X/@ChuckPfarrer
Das schwächt nicht nur die russischen Einheiten an der Front, die etwa in Saporischschja sogar zurückgedrängt werden. Es sorgt für Benzin-Knappheit auf der Krim, die sich in unglaublich langen Schlangen vor den dortigen Tankstellen manifestiert. Auch Alltagswaren werden knapp.
Crimea is now a "hotspot": there are miles-long lines for gas, arguments over fuel, and even where gas is available, you can't always fill up with vouchers.
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 4. Juni 2026 um 19:45
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Der Sprit ist nicht nur in den besetzten Gebieten knapp – in den Regionen Belgorod, Kursk, Moskau und Leningrad muss der Verkauf begrenzt werden, weiss das Institute for the Study of War. Der Energiemangel bremse die Wirtschaft aus, was der «erfolgreichen» Kampagne Kiews geschuldet sei.
Ukrainian drone operators are now getting real-time data straight from US commercial satellites. Target detection and strike time cut by 90%. Images from Vantor reach the front in 15 minutes, WSJ reports. www.wsj.com/world/europe...
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 5. Juni 2026 um 15:31
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Mindestens 30 Mal hat die Ukraine Putins Energie-Produktion alleine im Mai attackiert, sekundiert «Bloomberg»: Kerosin darf wegen der Angriffe auf die Raffinerien vorerst nicht mehr ausser Landes gebracht werden. Am 4. Juni räumt Moskau ein, dass es Probleme gibt.

Übersicht über ukrainische Attacken aus Putins Energie-Infrastruktur (zur Quelle).
X/@KHoholenko
«Jetzt ist die Förderung tatsächlich etwas niedriger als zu Beginn des Jahres», gibt Vizeregierungschef Alexander Nowak beim St. Petersburger Wirtschaftsforum erstmals zu. «Das rührt daher, dass bei uns einige Ölförderbetriebe unplanmässige Reparaturen durchlaufen.»
Inzwischen sollen angeblich mindestens 20 russische Regionen den Sprit-Verkauf begrenzt haben. Neben den Raffinerien bleiben für Kiews Langstreckenangriffe die Exportstruktur für Öl und Gas sowie Rüstungsbetriebe Ziele mit hoher Priorität.
Satellite imagery shows fresh damage to the main machining production workshop at Russia’s Michurinsk Progress plant in Tambov region. The facility produces equipment for aviation and missile control systems, and a major fire was recorded during the attack. #Russia
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 5. Juni 2026 um 16:01
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Gleichzeitig bauen die Ukraine ihr Arsenal aus: Drohnen vom Typ An-196 Liutyi können inzwischen angeblich bis zu 1700 Kilometer weit fliegen, für den Bereich zwischen 700 und 1000 Kilometern kommt die schnelle Peklo zum Einsatz – und angeblich wird bald eine Drohne in Dienst gestellt, die 3500 Kilometer schafft.
💥✈️ A Ukrainian Air Force F-16 shoots down a Russian Kh-101 cruise missile flying at extremely low altitude.
— 🦋Special Kherson Cat🐈🇺🇦 (@specialkhersoncat.bsky.social) 1. Juni 2026 um 14:53
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