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Atomkonzern droht mit Kappen der Stromleitung auf die Krim +++ Ukraine braucht laut Stabschef Kriegsende vor Winter

Agenturen/red

10.8.2022

Explosionen erschüttern russischen Stützpunkt auf der Krim

Explosionen erschüttern russischen Stützpunkt auf der Krim

Ein massiver Angriff auf russische Militäreinrichtungen auf der Krim wäre für die Ukraine der zweite symbolträchtige Erfolg

10.08.2022

Russland will das besetzte ukrainische AKW Saporischschja nach ukrainischen Angaben an die Krim anschliessen. Die Ukraine hat für diesen Fall mit dem Kappen der Stromleitungen gedroht. Die Entwicklungen in der Übersicht.

Agenturen/red

10.8.2022

Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. «Der Treffer war akkurat, aber wirksam», teilte das Armeekommando Süd heute per Facebook mit.

Die Schweiz setzt ihre humanitäre Hilfe für die Ukraine fort. Das EDA hat in den letzten Tagen mehrere Konvois mit rund 100 Tonnen Material organisiert – namentlich sanitäre und medizinische Ausrüstung.

Nach dem Getreide-Deal zwischen Moskau und Kiew erwarten die Vereinten Nationen steigende Ausfuhren aus der Ukraine über das Schwarze Meer.

Wegen der angeblichen Verbreitung von Falschinformationen über die russischen Streitkräfte ist in Russland das Haus der bekannten Journalistin Marina Owsjannikowa durchsucht worden. Die frühere Mitarbeiterin des russischen Staatsfernsehens hatte globale Bekanntheit erlangt, als sie im März während einer abendlichen Nachrichtensendung im Hintergrund ein Plakat hochhielt, auf dem sie ein Ende des Krieges in der Ukraine forderte und dazu aufrief, nicht der russischen Propaganda zu glauben.

Das russische Aussenministerium hat bezüglich der Eskalation um das Atomkraftwerk Saporischschja schwere Vorwürfe gegen die Vereinten Nationen erhoben. «Die UN haben in dem vorliegenden Fall leider eine negative Rolle gespielt», sagte Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa dem staatlichen russischen Radiosender Sputnik.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden.
  • Die Ukraine hat für den Fall eines Anschlusses des Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja an die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit einem Kappen der Stromleitungen gedroht.
  • Die Ukraine wirft Russland vor, von Saporischschja aus Nikopol beschossen zu haben. Elf Menschen seien getötet worden. Moskau wirft dagegen Kiew Beschuss des AKWs vor.
  • Nach der Attacke einer russischen Basis auf der Krim rätselt die Welt darüber, wie der Ukraine der Angriff gelungen ist.
  • «Das war ein Himars-Treffer»: US-Schauspieler Steven Seagal lässt sich in Oleniwka für russische Propaganda einspannen.
  • Um die Ablösung von Machthaber Alexander Lukaschenko voranzutreiben, hat die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja eine alternative Regierungsmannschaft vorgestellt.
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  • 21.55 Uhr
    Hiermit beenden wir unseren Ticker am Mittwoch

  • 21.23 Uhr
    UN erwarten steigende Getreideausfuhren aus Ukraine

    Nach dem Getreide-Deal zwischen Moskau und Kiew erwarten die Vereinten Nationen steigende Ausfuhren aus der Ukraine über das Schwarze Meer. Eine Reihe von Schiffen würden momentan auf die Genehmigung zur Fahrt in Richtung der ukrainischen Häfen warten «und wir erwarten einen grossen Aufwärtstrend bei den Anträgen für den Transit», sagte der UN-Koordinator für die Ausfuhren, Frederick Kenney, am Mittwoch in New York. Am Mittwoch habe es mit insgesamt fünf vertragsmässig inspizierten Schiffen einen neuen Höchststand gegeben.

    Im Juli hatten die Kriegsparteien Ukraine und Russland Abkommen mit der Türkei und den UN für den Export von Agrarprodukten und Dünger aus drei ukrainischen Schwarzmeerhäfen abgeschlossen. Ein Dutzend Schiffe haben seitdem die Häfen Tschornomorsk, Odessa und Piwdennyj mit über 370 000 Tonnen Fracht verlassen. Russland hatte nach seinem Angriff auf die Ukraine Ende Februar die ukrainischen Häfen blockiert. Die Ukraine wiederum hatte die Hafenzufahrten aus Furcht vor einer russischen Invasion vermint.

    Kenney sagte am Mittwoch weiter, dass es bislang keine Vorfälle gegeben habe, die die Sicherheit von Schiffen gefährdetem. Auch habe es bei den Durchsuchungen der Schiffe keine Auffälligkeiten gegeben. Die Inspektionen in der Türkei sollen sicherstellen, dass keine Waffen in die Ukraine gebracht oder andere Güter ausser Getreide ausgeführt werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Vertretern Russlands und der Ukraine ist Kenney zufolge konstruktiv: «Ich war sehr beeindruckt von dem Grad an Zusammenarbeit und Koordination, der gezeigt wurde.» Es gebe einen grossen Respekt unter den Expertinnen und Experten im gemeinsamen Kontrollzentrum in Istanbul, «egal woher sie kommen».

  • 20.25 Uhr
    Sieben Zivilisten im Osten durch russischen Beschuss getötet

    Durch russischen Artilleriebeschuss auf die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Sieben Anwohner seien durch Bombensplitter verletzt worden. Unabhängig zu überprüfen sind die Angaben kaum.

    Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen. Bachmut und die Nachbarstadt Soledar sind seit Tagen Ziel russischer Truppen, die in der Region Donbass vorzurücken versuchen. Westliche Militärbeobachter verzeichnen langsame Fortschritte der Russen. Die ukrainische Regierung hat alle Zivilisten aufgefordert, den Donbass zu verlassen. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen schon mehr als fünfeinhalb Monate.

  • 19.04 Uhr
    Ukraine braucht laut Stabschef Kriegsende vor Winter

    Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. «Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Massnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden», sagte Jermak. Der Krieg dauert inzwischen fast schon ein halbes Jahr.

    Jermak sagte weiter, die ukrainische Armee versuche alles, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Je länger sich russisches Militär auf ukrainischem Gebiet verschanzen könne, desto schwieriger werde es. Russland ist am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Inzwischen hält es einschliesslich der Halbinsel Krim etwa ein Fünftel des Nachbarlandes besetzt. Auf eine mögliche Lösung am Verhandlungstisch gibt es derzeit keinerlei Hinweise.

  • 18.55 Uhr
    Ukrainischer Atomkonzern droht mit Zerstörung von Stromleitung

    Die Ukraine hat für den Fall eines Anschlusses des Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja an die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit einem Kappen der Stromleitungen gedroht. «Ich denke, unsere Streitkräfte werden dazu bereit sein, wenn es nötig ist», sagte der Chef des staatlichen Atomkraftwerksbetreibers Enerhoatom, Petro Kotin der Agentur RBK-Ukrajina. Dazu könne es kommen, bevor das Kraftwerk vom ukrainischen Netz getrennt wird.

