Partei in Erklärungsnot Nach Hitler-Duktus will die AfD verzweifelt wissen, wer dieser Mann ist

Sven Ziegler

1.12.2025

Dieser AfD-Redner irritiert alle

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Mit rollendem «R», Hitler-Duktus und der Anrede «Parteigenossen und -genossinnen» hat Alexander Eichwald beim Gründungskongress der neuen AfD-Jugend in Giessen für Kopfschütteln gesorgt.

30.11.2025

Der bizarre Hitler-Duktus von Alexander Eichwald beschäftigt die AfD weiter. Nach seinem Auftritt in Giessen prüfen nun mehrere Parteiebenen den Ausschluss – und im Netz tauchen Hinweise auf eine mögliche Kunstfigur aus früheren Jahren auf. Eichwald bestreitet das entschieden.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach seinem skurrilen Auftritt bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation gerät Alexander Eichwald intern massiv unter Druck – der Kreisverband Herford fordert ihn zum sofortigen Austritt auf.
  • Parteichef Tino Chrupalla und die neue Jugendführung prüfen offen einen Parteiausschluss. Auch der frisch gewählte GD-Chef Jean-Pascal Hohm spricht von einem «inakzeptablen Auftritt».
  • In sozialen Medien kursieren Bilder, die Eichwald mit einer früheren Kunstfigur namens «Alex Oak» in Verbindung bringen. 

Der Fall Alexander Eichwald sorgt auch zwei Tage nach dem AfD-Jugendkongress für immer grössere Verwirrung – und für eine zunehmend defensive Partei. Während die Führung am Wochenende noch lediglich eine «Prüfung» ankündigte, wird der Ton nun deutlich schärfer.

Jean-Pascal Hohm, frisch gewählter Vorsitzender der neuen Jugendorganisation «Generation Deutschland», sagte gegenüber dpa, wer so auftrete, habe in der AfD «nichts verloren – egal ob Provokateur, V-Mann oder einfach verrückt». Man müsse künftig genauer prüfen, wen man aufnehme.

Auch der Kreisverband Herford hat sich inzwischen distanziert. In einer Mitteilung forderte der Vorstand Eichwald zum sofortigen Austritt auf und kündigte an, parallel ein Parteiausschlussverfahren vorzubereiten.

Eichwald habe laut dem «Deutschlandfunk» erneut bestätigt, seine Rede sei ernst gemeint gewesen. Dass er überdreht gewirkt habe, liege daran, dass er seine vorbereitete Rede kurzfristig von zehn auf fünf Minuten kürzen musste. Sein auffälliges Rollen des «R» erklärte er wieder mit seinem Hintergrund als Russlanddeutscher.

Gerüchte über frühere Kunstfigur – Eichwald dementiert

Neu sind Hinweise, die in sozialen Netzwerken kursieren: Nutzer veröffentlichen Bilder, die Eichwald in Verbindung mit einer Kunstfigur namens «Alex Oak» bringen sollen, wie die deutsche «Tagesschau» schreibt – offenbar ein früherer Online-Charakter, dessen Spuren inzwischen weitgehend gelöscht worden seien.

Eichwald selbst bestreitet diese Darstellung ausdrücklich. Seine Rede und auch seine Kandidatur seien ernst gemeint gewesen. 

AfD-Chef Tino Chrupalla bleibt indes bei seiner Linie: Inhalt und Auftreten Eichwalds seien mit den Grundsätzen der Partei nicht vereinbar, daher werde man seine Mitgliedschaft prüfen, sagte er am Sonntagabend. Brisant ist: Eichwald trat erst Anfang Oktober in den NRW-Landesverband ein und bewarb sich bereits Wochen später für einen Posten im GD-Vorstand.

Noch immer ungeklärt ist, ob Eichwald bewusst provozierte – oder ob der bizarre Auftritt authentisch war. In Giessen war er unter lauten Zwischenrufen gefragt worden, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Die Rede war ohne Effekte, aber mit klaren rechtsextremen Parolen und Hitler-ähnlicher Rhetorik gehalten worden.

«Sind Sie ein V-Mann?»

«Sind Sie ein V-Mann?»

Alexander Eichwald beim Gründungskongress der neuen AfD-Jugend in Giessen für Kopfschütteln gesorgt. Jetzt prüft die Parteispitze seinen Auftritt – und sogar seine Mitgliedschaft.

30.11.2025