Einwohner von Addis Abebas sollen ihre Stadt verteidigen

SDA

2.11.2021 - 16:51

FILE - People are seen in front of clouds of black smoke from fires in the aftermath at the scene of an airstrike in Mekele, the capital of the Tigray region of northern Ethiopia on Oct. 20, 2021. A year after war began there, the findings of the only human rights investigation allowed in Ethiopia's blockaded Tigray region will be released Wednesday, Nov. 3, 2021. (AP Photo, File)
Rauchsäulen zeugen von schweren Gefechten in Mekele, der Hauptstadt der Tigray-Region.
Bild: AP

In Äthiopien sind die Aufständischen der Volksbefreiungsfront von Tigray vor der Hauptstadt angekommen. Um den Vormarsch zu stoppen, wird auch die zivile Bevölkerung zu den Waffen gerufen.

SDA

2.11.2021 - 16:51

Die Behörden in Addis Abeba haben die Bevölkerung der äthiopischen Hauptstadt dazu aufgerufen, ihre Wohngegenden gegen die Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) zu verteidigen.

Die Menschen sollten Schusswaffen innerhalb der nächsten zwei Tage polizeilich registrieren lassen, sagte ein leitender Beamter der Stadtverwaltung am Dienstag. Alle Teile der Gesellschaft seien zur Kooperation aufgerufen.

Im Konflikt mit der TPLF musste sich das Militär in den vergangenen Tagen aus wichtigen Städten in der Region Amhara, welche an die Hauptstadt grenzt, zurückziehen. Gemeinsam mit Rebellen der Oromo Liberation Army (OLA) konnte sich die TPLF Zugang zu einer der wichtigsten Autobahnen im Land verschaffen. Sie rückt nun auf Addis Abeba vor.

Die Regierung hatte vor einem Jahr eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin in der nördlichen Region Tigray an der Macht war. Die TPLF dominierte Äthiopien mit seinen rund 115 Millionen Einwohnern gut 25 Jahre lang, bis Ministerpräsident Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam und sie verdrängte. Führende Mitglieder des Militärs liefen zur TPLF über, wodurch die Rebellen sehr schnell grosse Erfolge erzielen konnten. Seit Anfang August hat sich der Konflikt auf die Regionen Afar und Amhara ausgeweitet. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt.

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