    Kotin zufolge will Russland seit langem das AKW mit der Krim verbinden. «Dafür muss das Kraftwerk komplett vom ukrainischen Energiesystem abgeschaltet und an die Leitung angeschlossen werden, welche die Krim mit dem Wasserkraftwerk Kachowka verbindet», erklärte der 61-Jährige. Kotin sagte auch, dass die ukrainischen Truppen die Stromleitungen beschiessen würden, wenn Russland das Atomkraftwerk an sein Netz anschliesse.

    Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja.
    Ein russischer Soldat bewacht einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja.
    Bild: Uncredited/AP/dpa

    Bei einem Ausfall des Kraftwerks wäre die Stromversorgung des gesamten russisch besetzten Südens gefährdet. Russland hat die Ukraine Ende Februar angegriffen und dann das grösste europäische Atomkraftwerk Saporischschja Anfang März besetzt.

    Die grünen Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin und Robin Wagener forderten einen Abzug der russischen Truppen aus dem AKW und uneingeschränkten Zugang für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA. «Russland bricht alle internationalen Vorgaben für den gesicherten Betrieb von Atomkraftwerken und nutzt bewusst das Risiko eines nuklearen Super-GAUs als Druckmittel», erklärten sie. Dies zeige: «Atomkraftwerke bieten im Kriegsfall keine Sicherheit, sondern vervielfachen die Risiken für die Bevölkerung.»

  • 18.11 Uhr
    Russisches Öl kommt wieder über Druschba-Pipeline in Slowakei an

    Durch den südlichen Strang der Druschba-Pipeline fliesst nach slowakischen Angaben erneut russisches Öl durch die Ukraine nach Europa. «Über die Druschba-Pipeline kommt bereits wieder Rohöl in der Slowakei an, und in Ungarn wird die Versorgung voraussichtlich morgen wieder aufgenommen», sagte ein Sprecher des slowakischen Öl-Unternehmens Slovnaft am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

    Demnach hatten Slovnaft und der Mutterkonzern MOL aus Ungarn angeboten, die Transitgebühren für den Pipeline-Abschnitt durch die Ukraine zu übernehmen. Sowohl die ukrainische als auch die russische Seite habe dem zugestimmt, sagte der Sprecher. Der MOL-Konzern erklärte am Mittwoch, die Transitgebühren für August überwiesen zu haben.

    Die russische Betreiberfirma der Pipeline, Transneft, hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass der Öl-Fluss durch die Ukraine bereits am vergangenen Donnerstag eingestellt worden sei. Als Grund gab sie an, dass Ende Juli eine Banktransaktion aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland abgelehnt worden sei. Der Slovnaft-Sprecher nannte «technische Probleme auf Bankenebene im Zusammenhang mit der Zahlung der Transitgebühren von russischer Seite».

    Betroffen von den Lieferausfällen war neben der Slowakei und Ungarn auch Tschechien. Nach Angaben des Betreibers des tschechischen Teils der Druschba-Pipeline wurden dort die Lieferungen noch nicht wieder aufgenommen.

    Die EU-Staaten hatten sich im April auf ein schrittweises Öl-Embargo gegen Russland verständigt. Ungarn, Tschechien und die Slowakei hatten jedoch unter Verweis auf ihre starke Abhängigkeit von russischen Lieferungen eine weitgehende Ausnahme der Lieferungen über die Druschba-Pipeline durchgesetzt.

  • 17.34 Uhr
    US-Verteidigungsminister bekräftigt Beistand für Ukraine

    US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat der von Russland angegriffenen Ukraine bei einem Besuch in Lettland die anhaltende Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert. «Wir sind entschlossen, der Ukraine zu helfen, der Ukraine die Ausrüstung und Fähigkeiten bereitzustellen, die es ihr ermöglichen, ihr Hoheitsgebiet zu verteidigen», sagte der Pentagon-Chef am Dienstag in Riga nach einem Treffen mit dem lettischen Verteidigungsminister Artis Pabriks. Dies werde so lange wie nötig erfolgen.

    Austin betonte zugleich, dass nicht nur die USA, sondern auch viele andere Nato-Verbündete und Länder Waffen an Kiew lieferten. Auch dem seit 2004 der EU und Nato angehörenden Lettland sicherte Austin die Solidarität der USA zu. «Wir werden eine dauerhafte Rotationspräsenz im Baltikum aufrechterhalten, einschliesslich Lettland», sagte der Pentagon-Chef. Die USA verlegen seit 2014 im Rotationsverfahren Einheiten für Manöver an die Nato-Ostgrenze. 

    Lettland grenzt an Russland und dessen Verbündeten Belarus. Der Baltenstaat ist wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine um seine Sicherheit besorgt. «Wir betrachten Belarus nicht mehr als unabhängiges Land», sagte Pabriks. Vielmehr sei es «Teil des Aggressorlandes» und werde in Russland integriert werden, wenn Moskau entscheide, dass die Zeit dafür gekommen sei. Die Grenze zu Belarus sei mehr oder weniger auch die Grenze zu Russland, sagte der lettische Verteidigungsminister.

  • 17.05 Uhr
    Russland will deutschen Flugabwehrpanzer Gepard zerstört haben

    Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen im Süden der Ukraine auch einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. «Nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw wurde ein von Deutschland an das Kiewer Regime geliefertes Kampffahrzeug für den Flugabwehrkanonenkomplex Gepard zerstört», sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

    Insgesamt will Deutschland als Teil seiner Waffenhilfe an die Ukraine 30 Gepard-Flugabwehrpanzer liefern. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt. Die ukrainische Seite hat die Ankunft von drei Panzern bestätigt.

    In der Vergangenheit hatte das russische Verteidigungsministerium mehrfach über die Vernichtung der US-Raketenwerfer Himars berichtet. Bereits bis Anfang August sind so laut den Angaben Konaschenkows 6 der insgesamt 16 von den USA gelieferten Waffen zerstört worden. Washington und Kiew haben dies später stets dementiert.

  • 16 Uhr
    Schweiz liefert weitere 100 Tonnen Hilfsgüter

    Die Schweiz setzt ihre humanitäre Hilfe für die Ukraine fort. Das EDA hat in den letzten Tagen mehrere Konvois mit rund 100 Tonnen Material organisiert – namentlich sanitäre und medizinische Ausrüstung.

    Diese Transporte sind Teil des Engagements der Schweiz seit Beginn des Krieges. Das EDA hat in Zusammenarbeit mit dem VBS seit März 2022 mehr als 5300 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine und ihre Nachbarländer geliefert. Ein erster Konvoi verliess die Schweiz am Mittwoch, dem 3. August 2022.

