Parteikollegin Greene teilt aus«Alle haben angefangen, Trump den A**** zu küssen»
Philipp Dahm
8.12.2025
Ehemalige Trump-Vertraute Greene kündigt nach Zerwürfnis Rücktritt an
Greene, lange eine vehemente Verteidigerin Trumps, hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt von der Linie des Weissen Hauses entfernt.
22.11.2025
Früher hätten viele Parteikollegen über Donald Trump gelästert, um sich dann bei ihm einzuschleimen. Das berichtet seine Parteikollegin Marjorie Taylor Greene – und erklärt, wie es zu ihrem Bruch mit dem Präsidenten kam.
Marjorie Taylor Greene hat sich einst als Hardcore-Anhängerin von Donald Trump innerhalb der republikanischen Partei etabliert, bevor sie bei dem 79-Jährigen in Ungnade gefallen ist. Nun hat «MTG», wie sie abgekürzt genannt wird, dem Sender «CBS News» ein Interview geben.
Darin versichert die 51-Jährige, dass sie nach ihrem Streit mit Trump weder als Präsidentin noch als Gouverneurin von Georgia kandidieren wolle. Und als Senatorin nach Washington zu gehen, würde sie «hassen», sagt die Republikanerin.
Ob es dabei bleibt, wird die Zeit zeigen. Fakt ist, dass sich die Abgeordnete zu einigen Themen geäussert hat – und natürlich auch zu dem Bruch zwischen ihr und Trumps Maga-Gemeinde. Es würde die Leute «schockieren», wenn sie erfahren würden, wie die Leute hinter Trumps Rücken über den Präsidenten reden würden, sagt Marjorie Taylor Greene.
Das Tischtuch zwischen Donald Trump und Marjorie Taylor Greene ist zerschnitten.
KEYSTONE
«Ich habe beobachtet, wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen über ihn gelästert haben, sich darüber lustig gemacht haben, wie er redet und ständig über mich gelacht haben, weil ich ihn unterstützt habe», erklärt sie.
«Alle haben angefangen, ihm den A**** zu küssen»
«Und dann, als er die Vorwahlen 2024 gewonnen hat, haben sie alle angefangen, ihm den A**** zu küssen und beschlossen, zum ersten Mal einen Maga-Hut aufzusetzen», fährt sie fort. Als sie selbst sich gegen Trump stellte, habe das Konsequenzen gehabt.
«Nachdem Präsident Trump mich eine Verräterin genannt hatte, erhielt ich eine Rohrbombendrohung gegen mein Haus. Und dann gab es mehrere direkte Morddrohungen gegen meinen Sohn.» Dieses Gebaren sei «direkt von Präsident Trump angeheizt» worden.
Trump: "Marjorie Traitor Greene -- I don't think her life is in danger. Frankly, I don't think anybody cares about her."
Sie habe sowohl Trump als auch dessen Vize JD Vance informiert und die Drohungen weitergeleitet. Die Reaktion? «JD Vance hat mir geantwortet: ‹Wir schauen es an.› Ich bekam eine Antwort von Präsident Trump, die ich privat halten werde, aber sie war nicht sehr nett.»
«Er war sehr wütend auf mich»
Auseinanderdividiert hat das Duo der Fall eines notorischen Pädophilen: «Wir haben über die Epstein-Akten gesprochen. Und er war sehr wütend auf mich, weil ich die Petition zur Freigabe der Akten unterschrieben hatte. Er hat gesagt, dass es Leuten weh tun wird.»
Rep. Marjorie Taylor Greene (R-GA) revealed she was denied an extra security detail despite reporting over 700 death threats over the course of four years. https://t.co/xlqNQ7XjiR
Sie wisse nicht, wer damit gemeint sei oder wie es schmerzen könnte, erzählt Greene. «Ich hatte ihm gesagt: ‹Diese Frauen sind diejenigen, die verletzt wurden. Sie wurden mit 14 vergewaltigt. Sie wurden mit 16 vergewaltigt. Ich sah, wie sie zitternd vor der Presse standen und ihre Körper zitterten, als sie ihre Geschichten erzählten, viele von ihnen zum ersten Mal.›»
Weiter habe sie zu Trump gesagt: «‹Wissen Sie, Sie lassen alle möglichen Leute ins Weisse Haus kommen. Lassen Sie auch diese Frauen ins Weisse Haus kommen. Diese Frauen verdienen es, gehört zu werden.›»
Greene wiederholt ihre Kritik, Trump kümmere sich zu viel um Aussenpolitik: «Für einen ‹Amerika-zuerst-Präsidenten› hätte die Innenpolitik an erster Stelle stehen müssen, aber das ist nicht der Fall. Und so war ich natürlich kritisch, denn das waren meine Wahlkampf-Versprechen. Wenn wir hier alles in Ordnung gebracht haben, reden wir mit dem Rest der Welt.»
Hat sie auch selbst zum vergifteten Klima beigetragen?
Das Establishment in Washington scheine Trump wichtiger zu sein als die Meinung der Basis: «Er hat ein Krypto-Gesetz verabschiedet, das allen Krypto-Spendern geholfen hat. Er hat Israels Zinsen bedient und sogar den Iran angegriffen. Er hat den grossen Pharmafirmen gedient, indem er die COVID-Impfstoffe nicht abgesetzt hat, die wir abgesetzt sehen wollen.»
Greene klagt weiter über die «äusserst vergiftete politische Kultur» im Land. Den Einwand der CBS-Reporterin, sie habe selbst dazu beigetragen, will die Abgeordnete aus Georgia so nicht stehen lassen. Man müsse sich nicht immer Vorwürfe machen, sagt sie.
BASH: We have seen these attacks from the president at other people. It's not new. And I haven't heard you speak out about it until it was directed at you.
MARJORIE TAYLOR GREENE: I think that's fair criticism. And I would like to say, humbly, I'm sorry for taking part in the toxic politics.
Dass sie einmal auf derselben Seite wie die Demokraten stehen würde, was die Epstein-Akten oder bezahlbare Krankenversicherung angeht, habe sich Greene «nie» träumen lassen. Auf die Frage, ob sie noch «Maga» sei, antwortet die Politikerin: «Ich bin Amerika zuerst.»
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