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Ausnahmezustand in München – was wir wissen und was nicht
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Feuer, Sprengstoff und Wiesn-Schliessung

Ausnahmezustand in München – was wir wissen und was nicht

  • Mehrere Wagen gingen in Flammen auf.
  • Der Brand in einem Münchner Einfamilienhaus hat einen Grosseinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst.
  • Das Haus brannte komplett ab.
  • Die Wiesn war stundenlang gesperrt.
  • Die Ermittler sehen das Motiv des Täters bisher im familiären Bereich.

1/5

Mehrere Wagen gingen in Flammen auf.

Bild: dpa

Zwei Tote, Sprengfallen in einem brennenden Haus und eine Drohung gegen das grösste Volksfest der Welt: Was bisher über die Ereignisse in München bekannt ist.

Redaktion blue News
DPA

Redaktion blue News, DPA

01.10.2025, 20:09•01.10.2025, 20:17

Ein abgebranntes Haus mit Sprengfallen, zwei Tote, zwei Verletzte und eine Sprengstoffdrohung gegen die Wiesn: Rund um die Geschehnisse in München sind noch viele Fragen offen. Ein Überblick über die Geschehnisse am 1. Oktober.

Was wir wissen

Der Brand

Am Morgen gibt es in einem Wohnhaus im Münchner Stadtteil Lerchenau Explosionen und ein Feuer. In dem Haus werden Sprengvorrichtungen gefunden, vor Ort steht ausserdem ein völlig ausgebrannter Transporter, bei weiteren ausgebrannten Autos in der Nähe wird ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Worum es sich dabei handelt, sagt die Polizei zunächst nicht.

Die Opfer

Zwei Frauen, eine 21-Jährige und eine 81-Jährige, werden verletzt ins Spital gebracht. Nach Polizeiangaben befindet sich zudem eine tote Person im betroffenen Wohngebäude – allerdings ist es zunächst zu gefährlich, sie zu bergen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um den 90 Jahre alten Hausbesitzer und Vater des mutmasslichen Täters handelt.

Teaser image

Feuer und Explosion in München

Eskalierter Familienstreit legte Oktoberfest lahm – Grosseinsatz in München

Der mutmassliche Täter

Tatverdächtig ist ein 57 Jahre alter Deutscher mit Wohnsitz in Starnberg. Er ist nach Polizeiangaben bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten – er sei «bislang ein unbeschriebenes Blatt», auch im Bereich des Staatsschutzes, heisst es. Der Mann wird morgens schwerverletzt am Lerchenauer See gefunden, der in der Nähe des brennenden Hauses ist.

Später stirbt er. Die Polizei geht davon aus, dass er Suizid beging. Er hat einen Rucksack mit einer Sprengvorrichtung bei sich. An seiner Meldeadresse gibt es im Laufe des Vormittags Durchsuchungen. Die 21-jährige Verletzte ist die Tochter des Verdächtigen, die 81-Jährige seine Mutter.

Der Ablauf

Die Behörden gehen davon aus, dass der 57-Jährige das Haus und die Autos wegen eines Familienstreits angezündet und die Sprengfallen deponiert hat. Er hinterlässt einen Brief mit Drohungen gegen das Oktoberfest. Daraufhin wird die Wiesn stundenlang gesperrt.

Die Wiesn

Das grösste Volksfest bleibt am Mittwoch stundenlang geschlossen. Die Stadt schreibt von einer «unspezifischen Sprengstoffdrohung im Zusammenhang mit der Explosion im Münchner Norden». Das Oktoberfestgelände wird abgesucht, 25 bis 30 Spürhunde sind im Einsatz und mehr als 500 Polizisten. Auch Mitarbeiter müssen die Wiesn verlassen. Am Nachmittag teilt OB Reiter mit: Um 17.30 Uhr macht die Wiesn wieder auf. Als es endlich so weit ist, strömen Tausende Feierwillige auf das Gelände.

02:06

Veranstalter: Oktoberfest ab 17.30 Uhr wieder geöffnet

Wegen einer «unspezifischen Sprengstoff-Androhung» nach einem Vorfall im Münchner Norden war das Gelände am Mittwochvormittag gesperrt und von der Polizei mit Spezialhunden abgesucht worden. Der Veranstalter teilte am Nachmittag mit, die Gefahrensi

Was wir nicht wissen

Die genauen Hintergründe der Tat sowie das Motiv sind zunächst unklar. Die Polizei geht davon aus, dass das Haus «im Rahmen eines Familienstreits» angezündet wurde. Der 57-Jährige hat dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann zufolge die Vaterschaft seiner Tochter angezweifelt – und sich deshalb auch an die Behörden gewandt. Ein medizinisches Gutachten habe die Vaterschaft zwar bestätigt, der Mann habe aber argumentiert, dass das Analyse-Institut bestochen worden sei, sagte Herrmann.

Das Gutachten sei nach Ansicht des Mannes falsch gewesen. Mit diesem Thema wandte sich der 57-Jährige mit einer Petition an den Bayerischen Landtag und setzte sich auch mit dem Bundesjustizministerium in Verbindung. Der Landtag habe sich 2024 mit der Petition beschäftigt und diese nach Mitteilungen aus zuständigen Staatsministerien für erledigt erklärt, so der Minister. Bis heute habe sich der Mann aber offenbar nicht mit der Situation abfinden wollen. Ein politisches Motiv schliessen die Behörden derzeit aus.

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