    Er bestand aus vier Lastwagen mit insgesamt 71 Tonnen Material zur Brandbekämpfung – Schutzjacken und -hosen, Transportschläuche, Wasserwerfer, benzinbetriebene Kettensägen – und einem Lastwagen mit 11 Tonnen medizinischen Hygieneprodukten, also Atemmasken, Untersuchungshandschuhe sowie 10 Tonnen Medikamente aus den Beständen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

    Das gesamte Material wurde vom VBS gratis zur Verfügung gestellt. Eine zweite Lieferung mit 15 Wasseraufbereitungsanlagen, ebenfalls aus den Beständen des VBS, erfolgte am 9. und 10. August 2022. Dieser Transport auf dem Landweg wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert. Zielorte sind die Hauptstadt Kiew und Lwiw.

  • 15.50 Uhr
    Ukraine will Brücke bei Dnipro-Staudamm zerstört haben

    Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. «Der Treffer war akkurat, aber wirksam», teilte das Armeekommando Süd heute per Facebook mit.

    Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen. Am Vortag hatte der russische Sender RT lediglich über regelmässigen Beschuss der Brücke über den Schiffskanal und den Staudamm selbst berichtet. Russland hat die Ukraine Ende Februar überfallen und danach unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Flusses Dnipro weitgehend erobert.

    Die Brücke beim Dnipro-Staudamm soll zerstört worden sein.
    Die Brücke beim Dnipro-Staudamm soll zerstört worden sein.
    Commons/Anatoliy Volkov

    Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden.

    Die Eisenbahnbrücke und die Strassenbrücke bei Cherson haben die Ukrainer dabei bereits unbrauchbar gemacht. Stattdessen errichteten die russischen Truppen eine Fährverbindung für Zivilisten und Berichten zufolge auch mehrere Pontonbrücken für das eigene Militär über den knapp einen Kilometer breiten Fluss.

  • 15.25 Uhr
    Russland-Auftritt: Litauen entzieht Staatsorden

    Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat wegen eines Auftritts bei einer Show in Russland die Staatsauszeichnungen für das Eistanzpaar Margarita Drobiazko und Povilas Vanagas zurückgenommen. Dem Duo werden die im Jahr 2000 verliehenen Orden entzogen, teilte die Präsidialkanzlei in Vilnius am Mittwoch mit. Der Staatschef des baltischen EU- und Nato-Landes folgte damit einer Empfehlung des Litauischen Rats für Staatsauszeichnungen.

    In Litauen hatte zuvor für Aufsehen geworden, dass Drobiazko und Vanagas an einem Schwanensee-Ballett auf Eis in Sotschi teilnehmen werden. Präsentiert wird die vom 9. bis 18. August in der Schwarzmeerstadt laufende Show von der russischen Eistänzerin Tatjana Nawka, die zugleich die Ehefrau von Kremlsprecher Dmitri Peskow ist.

    «Genug ist genug!», begründete Nauseda seine Entscheidung. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Eistanzpaar hervorragende Athleten waren, aber sie haben ihre Verdienste um Litauen, für die sie im Jahr 2000 ausgezeichnet wurden, mit ihrer zynischen Tat zunichtegemacht.» Bestenfalls handele es sich bei der Teilnahme an der Show inmitten des Ukraine-Kriegs um politische Blindheit. Im schlimmsten Fall spuckten sie auf die «Erinnerung an abgeschlachtete Babys, Kinder, Frauen und alte Menschen», schrieb Nauseda auf Facebook.

    Die gebürtige Russin Drobiazko, die 1993 die Staatsbürgerschaft des Baltenstaats erhielt, und Vanagas vertraten Litauen insgesamt bei fünf Olympischen Spielen und fast ein Dutzend internationalen Meisterschaften. Das Paar lebt derzeit in Russland, das am 24. Februar einen Angriff auf die Ukraine begann.

  • 14.55 Uhr
    Mehr Zeit für Bereitstellung von Unterkünften

    Weil die Zahl der Ukraineflüchtlinge etwas weniger gross ist als erwartet, müssen die Luzerner Gemeinden vorerst weniger Unterbringungsplätze zu Verfügung stellen. Der Kanton hat am Mittwoch die Vorgaben gelockert.

    Die Luzerner Gemeinden müssen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern 23,5 Plätze für die Unterbringung von Schutzsuchenden zur Verfügung stellen. 74 der 80 Gemeinden lagen im Juni unter dem Wert. Sie erhielten vom Kanton bis am 1. September Zeit, um die geforderte Quote zu 90 Prozent zu erfüllen.

    Wie die Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte, hat der Kanton nun die Vorgabe gelockert, dies weil weniger Personen als erwartet aus der Ukraine in die Schweiz kommen. Die Gemeinden müssen bis am 1. September das Soll nur zu 75 Prozent erfüllen. Die 90-Prozent-Schwelle muss erst am 1. Dezember erreicht sein.

    Ein grosser Anstieg der Zahl der Schutzsuchenden werde erst auf den kommenden Winter erwartet, teilte die Staatskanzlei mit. Insgesamt bleibe die Lage aber angespannt, und es werde herausfordernd sein, für den Winter genügend Plätze bereitzustellen.

    Gemeinden, die weniger Unterbringungsplätze anbieten als gefordert, müssen eine Ersatzabgabe zahlen. Diese beträgt pro Tag und nicht aufgenommene Person zunächst 10 Franken und erhöht sich dann im Laufe der Zeit schrittweise auf bis zu 40 Franken.

  • 14.15 Uhr
    Hausdurchsuchung bei Journalistin Owsjannikowa

    Wegen der angeblichen Verbreitung von Falschinformationen über die russischen Streitkräfte ist in Russland das Haus der bekannten Journalistin Marina Owsjannikowa durchsucht worden. Das teilte ihr Anwalt Dmitri Sachwatow in sozialen Medien mit. Gegen Owsjannikowa sei ein entsprechendes Strafverfahren eröffnet worden.

    Die frühere Mitarbeiterin des russischen Staatsfernsehens hatte globale Bekanntheit erlangt, als sie im März während einer abendlichen Nachrichtensendung im Hintergrund ein Plakat hochhielt, auf dem sie ein Ende des Krieges in der Ukraine forderte und dazu aufrief, nicht der russischen Propaganda zu glauben. «Sie lügen euch hier an», erklärte sie. Sie kündigte ihren Job als Produzentin und wurde wegen Abwertung des Militärs mit einer Geldstrafe belegt.

    Marina Owsjannikowa hält im russischen TV im Hintergrund Mitte März ein Anti-Kriegsplakat hoch.
    Marina Owsjannikowa hält im russischen TV im Hintergrund Mitte März ein Anti-Kriegsplakat hoch.
    EPA

    Der Fall gegen die Journalistin wurde unter einem neuen Gesetz eröffnet, das Äusserungen gegen das Militär unter Strafe stellt, wie Sachwatow sagte. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Anwalt sagte der unabhängigen Nachrichtenseite Medusa, der Fall stehe vermutlich in Verbindung zu einem Protest seiner Mandantin im Juli, bei dem diese ein Banner gehalten hatte, auf dem stand: «(Der russische Präsident Wladimir) Putin ist ein Mörder, seine Soldaten sind Faschisten.»

