PolitikAngriffe in Mali – Militär spricht von Terroristen
SDA
26.4.2026 - 00:12
Eine Luftaufnahme von Bamako. In der malischen Hauptstadt Bamako ist es nach Angaben des Militärs zu Angriffen «unbekannter bewaffneter Terroristen» auf Kasernen und andere Ziele gekommen. Foto: Uncredited/AP/dpa
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In der malischen Hauptstadt Bamako haben nach Angaben des Militärs «unbekannte bewaffnete Terroristen» Kasernen und andere Ziele angegriffen. Auch im Landesinneren sei es zu Angriffen gekommen, hiess es in einer Stellungnahme des Generalstabs.
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26.04.2026, 00:12
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Am Nachmittag sprach das Militär davon, dass die Lage unter Kontrolle sei. Mehrere Terroristen seien «neutralisiert» und ihre Ausrüstung zerstört worden. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig verifizieren. Konkrete Angaben über Tote und Verletzte machte das Militär nicht.
In einer Mitteilung der deutschen Botschaft an die in Mali lebenden Deutschen war von einer unübersichtlichen Lage die Rede. Der Flughafen sei geschlossen, hiess es. Es werde empfohlen, an einem sicheren Ort zu bleiben und Bewegungen im Stadtgebiet zu vermeiden.
Anwohner des Flughafens hätten Detonationen gehört, berichtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur aus Bamako. In den sozialen Medien war auch von Angriffen in den Städten Gao im Osten des Landes, Mopti am Fluss Niger und in Kati, einer Ortschaft nordwestlich von Bamako, die Rede.
In der Nacht waren in Kati, dem Wohnsitz des Übergangspräsidenten und des Verteidigungsministers, laute Explosionen zu hören. Ein Einwohner berichtete: «Gegen 5:30 Uhr (Ortszeit und UTC) hörten wir laute Explosionen und Schüsse. Einige Fenster in unserem Haus wurden herausgesprengt.»
Die Armee machte keine näheren Angaben über die Angreifer. In dem westafrikanischen Land kommt es aber immer wieder zu Angriffen durch dschihadistische Kämpfer der seit 2017 bestehenden Terrorgruppe JNIM, die der westafrikanische Zweig von Al Kaida ist. Mali wird von einer Militärregierung regiert.
Experten sprechen von massiver Eskalation
Nach Einschätzung von Jean-Hervé Jezequel, Direktor des Sahel-Projekts der International Crisis Group, stellen die Angriffe vom Samstag eine «massive Eskalation» des Konflikts in Mali dar. «Sie sind ein neuer Schritt in der Strategie bewaffneter Gruppen, die seit Jahren Malis wichtigste städtische Zentren ins Visier nehmen», sagte er. Seit 2022 hätten sich die Angriffe der JNIM auf städtische Zentren in Burkina Faso, Mali und Niger mehr als verdreifacht. «Während sich die anfängliche Strategie der JNIM vor allem auf die Eroberung ländlicher Gebiete konzentrierte, zielt sie nun auch auf Grossstädte ab.»
Ulf Lässing, Leiter des Sahel-Programms der Konrad Adenauer-Stifung (KAS) in Bamako, sprach von der grössten Attacke von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen seit 2012. «Es ist wieder eine neue Eskalationsstufe erreicht», sagte er.
Bundeswehr beendete 2023 UN-Einsatz in Mali
Von 2013 bis 2023 hatte die UN-Friedenstruppe Minusma in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren in Mali im Einsatz gewesen, die letzten von ihnen hatten das Land im Dezember 2023 verlassen.
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O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
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