Schlagabtausch im TV Als Weidel einen Satz zu Selenskyj sagt, platzt Lanz der Kragen

Sven Ziegler

7.3.2025

Weidel bezeichnet Selenskyj als «Bettel-Präsidenten»

Weidel bezeichnet Selenskyj als «Bettel-Präsidenten»

Bei «Markus Lanz» sorgte AfD-Chefin Alice Weidel für eine hitzige Diskussion. Sie sprach Selenskyj die Legitimität ab und verteidigte die Bezeichnung «Bettel-Präsident». Moderator Markus Lanz war fassungslos.

07.03.2025

Bei «Markus Lanz» sorgte AfD-Chefin Alice Weidel für eine hitzige Diskussion. Sie sprach Selenskyj die Legitimität ab und verteidigte die Bezeichnung «Bettel-Präsident». Moderator Markus Lanz war fassungslos.

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Alice Weidel kritisierte bei «Markus Lanz» den ukrainischen Präsidenten und stellte sich hinter Donald Trump.
  • Sie verteidigte die Bezeichnung «Bettel-Präsident» und bezweifelte Selenskyjs Friedenswillen.
  • Moderator Markus Lanz reagierte mit deutlichem Widerspruch und unterbrach Weidel mehrfach.

Bei einem Auftritt in der ZDF-Talkshow «Markus Lanz» sorgte AfD-Chefin Alice Weidel mit umstrittenen Aussagen über den Ukraine-Krieg für heftige Reaktionen. Sie stellte sich klar auf die Seite von Präsident Donald Trump und kritisierte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf.

Weidel vertrat die Ansicht, dass Trump mit seinem Engagement die Tür für Friedensverhandlungen geöffnet habe, während Selenskyj diesen Weg ablehne. «Die Frage ist: Wollen wir Krieg oder Frieden? Und ich glaube, die eindeutige Antwort ist, dass wir Frieden wollen», erklärte die AfD-Politikerin und stellte Selenskyjs Haltung infrage.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs griff Weidel eine Formulierung ihres Parteikollegen Tino Chrupalla auf, der den ukrainischen Präsidenten zuvor als «Bettel-Präsident» bezeichnet hatte.

«Sie sind eine intelligente Frau»

Auf die Nachfrage von Markus Lanz, ob sie diese Wortwahl unterstütze, entgegnete Weidel: «Ja, das kann man sagen. Selenskyj ist ja drei Jahre lang um die Häuser gezogen und hat wirklich um Geld gebettelt.» Die Reaktion des Moderators fiel scharf aus: «Der vertritt ein Land, das brutal angegriffen wurde!»

Besonders hitzig wurde die Debatte, als es um die Friedensbereitschaft Selenskyjs ging.

Weidel behauptete, der ukrainische Präsident sei nicht an einer Verhandlungslösung interessiert, worauf Lanz entschieden widersprach: «Nein, Stopp! Er wollte den Deal nicht, er wollte die Erpressung nicht!» Die Diskussion mündete in einen lautstarken Schlagabtausch zwischen dem Moderator und der AfD-Chefin.

Dabei geht es auch um die Wahlen. Weidel sagt, Selenskyj sei «illegitim an der Macht», halte keine Wahlen ab. Lanz daraufhin: «Sie wissen, dass Wahlen derzeit unmöglich abzuhalten sind. Sie sind eine intelligente Frau, Frau Weidel – da frage ich mich schon, woher solche Aussagen kommen.» 

Einig werden sich beide Protagonisten im Laufe des Abends nicht mehr.

EU-Sondergipfel: Ukraine und weitere Militärhilfen im Mittelpunkt

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STORY: Es geht um das weitere Schicksal der Ukraine. Und es geht um sehr viel Geld. EU-Ratspräsident Antonio Costa hatte die Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel nach Brüssel eingeladen, weil sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump viel verändert hat. Die Sorge über amerikanisch-russische Absprachen zulasten der Ukraine und Europas wächst. Die USA hatten in den vergangenen Tagen die Militärhilfe für die Ukraine eingestellt und wollten auch keine Geheimdienstinformationen mehr liefern. Die Europäer wollen der Ukraine dagegen auch weiter militärisch helfen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen Plan zur «Wiederaufrüstung Europas» vorgeschlagen und in diesem Zusammenhang von einer Summe von bis zu 800 Milliarden Euro gesprochen. Selenskyj zeigt sich bei seiner Ankunft in Brüssel dankbar für die Unterstützung: O-Ton Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine: «Sie haben ein starkes Signal an das ukrainische Volk, an die ukrainischen Krieger, an die Zivilbevölkerung und an all unsere Familien gesetzt. Und es ist grossartig, dass wir nicht allein sind. Wir spüren es und wir wissen es. Vielen Dank für alles.» Bundeskanzler Olaf Scholz will nach dem Beispiel Deutschland auch in der EU die Schuldengrenzen für Verteidigungsausgaben aufheben. In der Debatte um Friedensverhandlungen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine betonte Scholz, dass sich die Europäer darauf einstellen müssten, die ukrainische Armee auch in Friedenszeiten zu unterstützen. Es wird nicht erwartet, dass man sich auf dem EU-Gipfel darauf einigen kann, neue Zahlen für mehr Militärhilfe zu verkünden. Ein Grund ist der Widerstand der prorussischen Haltung der Ministerpräsidenten von Ungarn und der Slowakei. Hinter diesen verstecken sich nach Angaben eines EU-Diplomaten auch andere Staaten, weil sie selbst kein Geld für zusätzliche Hilfen an die Ukraine haben. Auf den Vorschlag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vom Mittwochabend, eine Ausweitung des Schutzschirms französischer Atomwaffen auf Verbündete zu prüfen, reagierten etliche Regierungen positiv. CDU-Chef Friedrich Merz hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass man mit Frankreich und Grossbritannien über deren Atomwaffen reden müsse.

07.03.2025