    In der Messaging-App Telegram erklärte er, es werde erwartet, dass Owsjannikowa nach der Razzia vom russischen Ermittlungskomitee befragt werde. Nach ihrer Kündigung wurde Owsjannikowa gewissermassen zur Aktivistin und bezog weiter öffentlich Stellung gegen das russische Vorgehen in der Ukraine. In den vergangenen Wochen musste sie zwei weitere Male Geldstrafen zahlen.

  • 13.45 Uhr
    Krim-Attacke: Kiew macht sich über Moskau lustig

    Bei den Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt auf der Krim sind nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe neun russische Kampfflugzeuge zerstört worden. Unterdessen hielten die Spekulationen an, ob es sich bei dem Geschehen auf dem Luftwaffenstützpunkt Saky um die Folgen eines ukrainischen Angriffs handeln könnte.

    Sollte dies der Fall sein, wäre es die erste grosse Attacke auf eine russische Militäreinrichtung auf der von Russland im Jahr 2014 annektierten Krim. Dies würde eine signifikante Eskalation bedeuten. Russland bestritt, dass Luftfahrzeuge bei den Detonationen am Dienstag beschädigt wurden oder dass es sich um eine Attacke gehandelt haben könnte.

    Die ukrainische Seite hatte die Explosionen nicht für sich reklamiert, sich jedoch über die russische Erklärung lustig gemacht, dass Munition auf dem Luftwaffenstützpunkt Feuer gefangen habe und explodiert sei. In seiner abendlichen Videoansprache versprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zudem die Rückeroberung der Krim: «Dieser russische Krieg gegen die Ukraine und gegen das gesamte freie Europa hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden – mit ihrer Befreiung.»

    Der russische Saky-Stützpunkt auf der Krim.
    Der russische Saky-Stützpunkt auf der Krim.
    Archivbild: AP

    Am Mittwoch versuchten russische Behörden, die Detonationen herunterzuspielen. Sie erklärten, kein Hotel und kein Strand auf der Halbinsel, die ein beliebtes Reiseziel für russische Touristen ist, seien betroffen gewesen. In Folge der Explosionen, bei denen eine Person getötet wurde und 13 Menschen Verletzungen erlitten, waren Touristen in Panik von der nahe gelegenen Küste geflüchtet. In einigen Wohnhäusern zerbarsten Fenster.

    Der Luftwaffenstützpunkt ermöglicht es dort stationierten russischen Kampfflugzeugen, innerhalb kurzer Zeit Gebiete im Süden der Ukraine anzugreifen. In sozialen Netzwerken in der Ukraine kochten Spekulationen hoch, dass ukrainische Raketen für die Explosionen verantwortlich sein könnten. Vertreter Moskaus haben davor gewarnt, dass jede Attacke der Ukraine auf die Halbinsel schwere Vergeltung nach sich ziehen würde, dazu gehörten auch Angriffe auf «Entscheidungszentren» in Kiew.

  • 13.25 Uhr
    Mehr als die Hälfte der Polen wollen Wehrpflicht

    Mehr als die Hälfte der Polen unterstützt einer aktuellen Umfrage nach eine Wiedereinführung der Wehrpflicht in ihrem Land. In einer Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts CBOS befürworteten 54 Prozent der mehr als 1000 Befragten dies, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP befürwortete.

    Vorstellung des künftigen Kampfpanzers der polnischen Armee: Der amerikanische Abrams wurde am 5. April in Warschau präsentiert.
    Vorstellung des künftigen Kampfpanzers der polnischen Armee: Der amerikanische Abrams wurde am 5. April in Warschau präsentiert.
    Keystone

    Ausserdem sprachen sich 78 Prozent der Befragten für militärische Schulungen für Zivilisten aus. Nur 15 Prozent waren entschiedene Gegner einer Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Wehrpflicht galt in Polen bis 2009. 

    Polen grenzt an die Ukraine – der Konflikt im Nachbarland hat bei vielen Menschen Sorgen um die Sicherheit des eigenen Landes ausgelöst. Seit Beginn des Krieges im Nachbarland sind fast 5,4 Millionen Menschen aus der Ukraine zunächst nach Polen geflüchtet.

  • 13.05 Uhr
    «Sollten begreifen, dass die Welt am Abgrund wandelt»

    Das russische Aussenministerium hat bezüglich der Eskalation um das Atomkraftwerk Saporischschja schwere Vorwürfe gegen die Vereinten Nationen erhoben. «Die UN haben in dem vorliegenden Fall leider eine negative Rolle gespielt», sagte Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa dem staatlichen russischen Radiosender Sputnik.

    Das grösste Atomkraftwerk Europas im Süden der Ukraine ist seit März von russischen Truppen besetzt. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerks vor. Sacharowa warf den verantwortlichen Stellen in den Vereinten Nation vor, eine Inspektionsreise der Internationalen Atombehörde (IAEA) verhindert und damit eine Eskalation der Lage provoziert zu haben.

    Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa im Juni 2022 in St. Petersburg: Wenn die Welt am Abgrund wandelt, kann Russland nichts dafür.
    Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa im Juni 2022 in St. Petersburg: Wenn die Welt am Abgrund wandelt, kann Russland nichts dafür.
    AP

    «Im UN-Sekretariat, welches sich mit Problemen der Atomenergie befasst, darunter auch mit den Folgen technischer Katastrophen und der Problematik im weitesten Sinne, sollten sie begreifen, dass die Welt am Abgrund wandelt», erklärte Sacharowa.

    Das russische Aussenministerium hatte schon am Dienstag in einer Mitteilung beklagt, dass eine geplante Reise der IAEA-Vertreter zu dem Atomkraftwerk in letzter Minute an Sicherheitsbedenken des UN-Sekretariats gescheitert sei. Sacharowa legte nun nach und sprach von «verantwortungslosem Handeln». Für Donnerstag hat Russland hat eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Der Rat soll von IAEA-Chef Grossi über den Zustand des AKW unterrichtet werden.

  • 11.28 Uhr
    Russland verliert milliardenschweren Rüstungsauftrag

    Die Philippinen wollen aus Angst vor möglichen US-Sanktionen einen Vertrag über den Kauf von 16 russischen militärischen Transport-Helikoptern kündigen. Das Geschäft mit der russischen Firma Sovtechnoexport habe einen Umfang von 12,7 Milliarden Pesos (223 Millionen Euro) gehabt, teilte die Regierung in Manila heute mit.

    Keine Lieferung an die Philippinen: Mi-17-Montage in Kazan in Russia im Juli 2020.
    Keine Lieferung an die Philippinen: Mi-17-Montage in Kazan in Russia im Juli 2020.
    EPA

    Das Verteidigungsministerium wolle mit der russischen Seite in einen Dialog treten, um Details zu besprechen, die sich aus der Beendigung des Deals ergäben. Die Entscheidung, den Vertrag zu kündigen, sei in den letzten Tagen der Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine getroffen worden, sagte der frühere Verteidigungsminister Delfin Lorenzana.

    Der philippinische Botschafter in den USA, Jose Manuel Romualdez, habe zuvor gewarnt, dass die möglichen Nachteile, die sich für die Philippinen ergeben würden, grösser wären, als die Vorteile, die das Land durch den Kauf der russischen Helikopter hätte.

