Anklage fordert WahlausschlussDarf Marine Le Pen für das Präsidentenamt kandidieren?
dpa
3.2.2026 - 22:11
Auch in Berufung fordert die Anklage, Le Pen zeitweise das passive Wahlrecht zu entziehen.
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Für Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen geht es in diesem Verfahren um alles: Darf sie bei der kommenden Präsidentschaftswahl kandidieren? Was die Anklage gegen sie fordert.
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DPA, Redaktion blue News
03.02.2026, 22:11
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In einem Berufungsverfahren wehrt sich Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen gegen eine Verurteilung wegen Scheinbeschäftigung.
Die Anklage fordert den Verlust des passiven Wahlrechts für Le Pen.
Sollte das Gericht dem nachkommen, dürfte eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr für Le Pen schwierig werden.
Im Mittelpunkt des seit Jahren andauernde Rechtsstreits steht der Vorwurf der Veruntreuung von Geldern.
Demnach soll Le Pens Partei zwischen 2004 und 2016 Geld für parlamentarische Assistenten im Europaparlament bekommen haben, die aber zumindest in Teilen für die Partei gearbeitet hätten.
In erster Instanz hatte das Gericht Le Pen mit sofortiger Wirkung ihr passives Wahlrecht auf fünf Jahre entzogen.
Die Anklage hat im Berufungsverfahren um mögliche Scheinbeschäftigung einen zeitweisen Verlust des passiven Wahlrechts für Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen gefordert. Zwar verlangte die Staatsanwaltschaft keine sofortige Anwendung der Strafe. Sollte das Gericht der Forderung nachkommen, wäre eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr für Le Pen aber äusserst schwierig.
Der Prozess in Paris dreht sich um den Vorwurf der Veruntreuung von Geldern. Zwischen 2004 und 2016 soll Le Pens Partei Geld für parlamentarische Assistenten im Europaparlament bekommen haben, die aber zumindest in Teilen für die Partei Front National (mittlerweile: Rassemblement National) gearbeitet hätten. Le Pen hatte eine Verantwortung dafür vor Gericht von sich gewiesen.
Le Pen professionalisierte das System laut Anklage
Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die vom Parlament bezahlten Assistenten in Wahrheit für die Partei arbeiteten. Es habe ein betrügerisches Vorgehen gegeben, um die Partei zu finanzieren, und ein System, das dazu gedacht gewesen sei, öffentliche Gelder zu veruntreuen.
Zwar sieht die Anklage Le Pen nicht als Erfinderin dieses Vorgehens, doch die Rechtspopulistin nahm ihr zufolge eine zentrale Rolle ein und professionalisierte das System noch. Es sei nicht schwer zu verstehen, dass die Gelder des Europaparlaments nicht zur Parteienfinanzierung gedacht seien, meinte die Staatsanwaltschaft in ihrem stundenlangen Plädoyer und verwies auch darauf, dass Marine Le Pen selbst Juristin ist.
Für die rechtsnationale Führungsfigur geht es in dem Verfahren vor allem um die Frage, ob sie bei der kommenden Präsidentschaftswahl wird antreten können. Denn in erster Instanz hatte ihr das Gericht mit sofortiger Wirkung ihr passives Wahlrecht auf fünf Jahre entzogen. Bestätigt das Berufungsgericht diese Strafe, könnte Le Pen im kommenden Frühjahr nicht erneut Anlauf auf den Élysée-Palast nehmen.
Die Anklage forderte nun allerdings, das fünfjährige Verbot, sich in öffentliche Ämter wählen zu lassen, nicht sofort anzuwenden. Für Le Pen wäre eine Kandidatur in diesem Fall theoretisch möglich, sofern eine der beiden Seiten in Revision geht, was zu erwarten ist. Das Urteil wäre dann noch nicht rechtskräftig, und die Strafe würde vorerst nicht angewandt werden.
Eine Kandidatur wäre für Le Pen allerdings ein grosses Risiko, da das Kassationsgericht noch vor der Wahl das Urteil bestätigen könnte und somit der Entzug des passiven Wahlrechts rechtskräftig würde.
Vier Jahre Haft gefordert
Le Pen war in erster Instanz zudem zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden, davon zwei Jahre auf Bewährung. Die Anklage forderte nun ebenfalls vier Jahre Haft, davon aber drei auf Bewährung.
Neben Le Pen stehen in Berufung elf weitere Angeklagte und ihre Partei Rassemblement National vor Gericht. Das Verfahren ist bis Mitte kommende Woche terminiert. Ein Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.