Letzte deutsche Soldaten auf Rückflug

dpa/tgab

29.6.2021 - 21:35

epa03895666 A photo provided 04 October 2013 shows German soldiers walking to a Transall C-160 transport aircraft at the airport of Kunduz, Afghanistan, 03 October 2013. The German Bundeswehr is in the process of terminating their mission in the north Afghan province of Kunduz. The last German soldiers will leave the camp by the end of October after the official transfer of the field camp to the Afghanistan Army (ANA) and the Afghanistan police corp Ancop has been completed. EPA/MICHAEL KAPPELER
Die Bundeswehr hat ihren vor fast 20 Jahren begonnenen Einsatz in Afghanistan beendet.(Archivbild)
Bild: KEYSTONE/MICHAEL KAPPELER

Das Camp Marmal der Bundeswehr im Norden Afghanistans ist geräumt. Der lange Einsatz in dem von Kriegen und Konflikten geplagten Land ist Geschichte.

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29.6.2021 - 21:35

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurden die letzten verbliebenen deutschen Soldaten der Nato-Mission «Resolute Support» am Dienstag von der Luftwaffe aus dem Feldlager in Masar-i-Scharif ausgeflogen. An Bord der Flugzeuge waren demnach auch die zur Absicherung des Lagers in den Norden Afghanistans verlegten Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Es wurde erwartet, dass die Soldaten am Mittwoch in Deutschland landen.

Die Bundeswehr hatte den Abzug zuletzt deutlich vorantreiben müssen, nachdem die US-Regierung unter Präsident Joe Biden den Abzug beschleunigt hatte. Die USA als grösster Truppensteller hatten sich zunächst auf einen Abzug bis zum 11. September festgelegt, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge des islamistischen Netzwerks Al-Kaida in den USA. Aus den USA wurde auf einen Abzug bis zum 4. Juli – dem US-Nationalfeiertag – gedrängt.

Sicherheitslage mit Beginn des Truppenabzugs zugespitzt

In Afghanistan hat sich die Sicherheitslage mit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen zugespitzt. Seit 1. Mai haben die militant-islamistischen Taliban etwa 90 der rund 400 Bezirke des Landes neu erobert. Unklar blieb bis zuletzt, ob es zu einem Angriff auf das Feldlager kommen würde. Die Bundeswehr hatte Verstärkung in das Lager gebracht.

Für die Bundeswehr bedeutete der Einsatz in Afghanistan ein neues Kapitel. Es war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und zur militärischen Unterstützung der USA aufgeschlagen worden. Der Bundestag hatte am 22. Dezember 2001 das erste Afghanistan-Mandat verabschiedet. Im Januar 2002 trafen die ersten Kräfte in der Hauptstadt Kabul ein. «Am 14. Januar 2002 beteiligten sich erstmals deutsche Soldaten an einer Patrouille in der kriegszerstörten Stadt», erklärte die Bundeswehr rückblickend.

Deutschland war im Norden Afghanistans Führungsnation und in dieser Rolle bis zuletzt bei der Nato-Ausbildungsmission «Resolute Support» engagiert. Die Opposition und auch die Wehrbeauftragte Eva Högl haben wiederholt eine Evaluierung des Einsatzes gefordert, um erreichte Fortschritte und Misserfolge besser zu verstehen und Schlussfolgerungen für künftige und laufende Einsätze zu ziehen.

dpa/tgab