  • 11.10 Uhr
    Zürich sucht Pflegefamilien für ukrainische Minderjährige

    Der Kanton Zürich sucht mehr Pflegeeltern. Es brauche vor allem Pflegefamilien, die Kinder während Wochenenden, einzelnen Tagen oder Ferien aufnehmen würden. In jüngster Zeit wurden auch Plätze für unbegleitete Minderjährige aus der Ukraine vermittelt.

    Wegen dem Krieg in der Ukraine mussten die Behörden zuletzt Mehrarbeit leisten. «Wir haben einige Plätze für unbegleitete Minderjährige aus der Ukraine vermittelt», sagte Roman Avogaro, stellvertretender Leiter des Amts für Jugend und Berufsberatung (AJB), am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    Protest gegen Russlands Ukraine-Politik am 19. März in Winterthur.
    Protest gegen Russlands Ukraine-Politik am 19. März in Winterthur.
    Keystone

    Das AJB hat, unabhängig von der Situation in der Ukraine, nun eine Kampagne aufgegleist, wie es am Mittwoch mitteilte. Mit einer eigenen Website sucht der Kanton Pflegeeltern, die sogenannte Entlastungsplätze anbieten können. Dies Aufgabe könnten alle übernehmen, ob Patchworkfamilien, gleichgeschlechtliche Paare oder Alleinstehende.

    Auf der Website pflegefamilien.zh.ch wird unter anderem ein Test angeboten, der Interessierten die Möglichkeit bietet, ihre Eignung als Pflegeeltern einzuschätzen. Stand heute gebe es nicht zu wenig Pflegefamilien im Kanton, betonte Avogaro. Derzeit werden im Kanton Zürich rund 750 Kinder von Pflegeeltern betreut. 600 Familien kümmern sich um diese.

    «Die Nachfrage steigt, unser Ziel ist es, einen genug grossen Pool an Pflegefamilien zu haben», sagte er. Die Kampagne startete das AJB, weil es seit 1. Januar 2022 aufgrund einer Gesetzesänderung die Verantwortung für das Pflegekinderwesen vollständig übernommen hat. Zuvor war diese zwischen den Kesb und den Kinder- und Jugendhilfezentren aufgeteilt.

  • 10.55 Uhr
    «Die Panzerhaubitze 2000 ist am besten»

  • 10.11 Uhr
    MI6: Russland rekrutiert Freiwillige für neue Einheiten

    Nach Einschätzung britischer Geheimdienste soll Russland zur Stärkung seiner Offensive in der Ukraine Freiwillige für ein neues Armeekorps rekrutieren. Den Rekruten – Männern bis zum Alter von 50 und mit mittlerem Schulabschluss – würden lukrative Boni angeboten, hiess es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.

    Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als «3rd Army Corps (3AC)» bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung im Gebiet Nischni Nowgorod östlich von Moskau, sein. Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den Ukraine-Krieg entscheidend beeinflussen werde, hiess es weiter aus London. Es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15'000 bis 20'000 zu bringen.

    Nach erheblichen Verlusten kämpfen die Russen in der Ukraine derzeit einerseits daran, ihre Offensive im Donbass weiter voranzutreiben und andererseits ukrainische Gegenangriffe im Süden abzuwehren. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht die britische Regierung regelmässig Geheimdienst-Informationen zu dessen Verlauf. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

  • 9.45 Uhr
    Krim-Attacke: neue Waffe oder bloss ein «Unfall»?

    Wie haben es die ukrainischen Streitkräfte geschafft, einen russischen Stützpunkt auf der Krim anzugreifen, der 200 Kilometer hinter der Front liegt? Wenn man Russland Glauben schenken will, haben sie es gar nicht getan: «Verletzungen der Sicherheitsbestimmungen» sind demnach der Grund für die Explosionen auf der besetzten Halbinsel.

    Explosionen auf der Krim

    Explosionen auf der Krim

    Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat es am Dienstag mehrere Explosionen auf einem Militärstützpunkt gegeben. Die genaue Ursache ist bisher jedoch noch unklar. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti sei Munition detoniert. Die «New York Times» berichtet indes von einem Beschuss durch eine neu entwickelte ukrainische Waffe.

    10.08.2022

    Das tönt nach einer ähnlichen Argumentation wie bei der Versenkung der Moskva im Schwarzen Meer, wofür der Kreml entzündete Munition verantwortlich machte. Das ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Bleibt die Frage, wie es Kiews Soldaten gelungen ist, den Stützpunkt anzugreifen.

    Die Spekulationen reichen vom Einsatz von Partisanen oder Spezialkräften über einen Beschuss durch Langstrecken-Himars-Raketen bis zur Entwicklung einer neuen ukrainischen Waffe, über die die «New York Times» schreibt.

  • 8.28 Uhr
    USA liefern Kiew Anti-Radar-Raketen

    Die USA haben die Ukraine mit einer neuen Waffe ausgestattet: Wie ein Staatssekretär im Pentagon bestätigt, hat Washington Kiew mit der AGM-88 High speed Anti-Radiation Missile (Harm) ausgestattet. Colin Kahl sagte demnach, mindestens ein ukrainischer Flugzeugtyp sei umgerüstet worden, um die US-Raketen abzufeuern, berichtet «The Drive».

    Die Harm dürfte der russischen Flugabwehr grosses Grindweh bescheren. Die Rakete muss nicht einmal aktiv abgeschossen werden, sondern reagiert automatisch, wenn ein Flugzeug von Radar erfasst wird. Die Harm folgt dann diesem Radarstrahl, um das Gerät dahinter zu zerstören.

    Das kann entweder eine Flugabwehr mit integriertem Radar sein oder das Leitradar einer Raketenbatterie, die dadurch quasi blind wird. Die Lieferung sei Teil des jüngsten, eine Milliarde Dollar schweren Rüstungspakets für die Ukraine, zu dem auch die Übergabe von Präzisionsraketen für die MLRS- und Himars-Syteme gehören.

    Flugabwehr-Raketen vom Typ National Advanced Surface-to-Air Missile Systems (Nasams) und Javelin-Panzerabwehr-Raketen komplettieren die Waffenhilfe aus den USA.

  • 8.57 Uhr
    Biden billigt Nato-Beitritt von Schweden und Finnland
    US-Präsident billigt Nato-Beitritt von Schweden und Finnland

    US-Präsident billigt Nato-Beitritt von Schweden und Finnland

    US-Präsident Joe Biden hat am Dienstag in Washington die Ratifizierungsurkunde für einen Beitritt Schwedens und Finnlands zur Nato unterzeichnet. Damit billigte er förmlich den Beitritt der beiden skandinavischen Länder. In seiner anschliessenden Rede sagte der US-Präsident: «Es war und ist ein Wendepunkt für das Bündnis.»

    10.08.2022

  • 8.45 Uhr
    Russland verleibt sich AKW Saporischschja ein

    Nach ukrainischen Angaben arbeitet Moskau daran, sich das AKW Saporischschja einzuverleiben. Demnach werde es vom ukkainischen Stromnetz abgekoppelt und an das ukrainische Netz angeschlossen.

