Lagebild Ukraine
Auf der Krim geht das Licht aus

Strommangel sorgt nachts für Dunkelheit in weiten Teilen der Krim: Wolodymyr Selenskyjs Drohnen-Plan geht auf.
Bluesky/phi
Der Strom- und Treibstoffmangel auf der Krim ist sogar vom Weltall aus zu sehen, während sich die Frontlinie kaum noch verschiebt. Kiew setzt ganz auf den Einsatz von Drohnen, die diesen Krieg entscheiden können, sagt Wolodymyr Selenskyj.
Darum geht’s
- «Warum wurden wir im Stich gelassen?» Strom, Wasser, Treibstoff, Geld: Auf der Krim fehlt es weiter an allem.
- Die Front verändert sich nicht mehr: Der Krieg wird jetzt in der Luft entschieden, sagt Wolodymyr Selenskyj.
- «Das ist die neue Realität: Keine russische Raffinerie ist mehr vor ukrainischen Drohnen sicher», schwört Selenskyj.
Die Krise auf der Krim hält an – und sie ist anschaulich. Etwa, wenn man in der Nacht aus grosser Höhe auf die Halbinsel schaut: Ein Vergleich von Bildern vom Juli 2025 mit Juli 2026 zeigt, wie viel dunkler es dort geworden ist. Nicht metaphorisch, sondern wortwörtlich.
Während die Krim vor einem Jahr noch grossflächig funkelte, gibt es heute nur noch in den grossen Orten Sewastopol, Simferopol und Feodossija sowie an der Kertsch-Brücke Licht.
👀 Energy shortages are visible in Crimea via nighttime light data collected by NASA, - BarrosObservable night light from July 2025 versus July 2026.
— MAKS 26 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 4. Juli 2026 um 21:50
[image or embed]
Die «Langstrecken-Sanktionen», wie Wolodymyr Selenskyj die Luftangriffe auf Russlands Infrastruktur und Nachschub nennt, zeigen Wirkung.
Blackout map of Crimea. Well, at least they "restored" it in Kerch.
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 7. Juli 2026 um 21:33
[image or embed]
Der Schaden ist nicht zuletzt deshalb so gross, weil die Ukrainer systematisch vorgehen. Die 414. Separate Brigade für unbemannte Systeme alias «Vögel von Magyar» will zwischen dem 1. und 7. Juli 44 Einrichtungen der Energie-Infrastruktur auf der Krim getroffen haben: Ein Video zeigt Attacken auf Umspannwerke und eine Gas-Station:
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Ohne Strom funktionieren auch keine Pumpen: Auf der Krim wird deshalb auch das Wasser knapp. Neun Städte sind betroffen, meldet das Portal RBC-Ukraine. Energie liefern nun vor allem Generatoren. Damit diese nicht mit Treibstoff versorgt werden können, greifen Kiews Drohnen Tankschiffe an – und treffen auch einen Radar und eine S-400-Flugabwehr auf der Krim:
❗️🇺🇦Unmanned Systems Forces struck two Project 15781 tankers in the Sea of Azov, the Kerch oil depot in Crimea, two S-400 air defense systems (one in Crimea, one in Bryansk Oblast), and a Nebo-U radar in Crimea.
— 🪖MilitaryNewsUA🇺🇦 (@militarynewsua.bsky.social) 6. Juli 2026 um 14:45
[image or embed]
Das Schwarze Meer ist für russische Schiffe offenbar nicht mehr sicher. In 72 Stunden wollen die «Vögel von Magyar» 19 Tanker der Schattenflotte sowie einen Frachter und eine Fähre bei Kertsch getroffen haben:
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
So bleibt Treibstoff auf der Krim rar – und die Russinnen und Russen, die noch dort ausharren, sind genervt: «Ihr habt uns Sicherheit und ein normales Leben versprochen, aber stattdessen haben wir leere Tankstellen, Angst, Kontrollen, lange Schlangen und völlige Ungewissheit bekommen», sagt diese Frau an Moskau gerichtet.
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Sie fährt fort: «Im Fernsehen sagen sie ständig, dass alles unter Kontrolle ist. Aber wenn die Krim im Überlebensmodus lebt, dann ist nichts mehr unter Kontrolle. Die Krim-Bewohner wollen keine Berichte – sie wollen Antworten: Warum wurden wir im Stich gelassen?»
«Tausenden droht Arbeitslosigkeit»
Wie die Lage ist, beschreibt ein russischer Blogger, der die Krim besucht haben will: In den Regionen an der Grenze zu den besetzten Gebieten wie Rostow und Krasnodar sei es schwierig, Treibstoff zu bekommen – auch weil Menschen aus den besetzten Gebieten die Schlangen an den Tankstellen noch länger machten.
An Italian biker traveling through Russia is shocked to find there is no gasoline in Stavropol and the Rostov region. He only managed to refuel once he reached Voronezh. Don't forget to check the news a bit before traveling somewhere.
