Historisches Urteil in Texas 7-Jähriger erhält nach Missbrauch Milliarden-Entschädigung

Dominik Müller

30.3.2026

Blake Sampsons Mutter, Madison Ball, postete nach dem Missbrauch Bilder aus dem Spital.
Blake Sampsons Mutter, Madison Ball, postete nach dem Missbrauch Bilder aus dem Spital.
Facebook/Madison Ball

Nach schwerer Misshandlung eines Kleinkinds hat eine Jury im US-Bundesstaat Texas ein beispielloses Urteil gefällt: Knapp eine Milliarde Dollar soll der Täter zahlen.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Eine Jury in Texas sprach einem misshandelten Kind und seiner Familie insgesamt rund 1 Milliarde Dollar Entschädigung zu.
  • Der Täter, der sich bereits schuldig bekannt hat und 40 Jahre Haft verbüsst, verursachte bei dem damals zweijährigen Opfer schwerste, lebenslange Schäden.
  • Ein Grossteil der Summe entfällt auf Strafschadenersatz (über 800 Millionen Dollar), während hohe Entschädigungen die dauerhafte Pflege und das Leid des Kindes abdecken sollen.

Eine Jury im US-Bundesstaat Texas hat einem schwer misshandelten Kind und seiner Familie insgesamt rund 1 Milliarde Dollar zugesprochen. Konkret muss der Täter 291 Millionen Dollar an Schadenersatz sowie über 800 Millionen Dollar an Strafzahlungen leisten.

Laut den Anwälten ist es das höchste Urteil, das je in einem Kindesmissbrauchsfall in den USA gefällt wurde, wie das texanische Nachrichtenportal «TXK Today» berichtet. Der Verurteilte stammt aus einer wohlhabenden Familie und ist der Urenkel eines frühen Investors des Ölkonzerns Humble Oil.

Das heute 7-jährige Opfer, Blake Sampson, wurde 2021 im Alter von zwei Jahren von seinem Stiefvater misshandelt und erlitt schwerste Verletzungen. Heute ist der Junge dauerhaft auf Pflege angewiesen, sitzt im Rollstuhl, kann nicht gehen und benötigt unter anderem eine Atemmaschine.

Die Jury sprach ihm allein im Rahmen der Entschädigungssumme hohe Beträge zu: 50 Millionen Dollar für zukünftige seelische Schmerzen, 50 Millionen Dollar für den Verlust an Lebensfreude, 65 Millionen Dollar für künftige medizinische Kosten sowie 30 Millionen Dollar für zukünftige körperliche Schmerzen. Hinzu kommen unter anderem je 20 Millionen Dollar für frühere Entstellung und körperliche Beeinträchtigung. Die Eltern erhielten zusammen zusätzlich 3,6 Millionen Dollar an Entschädigung.

«Legt euch nicht mit Kindern in Texas an»

Im Prozess setzte das Gericht noch einen drauf: 800 Millionen Dollar wurden als Strafschadenersatz für das Kind verhängt, dazu je 5 Millionen Dollar für Mutter und Vater. Zehn der zwölf Geschworenen waren sich in allen Punkten der Entschädigungsphase einig.

Für den leitenden Anwalt Tony Buzbee ist das Urteil ein klares Signal: «Wir behaupten, dass Kinder in unserer Gesellschaft einen hohen Wert haben. Diese Jury hat das eindrücklich gezeigt», sagte er zu «TXK Today». Und weiter: «Legt euch nicht mit Kindern in Texas an. Ich hoffe, dieses Urteil stellt sicher, dass dieses Kind die Pflege bekommt, die es braucht.»

Der Täter hatte sich bereits im August 2023 schuldig bekannt und verbüsst eine 40-jährige Haftstrafe wegen schwerer Kindesmisshandlung. Er verursachte beim damals Zweijährigen unter anderem Hirnblutungen, schwere Schwellungen, Bissverletzungen und bleibende Schäden an zentralen Hirnregionen.