  • 8.05 Uhr
    Elf Tote durch russische Raketen im Süden der Ukraine

    Durch nächtlichen Raketenbeschuss sind im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk offiziellen Angaben zufolge mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. «Eine tragische Nacht... Im Kreis Nikopol hat die russische Armee 11 Menschen getötet und 13 verletzt», schrieb der Chef der Militärverwaltung des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal.

    Die beiden getroffenen Ortschaften liegen dabei dem zuletzt mehrfach beschossenen Atomkraftwerk Saporischja gegenüber – am anderen Ufer des hier zum Stausee geformten Fluss Dnipro. Am schwersten traf es demnach die Kleinstadt Marhanez. In der Stadt seien 20 mehrgeschossige Gebäude durch den Raketenbeschuss beschädigt worden, darunter der Kulturpalast, zwei Schulen und ein Wohnheim. Zehn Menschen seien in der Stadt getötet worden, elf weitere verletzt, sieben davon schwer, teilte Resnitschenko mit.

    Lage von Nikopol vis-a-vis von Saporischschja.
    Lage von Nikopol vis-a-vis von Saporischschja.
    Google Earth

    In einem Dorf unweit der Grossstadt Nikopol starb eine weitere Frau in ihrem Wohnhaus durch den Angriff, ein Ehepaar wurde verletzt. Die beiden Orte liegen nördlich des zum Fluss Dnipro gehörenden Kachowka-Stausees. Auf dessen Südseite, weniger als 20 Kilometer entfernt, befindet sich das Atomkraftwerk Saporischschja. Die Ukraine hat russischen Truppen in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, das AKW als Schutzschild für eigene Artillerie- und Raketenangriffe zu missbrauchen.

    Nachdem am Wochenende die Nuklearanlage selbst unter Beschuss geriet und beschädigt wurde, geben sich beide Seiten die Schuld für die Vorfälle. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen.

  • 7.30 Uhr
    Steven Seagal spielt in Oleniwka den Kreml-Sprecher

    Der US-Schauspieler Steven Seagal ist für seine Nähe zum russischen Präsidenten bekannt. Doch nun spielt der «Alarmstufe Rot»-Darsteller sogar den Kreml-Sprecher: Ein Video des Senders TVZEZDA zeigt den 70-Jährigen in den Trümmern des Gefängnisses von Oleniwka.

    Seagal gibt in dem Clip den Experten, der die Zerstörung des Gefängnisses kommentiert, in dem 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet wurden. «Es sieht definitiv nach einer Rakete aus», sagt er. «Wenn du die Brandspuren und andere Details siehst, war es natürlich keine Bombe.» Kiew hatte Moskau vorgeworfen, das Gefängnis selbst in die Luft gejagt zu haben, um Spuren von Kriegsverbrechen zu verwischen.

    «Das war ein Himars-Treffer», tönt Seagal. «50 Menschen wurden getötet und weitere 70 verletzt.» Der Schauspieler weiss auch, warum die Ukraine den Ort angegriffen hat. «Einer der Getöteten ist ein Nazi, der gerade angefangen hat, über [den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr] Selenskyj. Selenskyj ist verantwortlich für Folter-Befehle und andere Grausamkeiten, die nicht nur die Genfer Konvention verletzen, sondern auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind.»

    Laut TVZVEZDA war Seagal nicht der einzige Ausländer vor Ort. Angeblich seien Vertreter aus Frankreich, Italien, Deutschland, Serbien, Nicaragua und Nordkorea über die laut Russland wahren Hinterhründe von Oleniwka unterricvhtet worden.

  • 5.10 Uhr
    Schweiz soll Ukraine in Russland vertreten

    Die Schweiz soll die Interessen der Ukraine in Russland vertreten. Die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Ukraine über ein sogenanntes Schutzmachtmandat sind abgeschlossen, wie die CH-Media-Titel unter Berufung auf das Aussendepartement in Bern schreiben. In einem Abkommen sei vereinbart worden, welche Dienstleistungen die Schweiz für die Ukraine in Russland erbringen soll. Die konkreten Details seien allerdings vertraulich.

    Bei Schutzmachtmandanten stehen konsularische Dienstleistungen wie das Ausstellen von Pässen im Zentrum, wie die Zeitungen schreiben. Bevor das Schutzmachtmandat aber in Kraft treten könne, müsse Moskau noch zustimmen.

  • 5 Uhr
    Schwere Schäden auf russischer Luftwaffenbasis

    Explosionen haben dem ersten verfügbaren Bildmaterial zufolge schwere Schäden auf dem russischen Stützpunkt Saki im Westen der Krim angerichtet. Auf dem Luftwaffenstützpunkt nördlich von Sewastopol hatte Russland Bomber vom Typ Suchoi Su-24 und Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30 stationiert. Von der Basis aus wurden viele Angriffe auf Ziele im Süden der Ukraine geflogen. Erste, noch nicht verifizierte Videos von dem Stützpunkt zeigten zahlreiche ausgebrannte Autos, aber auch eine zerstörte Su-24.

    Nach Detonationen auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki am 9. August 202 steigen grosse Rauchwolken auf.
    Nach Detonationen auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki am 9. August 202 steigen grosse Rauchwolken auf.
    Bild: EPA/Press Office of Head of Crimea

    Während das russische Verteidigungsministerium am Dienstag davon sprach, es sei durch Fahrlässigkeit Munition explodiert, berichtete die «New York Times» von einem ukrainischen Angriff. Dabei sei eine von der Ukraine entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. Bei der Attacke hätten auch Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

    Auch Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sprach inoffiziell von einem Angriff mit einer neuen ukrainischen Waffe, «während die Partner uns noch keine weitreichenden Raketen schicken». Die ukrainische Rüstungsindustrie mache Fortschritte. Arestowytsch erwähnte auch den möglichen Einsatz von Partisanen.

    Das Augenmerk von Militärexperten richtet sich vor allem auf neue ballistische Kurzstreckenraketen Hrim-2. Sie wurden in der Ukraine entwickelt und haben angeblich eine Reichweite bis zu 500 Kilometern.

  • 4.45 Uhr
    US-Verteidigungsminister in Lettland

    US-Verteidigungsminister Lloyd Austin besucht heute das EU- und Nato-Mitglied Lettland. Bei den politischen Gesprächen in dem an Russland grenzenden Baltenstaat soll es um die Sicherheit der Nato-Ostflanke und die US-Militärpräsenz in Lettland gehen.

  • 4.38 Uhr
    Übergangsfrist endet: EU darf keine russische Kohle mehr beziehen

    Die EU-Staaten dürfen von diesem Donnerstag an keine Kohle mehr aus Russland importieren. Um Mitternacht endet die Übergangsperiode für das Kohle-Embargo gegen Russland, das die EU-Staaten als Teil des fünften Sanktionspakets im April beschlossen haben. Damit sich die Industrie auf das Einfuhrverbot einstellen konnte, haben sich die Länder damals auf eine Übergangsfrist von 120 Tagen geeinigt.

