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Teilnehmer*innen des Christopher Street Day 2025 in München solidarisieren sich am 28. Juni mit der Pride in Budapest.
KEYSTONE/DPA/Karl-Josef Hildenbrand
Auf die grosse Pride-Parade in Budapest mit einer Rekordzahl von gut 200'000 Teilnehmenden könnten nach Befürchtungen von Oppositionspolitikern Rekord-Geldstrafen folgen.
Hunderttausende Menschen haben Orbáns Pride-Verbot getrotzt und sind am Samstag für die Rechte sexueller Minderheiten durch Budapest gezogen. Die Quittung könnte bald folgen, fürchten Oppositionspolitiker.
Zahlreiche Kamerawagen der Polizei seien am Samstag im Einsatz gewesen, und gearbeitet werde mit Software zur Gesichtserkennung, schrieb der parteilose Abgeordnete Akos Hadhazy auf seiner Facebook-Seite. «Die nächsten Tage werden erweisen, was die Kameras können.»
Tatsächlich hatte die von Ministerpräsident Viktor Orbán kontrollierte Polizei die diesjährige Pride im Vorfeld verboten, die wie andere Paraden weltweit für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und queeren Menschen (LGBTQ) eintritt.
Die Behörde bezog sich auf neue gesetzliche Grundlagen, die der Rechtspopulist Orbán schaffen liess. Demnach können nun Versammlungen untersagt werden, bei denen nicht-heterosexuelle Lebens- und Verhaltensweisen sichtbar gemacht werden.
Während des Umzugs am Samstag griff die Polizei nicht ein. Das novellierte Gesetz sieht aber vor, dass Teilnehmer*innen einer für «illegal» erklärten Versammlung mit Geldstrafen von umgerechnet 500 Euro belangt werden können. Das Gesetz erlaubt ausserdem den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software, um Teilnehmer*innen zu identifizieren.
Gegen Geldstrafen können Betroffene zwar vor Gericht Einspruch einlegen. Sie werden aber bei mutmasslichen Verstössen gegen das Versammlungsgesetz unmittelbar nach ihrer Verhängung vom Finanzamt eingetrieben. Den Organisatoren einer «illegalen» Versammlung drohen zudem Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr. Für die diesjährige Pride stellte sich der liberale Budapester Oberbürgermeister Gergely Karacsony als Hauptorganisator zur Verfügung.

Der Budapester Bürgermeister Gergely Karacsony (r.) hält seine Rede während des Budapest Pride-Marschs in Budapest, Ungarn, am 28. Juni 2025.
KEYSTONE/EPA/SZILARD KOSZTICSAK HUNGARY OUT
Der Abgeordnete Hadhazy, der selbst immer wieder Proteste gegen die Regierung organisiert, verwies in seinem Facebook-Posting auf die möglichen weiteren Konsequenzen des repressiven Versammlungsrechts. Eine Pride gebe es nur einmal im Jahr, schrieb er, aber länger anhaltende Protestwellen, ausgelöst etwa durch einen Wahlbetrug, könnten durch die permanente Verhängung von hohen Geldstrafen effizient unterdrückt werden.
Die nächsten Parlamentswahlen stehen im Frühjahr 2026 an. Jüngste Meinungsumfragen sehen Orbáns Fidesz-Partei um 11 bis 15 Prozentpunkte im Rückstand hinter der neuen Tisza-Partei des konservativen Herausforderers Péter Magyar.