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 6. Juli 2026 um 17:53
[image or embed]
«Wegen des Stromausfalls und der ausgefallenen Tourismus-Saison können unzählige kleine und mittlere Unternehmen nicht arbeiten», schreibt der Russe. «Die Folge: Mitarbeitende könnten in unbezahlten Urlaub geschickt werden. Tatsächlich könnte sich das Wirtschaftsleben auf der Halbinsel stark verlangsamen, und Tausenden von Menschen droht die Arbeitslosigkeit.»
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Davon ungerührt setzt Kiew seine Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur fort. Leidtragende sind die Raffinerien in Nischnekamsk in der Republik Tatarstan, die 1000 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ist, und in Saratow in 450 Kilometern Entfernung.
Sky's the Limit – oder doch nicht?
Kaum noch Veränderungen gibt es an der Frontlinie: Dieser Krieg verändert sich», kommentiert Wolodymyr Selenskyj. «Der Krieg geht weiter, aber die Front bewegt sich nicht mehr. Wenn sich die Front kaum noch bewegt und der Feind auf dem Seeweg nicht vorrücken kann, bleibt nur noch der Luftraum. Heute geht es um die Vorherrschaft in der Luft.»
This video released by Robert „Magyar“ Brovdi shows a compilation of hundreds of strikes against Russian logistics operating in the occupied territories of Ukraine. It is latest reminder that Ukrainian drones are dominating the skies.
— (((Tendar))) (@tendar.bsky.social) 8. Juli 2026 um 07:25
[image or embed]
Das spiegelt sich auf der Krim wider, meint der Präsident: «Wir haben die Logistik lahmgelegt und den Kraftstoff- und Energiesektor unter Kontrolle gebracht. Wir haben gezeigt, was es bedeutet, den Luftraum an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt operativ zu kontrollieren.»
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Beim Nato-Gipfel in Ankara legt Selenskyj nach: «Wir haben die Vorstellung, dass Russland über ein strategisches Hinterland verfügt, komplett zunichte gemacht», sagt der 48-Jährige in der Türkei. Dabei sei das weitläufige Hinterland lange Zeit ein Joker in Moskaus militärischem Polit-Poker gewesen.
«Das ist die neue Realität»
Die Rüstungsproduktion sei in diesem Hinterland früher einmal geschützt gewesen – bis zum 6. Juli, als ukrainische Drohnen die 2400 Kilometer entfernte Raffinerie in Omsk getroffen haben. «Das ist keine Ausnahme», sagt Selenskyj. «Das ist die neue Realität.»
Für russische Soldaten ist diese neue Realität lebensgefährlich – auch wenn sich die Front kaum bewegt: «Allein im Juni wurden fast 28'000 russische Soldaten ausgeschaltet – und wir haben für jeden einzelnen davon Videoaufnahmen als Beweis. Die überwiegende Mehrheit wurde von Drohnen getroffen», verdeutlicht Selenskyj.
Externer Inhalt
Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie YouTube, TikTok oder Facebook. Aktiviere bitte "Swisscom Werbung bei Dritten", um diesen Inhalt anzuzeigen.
Mit dieser Luftüberlegenheit richten die ukrainischen Streitkräfte weiter grosse Schäden im russischen Mutterland an: Sie sorgen in Belgorod ...
🔥 Belgorod, after a missile strike, the Belgorod linear production department of main gas pipelines is on fire.
— MAKS 26 👀🇺🇦 (@maks23.bsky.social) 7. Juli 2026 um 01:01
[image or embed]
... und Krasnodar unweit der Grenze dafür, dass die Blue-Stream-Pipeline den Betrieb vorübergehend einstellt, ...
The Krasnodarskaya compressor station in Russia’s Krasnodar region was targeted in an overnight attack. It is now burning. #Ukraine
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 7. Juli 2026 um 20:37
[image or embed]
... sie beschädigen Brücken im grenznahen Oblast Belgorod, ...
Ukrainian forces have reportedly begun targeting bridges in Russia’s Belgorod region with guided bombs or missiles. Local channel Pepel reported two bridges in Valuysky district were destroyed: one near Kolykhalino and another near Urazovo. #Ukraine
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 7. Juli 2026 um 19:15
[image or embed]
... sie attackieren die Rüstungsindustrie in Brjansk und ein Chemiewerk in Selzo. Bleibt die Frage: ...
Ukraine's Gen Staff claims these overnight strikes.BryanskKremny EL microelectronics plant + a chemical plant in Seltso (produces gunpowder/explosives) were targetedCrimea2 railway bridgesOcc DonetskWarehouses of military equipment near Volnovakha & Yasynuvata.
— Tim White (@twmcltd.bsky.social) 7. Juli 2026 um 10:37
[image or embed]
… Wie lange kann Wladimir Putin solche Schäden noch verkraften?
Trump-Clan plant Luxusresort in Albanien – Doch auf der Trauminsel lauert ein explosives Erbe
Das geplante Luxusresort von Jared Kushner auf der albanischen Insel Sazan sorgt seit Wochen für Kritik. Weniger bekannt ist jedoch, welche Altlasten das Milliardenprojekt mit sich bringt.Fehler gefunden?
Jetzt melden