    Ziel des Importstopps ist es, die russische Wirtschaft vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine weiter zu schwächen. Nach Angaben der EU-Kommission im April könnte das Kohleembargo ein Minus von rund acht Milliarden Euro pro Jahr für Russland bedeuten.

    Mit dem Kohle-Embargo sanktionierte die EU erstmals Energielieferungen aus Russland. In einem späteren Sanktionspaket einigten sich die EU-Länder zudem darauf, russische Öllieferungen weitgehend zu verbieten, um den Druck auf Moskau weiter zu erhöhen. Dies soll jedoch erst ab Ende des Jahres gelten, mit Ausnahmen für einige besonders abhängige Länder wie Ungarn, die weiterhin Pipeline-Lieferungen aus Russland erhalten dürfen.

    Am Dienstag gab der russische Pipeline-Monopolist Transneft allerdings bekannt, dass Öllieferungen über die Druschba-Leitung nach Ungarn eingestellt worden seien.

  • 3.41 Uhr
    Ukraine: Moskau will besetztes AKW an Krim anschliessen

    Russland will das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja nach ukrainischen Angaben an die annektierte Halbinsel Krim anschliessen. Das sagte der Präsident des ukrainischen AKW-Betreibers Energoatom, Petro Kotin, am Dienstag. Die russischen Soldaten an dem Atomkraftwerk würden ein Vorhaben des russischen Atomkonzerns Rosatom umsetzen, das AKW «an das Stromnetz der Krim» anzuschliessen. «Dafür müssen zunächst die Stromleitungen des Atomkraftwerks beschädigt werden, die mit dem ukrainischen Energiesystem verbunden sind», sagte Kotin im ukrainischen Fernsehen weiter. «Zwischen dem 7. und 9. August haben die Russen schon drei Stromleitungen beschädigt. Derzeit läuft das Werk mit einer einzigen Produktionsleitung, was ein äusserst gefährlicher Arbeitsmodus ist.» Sobald die letzte Leitung gekappt sei, hänge das Atomkraftwerk von Diesel-Generatoren ab, sagte der Energoatom-Chef. «Dann wird alles von deren Verlässlichkeit und den Treibstoffreserven abhängen.»

    Saporischschja im Süden der Ukraine ist das grösste Atomkraftwerk Europas und hat sechs der insgesamt 15 ukrainischen Atomreaktoren. Es liegt nicht weit von der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim entfernt. Das AKW ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Die Invasionstruppen hatten die Nuklearanlage wenige Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht.

    Das Atomkraftwerk geriet in den vergangenen Tagen zweimal unter Beschuss. Dabei wurden Teile der Anlage beschädigt, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Montag vor einer atomaren Katastrophe und zog Vergleiche zur Tschernobyl-Katastrophe 1986.

  • 3.25 Uhr
    USA unterstützen Minenräumung in Ukraine mit 89 Millionen Dollar

    Die USA unterstützen mit 89 Millionen Dollar die Räumung von Anti-Personen-Minen in der Ukraine. Mit den umgerechnet 85 Millionen Franken soll unter anderem die Arbeit von 100 Minenräumteams von Nichtregierungsorganisationen oder spezialisierten Privatunternehmen finanziert werden, wie ein Vertreter des US-Aussenministerium am Dienstag sagte.

    Er warf den russischen Streitkräften vor, nach ihrem Rückzug aus Teilen der Ukraine zahlreiche Minen und Sprengfallen hinterlassen zu haben, unter anderem in Waschmaschinen, Krankenhausbetten und Leichen.

    So habe eine Familie in der nahe Kiew gelegenen Stadt Butscha, in der russische Soldaten Massaker an der Zivilbevölkerung begangen haben sollen, einen Sprengsatz im Klavier ihrer zehn Jahre alten Tochter entdeckt. Der US-Vertreter verglich das Vorgehen der russischen Armee mit jenem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak.

  • 3.10 Uhr
    AKW Saporischschja soll im UN-Sicherheitsrat behandelt werden

    Der UN-Sicherheitsrat soll sich auf Initiative Russlands mit dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beschäftigen. Moskau beantragte am Dienstag (Ortszeit) ein Treffen des mächtigsten UN-Gremiums für Donnerstagnachmittag New Yorker Zeit. Der Rat soll vom Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, über den Zustand des AKW unterrichtet werden.

    Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht. UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Beschuss des Kraftwerks «selbstmörderisch» genannt und internationalen Zugang zum Gelände gefordert.

  • 2 Uhr
    Selenskyj: Dieser Krieg begann und muss mit der Krim enden

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Landsleuten erneut eine Befreiung der von Russland annektierten Halbinsel Krim im Schwarzen Meer versprochen. «Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben», sagte er am Dienstag. Er bezog sich dabei auf Nachrichten über Explosionen auf einer russischen Militärbasis auf der Halbinsel.

    Selenskyj warnt vor Atomkatastrophe grösser als Tschernobyl

    Selenskyj warnt vor Atomkatastrophe grösser als Tschernobyl

    Nach dem Beschuss des umkämpften Atomkraftwerks in Saporischschja in der Ukraine warnt Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer grossen Atomkatastrophe. «In Tschernobyl ist ein Reaktor explodiert. Saporischschja hat sechs Reaktoren», warnte Selensk

    09.08.2022

    Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte verwandelt. «Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist», sagte Selenskyj. «Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung.»

    Die Ursache der massiven Explosionen auf der Halbinsel ist unklar. Die Regierung in Kiew hat den Angriff nicht für sich reklamiert. Einem Bericht der «New York Times» zufolge hat die ukrainische Armee den wichtigen russischen Luftwaffenstützpunkt mit einer nicht genannten, selbst entwickelten Waffe attackiert.

  • 1 Uhr
    Explosionen erschüttern wichtigen russischen Stützpunkt auf der Krim

    Gewaltige Explosionen haben am Dienstag eine wichtige russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim erschüttert. In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die Detonationen und grosse Rauchwolken direkt in der Nähe von Schwarzmeer-Badestränden zeigten. Sie sollen bei dem Dorf Nowofjodorowka unweit des Seebades Jewpatorija aufgenommen worden sein. Ein Mensch sei getötet worden, teilte Krim-Chef Sergej Aksjonow nach Angaben russischer Agenturen mit. Neun weitere Menschen, darunter zwei Kinder, wurden nach örtlichen Angaben verletzt.

    Rauchwolken steigen am 9. August 2022 in der Nähe vom Strand von Saki in der Krim auf.
    Rauchwolken steigen am 9. August 2022 in der Nähe vom Strand von Saki in der Krim auf.
    Bild: Keystone/UGC via AP

    Die Ursache der Explosionen auf dem Stützpunkt Saki war zunächst unklar. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, es könne nichts zur Ursache sagen. Beobachter vermuteten einen Sabotageakt, da die ukrainischen Truppen auf dem Festland mehr als 200 Kilometer entfernt sind. Dem bisherigen Kenntnisstand zufolge verfügt die ukrainische Armee über keine Raketen dieser Reichweite, auch nicht durch die Waffenlieferungen aus dem Ausland.

