Bromance am Ende? «Am Ende holt sich Trump Elons Geld»

Philipp Dahm

5.6.2025

«Widerliche Abscheulichkeit»: Musk legt sich mit Donald Trump an

«Widerliche Abscheulichkeit»: Musk legt sich mit Donald Trump an

Elon Musk legt sich mit Donald Trump an: Nur wenige Tage nach seinem Rückzug aus Washington kritisiert der Tech-Milliardär das vom US-Präsidenten vorangetriebene Steuer- und Ausgabengesetz als «widerliche Abscheulichkeit».

04.06.2025

Er könne es nicht länger aushalten, schreibt Elon Musk auf seiner Plattform X: Donald Trumps Big Beuatiful Bill sei eine Gefahr wegen der steigenden Schulden. Das Weisse Haus lächelt die Kritik weg, doch Musk legt nach.

Philipp Dahm

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Weil Elon Musk es nicht mehr «aushält», kritisiert er Donald Trumps Big Beautiful Bill öffentlich als «eine ekelhafte Abscheulichkeit». Es hebe das Staatsdefizit auf 2,5 Billionen Dollar an.
  • «Das ändert nichts an der Meinung des Präsidenten», kontert Trumps Sprecherin. Auch andere Republikaner widersprechen.
  • Musk legt auf seiner Plattform X mehrfach nach und geht in Sachen Staatsschuld auf Konfrontationskurs mit der Regierung.
  • Trumps früherer Anwalt und Fixer Michael Cohen prophezeit einen Konflikt, der dreckig wird.

Am Sonntag, dem 1. Juni, hat Donald Trump noch Elon Musk einen goldenen Schlüssel zum Weissen Haus übergeben. Heute muss man sich fragen, ob der reichste Mann der Welt dort in Zukunft wirklich noch gern gesehen ist.

Der Grund: Der 53-Jährige trommelt weiter gegen das sogenannte Big Beautiful Bill des Weissen Hauses, hinter dem sich Gesetzesvorhaben, vor allem aber das kommende Budget der Regierung versteckt.

Zunächst hatte Musk sich gegenüber «CBS News» zum Thema geäussert: Das Interview war dabei vor seinem letzten Tag im Weissen Haus geführt worden.

Der gebürtige Südafrikaner zeigte sich «enttäuscht über das massive Ausgabengesetz, das das Haushaltsdefizit vergrössert, nicht verringert und die Arbeit des DOGE-Teams untergräbt».

«Eine ekelhafte Abscheulichkeit»

Und nun legt Musk nach – und hält sich mit seiner Kritik kaum noch zurück. «Es tut mir leid, aber ich halte es einfach nicht mehr aus», beginnt sein Tweet. Dass danach kein Loblied auf die Trump-Administration folgt, ist also klar.

Dann der Satz: «Dieses massive, unverschämte, mit Schweinefleisch gefüllte Ausgabengesetz des Kongresses ist eine ekelhafte Abscheulichkeit. Schande über jene, die dafür gestimmt haben: Ihr wisst, dass ihr einen Fehler gemacht habt. Ihr wisst es.»

Vier Minuten später legt Musk nach: Trumps Budget werde das Staatsdefizit auf 2,5 Billionen anschwellen lassen und das Volk mit «erdrückenden, unhaltbaren Schulden» belasten.

«Mein Freund Elon liegt fürchterlich daneben»

Das Weisse Haus denkt da völlig anders: Es sei «offenkundig falsch», dass das neue Budgets die Staatsschulden erhöhe, wischt Sprecherin Karoline Leavitt Zweifel am Big Beautiful Bill beiseite. «Das ändert nichts an der Meinung des Präsidenten. Dies ist ein grosser, schöner Gesetzentwurf, und es bleibt dabei.»

DOOCY: How mad do you think President Trump is gonna be when he finds out that Elon Musk said, 'I'm sorry but I just can't stand it anymore. This massive, pork-filled congressional spending bill is a disgusting abomination... ' LEAVITT: The president already knows where Elon Musk stood on this bill

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— Aaron Rupar (@atrupar.com) 3. Juni 2025 um 19:44

«Es ist sehr enttäuschend», kommentiert Mike Johnson Musks Kritik. Der sei zwar ein Freund, führt der Sprecher des Repräsentantenhauses aus. «Er ist offensichtlich aber eine sehr intelligente Person und er hat jede Menge gute Arbeit gemacht.» Aber – «bei allem Respekt»: Mit Blick auf das Budget liege Musk «fürchterlich daneben».

Andere Republikaner werden deutlicher: Musk «versteht nicht, wie das Gesetz funktioniert», sagt der Abgeordnete Darin Lahood dem Sender CNBC.

Musk legt nach

Wo liegt eigentlich das Problem? Die Trump-Administration rechnet mit positiven Effekten durch ihre Wirtschaftspolitik. Andere widersprechen. Das offizielle Congressional Budget Office prophezeit ein Defizit von 2,3 Billionen Dollar über zehn Jahre.

Nun hat auch die konservative Tax Foundation nachgerechnet. Sie will die Effekte von Steuerentlastungen und anderen Massnahmen miteinbezogen haben – und auch sie kommt auf ein Minus von 1,7 Billionen Dollar. Das ist Wasser auf den Mühlen von Elon Musk.

Der scheint sich nun auf einer Art Kreuzzug gegen das Big Beautiful Bill zu befinden: Auf seinem X-Account macht er Werbung für Republikaner wie Ron Paul, die vor einem steigenden Staatsdefizit warnen, und postet und repostet selbst mahnende Worte über die US-Verschuldung.

MSNBC fragt Trumps früheren Anwalt und Fixer Michael Cohen, was er über das sich anbahnende «Ende der Bromance» denkt? «Donald sorgt sich um nichts und niemanden ausser sich selbst», antwortet der. Er habe von Anfang an nicht gedacht, dass die Beziehung zu Musk lange andauern werde. «Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ich sage, am Ende holt sich Trump Elons Geld.»

Musk: Zeit in Washington ist vorbei

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Die Zeit von Tech-Milliardär Elon Musk in Washington ist abgelaufen. Sein Einsatz als «besonderer Regierungsangestellter» gehe «planmässig» zu Ende, schreibt Musk bei seiner Online-Plattform X. Dieser Status ist nach US-Regeln auf 130 Tage begrenzt.

30.05.2025