Ermittlungen eingeleitetUnbekannter filmt brennendes Unfallopfer auf Autobahn
Sven Ziegler
2.2.2026
Die Unfallstelle vom 6. Januar in Deutschland.
KEYSTONE
Nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn A6 bei Nürnberg (D) kursiert ein Video eines brennenden Verletzten in sozialen Medien. Die bayerische Polizei ermittelt wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte und unterlassener Hilfeleistung.
DPA
02.02.2026, 12:50
Sven Ziegler
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Nach einem schweren Unfall auf der A6 bei Nürnberg tauchte ein Video eines brennenden Verletzten in sozialen Netzwerken auf.
Die Polizei ermittelt gegen einen bislang unbekannten Urheber wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung und unterlassener Hilfeleistung.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Filmer im Stau stand und nicht half.
Nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der Autobahn A6 nahe Nürnberg ermittelt die bayerische Polizei wegen eines mutmasslichen Gaffervideos. Ein bislang unbekannter Mann soll einen schwer verletzten und brennenden Unfallbeteiligten gefilmt und die Aufnahmen anschliessend in sozialen Medien veröffentlicht haben. Das teilen die Behörden mit.
Die Ermittler sprechen von einem «geschmacklosen Video». Es werde unter anderem wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte sowie wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Ziel sei es, den Urheber des Clips zu identifizieren.
Der Unfall ereignete sich Mitte Januar bei Feucht im Landkreis Nürnberger Land. Auf spiegelglatter Fahrbahn kam es zu einem schweren Crash, bei dem eine Person ums Leben kam. Ein 64-jähriger Mann wurde dabei so schwer verletzt, dass er brennend aus seinem Fahrzeug gerettet werden musste. Ersthelfer konnten die Flammen löschen, bevor der Mann in lebensgefährlichem Zustand ins Spital gebracht wurde.
Filmer stand wohl im Stau
Auf das Video seien die Beamten erst einige Tage nach dem Unfall durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam geworden. «Wir gehen davon aus, dass die Person, die das gefilmt hat, im Stau stand», sagte ein Polizeisprecher laut dem Bericht.
Das Verhalten des mutmasslichen Filmers sorgt bei den Ermittlern für deutliche Worte. «Das zu filmen, ist an Geschmacklosigkeit schon fast nicht zu übertreffen», so der Sprecher. «Es dann noch online zu stellen, setzt dem Ganzen die Krone auf.»
Die Polizei erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Gaffer je nach Tatbestand mit Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen rechnen müssen. Statt zu filmen, seien Verkehrsteilnehmende verpflichtet, im Rahmen des Möglichen Hilfe zu leisten oder zumindest Rettungskräften Platz zu machen und die Würde der Betroffenen zu wahren.