    Ein Bericht der «New York Times» sprach aber unter Berufung auf eine ukrainische Militärquelle von einem Angriff. Dabei sei eine von der Ukraine selbst entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. «Das war ein Luftwaffenstützpunkt, von dem regelmässig Flugzeuge zu Angriffen auf unsere Kräfte an der südlichen Front gestartet sind», sagte der Offizier den Angaben nach. Bei der Attacke hätten auch örtliche Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

    Ein massiver Angriff auf russische Militäreinrichtungen auf der Krim wäre für die Ukraine der zweite symbolträchtige Erfolg. Mitte April war der Kreuzer «Moskwa» versenkt worden, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte. Russland sieht die Krim als ihr Staatsgebiet an und hat mehrfach mit Vergeltung gedroht, falls die Ukraine die Halbinsel angreifen sollte.

    Touristen verliessen das Gebiet fluchtartig; Videos zeigten angebliche Staus vor der Brücke von Kertsch Richtung Russland. Eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium nannte einen Verstoss gegen Brandschutzregeln als wahrscheinlichste Ursache für die Explosionen. «Es gibt keine Anzeichen, Beweise oder gar Fakten, dass die Munition vorsätzlich zur Explosion gebracht wurde.» Flugzeuge wurden den Moskauer Angaben nach nicht beschädigt. Erste, noch nicht verifizierte Videos legten aber nahe, dass auch Kampfflugzeuge zerstört wurden.

    «Das ist erst der Anfang», schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. Die Krim habe eine Zukunft als Reiseparadies ohne russische Besatzung vor sich. Der 9. August sei der Internationale Tag der indigenen Völker, erklärte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk. Dazu zählten in der Ukraine die Krimtataren, Karaimen und die Krimtschaken. «Die heutigen Explosionen in Nowofjodorowka sind ein weiterer Beleg dafür, wem die Krim gehört.» International wird die Halbinsel mit ihren mehr als zwei Millionen Einwohnern weiter als ukrainisches Territorium angesehen.

  • 0.30 Uhr
    Tichanowskaja stellt alternative Regierungsmannschaft für Belarus vor

    Um die Ablösung von Machthaber Alexander Lukaschenko voranzutreiben, hat die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja eine alternative Regierungsmannschaft vorgestellt. Zwei Jahre nach der als gefälscht geltenden Präsidentschaftswahl in Belarus verkündete sie am Dienstag in der litauischen Hauptstadt Vilnius ein «Vereintes Übergangskabinett» und ernannte erste Mitglieder. Das Gremium solle die nationalen Interessen von Belarus vertreten, einen demokratischen Wandel herbeiführen und die Rechtsstaatlichkeit wiederherstellen, sagte sie. Staatliche Befugnisse hat die Gruppe nicht, sie agiert aus dem Exil. Zu ihren Mitstreitern gehören auch Oppositionelle, die früher dem belarussischen Führungssystem angehörten.

    Bei der Wahl am 9. August 2020 hatte sich Lukaschenko zum Sieger der Wahl ausrufen lassen und damit beispiellose Proteste in Belarus ausgelöst. Viele sehen Tichanowskaja als wahre Siegerin des Urnengangs. Sie flüchtete nach der Wahl nach Litauen. In Belarus gibt es aufgrund massiver staatlicher Repressionen inzwischen so gut wie keine grösseren Demonstrationen mehr.

  • 0.10 Uhr
    IAEA: keine unmittelbare Bedrohung am AKW Saporischschja

    Die Internationalen Atombehörde (IAEA) sieht nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja am Wochenende keine unmittelbare Bedrohung der nuklearen Sicherheit. Das teilte IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi am Dienstag am Sitz der Behörde in Wien mit. Ukrainische Behörden hätten die IAEA informiert, dass es zwar Schäden gab, die Strahlungsmessungen aber weiterhin auf normalem Niveau lägen.

    Das in der Stadt Enerhodar gelegene AKW Saporischschja war am vergangenen Wochenende mehrfach beschossen und teils beschädigt worden. Die kritische Infrastruktur soll aber weiter intakt sein.

    Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld. Unabhängig zu überprüfen sind die Vorwürfe bislang nicht. UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Beschuss des Kraftwerks «selbstmörderisch» genannt und internationalen Zugang zum Gelände gefordert.

  • 0.03 Uhr
    Mali: Russland schickt weitere Militärflugzeuge und Helikopter

    Russland hat dem westafrikanischen Mali fünf weitere Militärflugzeuge und einen Kampfhubschrauber übergeben. Verteidigungsminister Sadio Camara hob in einer Rede die «Win-Win-Partnerschaft mit der Russischen Föderation» hervor. Der Chef der Militärjunta, Assimi Goita, und russische Diplomaten nahmen am Dienstag an der Übergabe von fünf L-39- und Suchoi-25-Jets und einem Mi-24P-Hubschrauber teil, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

    Mali wird seit Jahren von dschihadistischer Gewalt heimgesucht. Im Kampf gegen die Dschihadisten wird die seit 2020 herrschende Militärjunta von russischen Paramilitärs unterstützt, die Mali als «Militärberater» bezeichnet, westliche Länder hingegen als Söldner der berüchtigten Gruppe Wagner. Deren Einsatz veranlasste Frankreich, langjährige Kolonialmacht und traditioneller Verbündeter Malis, seine Streitkräfte aus dem Land abzuziehen. Der Truppenabzug wird voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen. Russland hatte Mali im März bereits mehrere Kampfhubschrauber und Waffen zur Verfügung gestellt.

    2012 hatte im Land ein islamistischer Aufstand begonnen, der sich auch auf die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden bereits mehrere tausend Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Der schlecht ausgerüsteten Armee Malis werden immer wieder Menschenrechtsverstösse vorgeworfen.

  • 0 Uhr
    Zeitung: Explosionen auf Krim Folge ukrainischen Angriffs

    Die gewaltigen Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der annektierten Halbinsel Krim gehen nach Angaben der «New York Times» auf einen ukrainischen Angriff zurück. Dabei sei eine von der Ukraine selbst entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung am Dienstag einen ranghohen ukrainischen Militär. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

    Im Internet kursierten Videos, die angeblich zeigten, wie sich auf dem Stützpunkt Saki im Westen der Halbinsel fast zeitgleich mehrere grosse Explosionen ereigneten. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, dass Munition explodiert sei. Als Ursache würden Verstösse gegen den Brandschutz vermutet.

    «Das war ein Luftwaffenstützpunkt, von dem regelmässig Flugzeuge zu Angriffen auf unsre Kräfte an der südlichen Front gestartet sind», sagte der ukrainische Offizier nach Angaben der «New York Times». Bei dem Angriff hätten auch örtliche Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt. Russland hatte die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer 2014 annektiert. Fast alle Länder betrachten sie völkerrechtlich weiter als Teil der Ukraine.

    Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben zunächst nicht.