Angeblicher Drahtzieher des Ibiza-Videos in Berlin festgenommen

SDA

11.12.2020 - 10:06

ABD0040_20190518 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA0051 VOM 18.5.2019 - Eins Szene aus dem belastenden
Im Mai 2019 veröffentlichten der «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung» das Video, das zum Rücktritt vom damaligen österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache führte.
Bild:  APA/SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG/HARALD SCHNEIDER

Der mutmassliche Drahtzieher des Ibiza-Videos, das 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung geführt hat, ist in Berlin festgenommen worden. Das bestätigte die Wiener Staatsanwaltschaft. 

Die Staatsanwaltschaft Wien sowie die Berliner Polizei bestätigten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur die Festnahme des angeblichen Drahtziehers des Ibiza-Videos, über die zunächst die österreichische Zeitung «Die Presse» berichtet hatte.

Die Berliner Polizei griff den seit über einem Jahr per europäischem Haftbefehl Gesuchten demnach am Donnerstag auf.

In dem Video, das 2017 in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen wurde, hatte der spätere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechten FPÖ mit einer angeblichen russischen Oligarchin unter anderem über illegale Parteispenden und Grossaufträge gesprochen und anfällig für Korruption gewirkt. Strache hat bisher stets alle Vorwürfe bestritten.

Die Veröffentlichung von Ausschnitten des Videos durch «Spiegel» und «Süddeutsche Zeitung» im Mai 2019 führte in Österreich zum Rücktritt Straches aus der ÖVP-FPÖ-Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und später zu Neuwahlen.

Der Privatdetektiv, der im Video als Begleiter des Lockvogels auftaucht und zuvor die Falle eingefädelt und das Haus verwanzt haben soll, war nach Bekanntwerden des Videos untergetaucht. Der «Presse» zufolge wird ihm neben der illegalen Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen ausserdem der Handel von Kokain zur Last gelegt. Laut der Wiener Staatsanwaltschaft müssen die deutschen Behörden nun über das Einleiten eines Übergabeverfahrens entscheiden.

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