«Ein Akt grosser Dummheit»Trump attackiert Briten wegen Rückgabe der Chagos-Inseln
dpa
20.1.2026 - 22:37
Donald Trump ist wütend auf Grossbritannien.
Keystone/AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Donald Trump hat die britische Entscheidung zur Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius scharf kritisiert – obwohl er sie einst selbst unterstützte. Seine Rhetorik zeigt: Der geopolitische Druck im Indischen Ozean nimmt zu.
DPA
20.01.2026, 22:37
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US-Präsident Trump kritisiert Grossbritannien scharf für die geplante Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius, obwohl die USA den Deal zuvor unterstützt hatten.
Trump ignoriert in seiner Kritik die vertraglich gesicherte Ausnahmeregelung für die strategisch wichtige Militärinsel Diego Garcia, die weiterhin unter britischer Kontrolle bleibt.
Die britisch-amerikanischen Beziehungen zeigen Risse, doch US-Parlamentspräsident Johnson bemüht sich, Trumps Aussagen diplomatisch abzufedern und die Partnerschaft zu stärken.
US-Präsident Donald Trump wirft London «grosse Dummheit» vor – wegen einer Vereinbarung, die er mal gut fand. Was steckt hinter der Entscheidung rund um die Chagos-Inseln?
Inmitten der Grönland-Krise hat US-Präsident Donald Trump Nato-Partner Grossbritannien für eine strategische Entscheidung im Indischen Ozean attackiert. Die nach langen Verhandlung vereinbarte Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius sei «ein Akt grosser Dummheit», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zudem sei es «ein weiterer» Grund, warum Grönland an die USA übergeben werden müssen.
Shockingly, our “brilliant” NATO Ally, the United Kingdom, is currently planning to give away the Island of Diego Garcia, the site of a vital U.S. Military Base, to Mauritius, and to do so FOR NO REASON WHATSOEVER. There is no doubt that China and Russia have noticed this act of…
— Commentary: Trump Truth Social Posts On X (@TrumpTruthOnX) January 20, 2026
Die Briten hatten die Chagos-Entscheidung im Mai 2025 bekanntgegeben. Für die für Trump entscheidende Insel Diego Garcia, auf der ein gemeinsam von Grossbritannien und den USA genutzter Militärstützpunkt liegt, gilt allerdings eine Ausnahme. Die Insel soll trotz der Souveränität Mauritius' noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben. Dafür zahlen die Briten eine Milliardensumme.
Kehrtwende bei Trump
Die US-Regierung hatte den Deal im vergangenen Jahr ausdrücklich begrüsst – dem britische Premier Keir Starmer zufolge auch Trump persönlich. US-Aussenminister Marco Rubio sagte damals, Trump habe seine «Unterstützung für diese monumentale Errungenschaft» zum Ausdruck gebracht.
BREAKING:
Trump says he’s against the UK’s plans of transferring sovereignty of the Chagos Islands to Mauritius pic.twitter.com/VE8i0qJ3iy
Jetzt schrieb der US-Präsident bei Truth Social ohne den Kontext des Pachtvertrages, Grossbritannien plane, die Insel Diego Garcia an Mauritius abzugeben. Es gebe «keinen Zweifel» daran, dass China und Russland diesen «Akt der totalen Schwäche» bemerkt hätten. Eine mutmassliche Bedrohung durch diese beiden Staaten führt der US-Präsident als Hauptgrund dafür an, dass die USA das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland besitzen müssten.
US-Parlamentspräsident Johnson will Wogen glätten
Die Chagos-Inseln liegen mitten im Indischen Ozean. Starmer hatte die Lage des Militärstützpunkts als von «grösster Bedeutung für Grossbritannien» bezeichnet. Der Stützpunkt sei einer der wichtigsten Beiträge, die das Land in der Sicherheitspartnerschaft mit den USA mache. In Grossbritannien wird Trumps jüngste Kritik auch als Zeichen sich deutlich verschlechternder Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und dem britischen Premier gewertet.
Dem versuchte der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Mike Johnson, bei einer Rede im britischen Parlament entgegenzuwirken. Er habe gestern lange mit Trump gesprochen und diesem angekündigt, die Wogen zu glätten, so Johnson in der Ansprache vor Parlamentariern beider Kammern in London. «Wir waren immer in der Lage, unsere Differenzen ruhig und freundschaftlich beizulegen. Das werden wir auch weiterhin tun und ich möchte Ihnen versichern, dass dies weiterhin der Fall ist», sagte Johnson.
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