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Jetzt meldenNach der brutalen Messerattacke auf einen Mann in Belfast ist die Lage eskaliert. Maskierte Randalierer setzten Häuser, Fahrzeuge und Geschäfte in Brand. Mehrere Familien mussten aus ihren Wohnungen gerettet werden.
Die Empörung über eine brutale Messerattacke in der nordirischen Hauptstadt Belfast ist in der Nacht auf Mittwoch in schwere Ausschreitungen umgeschlagen. Laut Reportern vor Ort wurden mehrere Häuser, Autos und ein Bus in Brand gesetzt. Feuerwehr und Polizei standen stundenlang im Einsatz.
Auslöser der Unruhen ist ein Angriff vom Montagabend. Ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan soll einen Mann auf offener Strasse mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben.
Videos der Tat verbreiteten sich anschliessend rasant in sozialen Netzwerken. Die Polizei nahm den Verdächtigen fest. Ihm werden versuchter Mord, Morddrohungen sowie Verstösse gegen das Waffengesetz vorgeworfen.
Die Wut über den Angriff entlud sich am Dienstagabend auf den Strassen von Belfast. Laut der Nachrichtenagentur AFP versammelten sich Hunderte Demonstranten. Viele von ihnen waren maskiert.
Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage in Wohnquartieren. Mehrere Häuser gingen in Flammen auf, nachdem Fahrzeuge davor angezündet worden waren. Bewohner mussten von der Feuerwehr evakuiert werden.
Sky's @ConnorGillies reports from Belfast following the violent protests that saw cars and houses on fire after a man was charged with attempted murder.
— Ridge & Frost (@RidgeandFrost) June 10, 2026
Live updates: https://t.co/AAK8pQiL7j pic.twitter.com/QjLAjq9muO
Ein Ingenieur indischer Herkunft schilderte gegenüber AFP, wie sich die Situation innerhalb weniger Minuten zuspitzte. Zunächst seien Müllcontainer angezündet worden, danach hätten immer mehr Personen Brandsätze geworfen. Schliesslich habe dichter Rauch das Wohnhaus gefüllt.
Auch die britische Zeitung «The Telegraph» berichtet von Familien, die ihre Wohnungen verlassen mussten. Ein Pastor sagte der Zeitung, Menschen würden aus ihren Häusern vertrieben, «weil sie schwarz sind».
Neben Wohnhäusern wurden auch Geschäfte Ziel der Angriffe. Laut dem «Telegraph» versuchten Randalierer, einen nahöstlichen Supermarkt in Brand zu setzen. Zudem wurde ein Linienbus angezündet. Die nordirische Feuerwehr zählte insgesamt mehr als 60 Einsätze in der Region Belfast.
Die Polizei sprach von mehreren Brennpunkten und appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Zusätzliche Einsatzkräfte wurden mobilisiert.
Nordirlands Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die Ausschreitungen scharf. Gruppen maskierter Männer würden Familien aus ihren Häusern vertreiben und deren Wohnungen niederbrennen, schrieb sie auf X. Das sei «nichts anderes als widerliche Feigheit».
The horrific attack in Belfast last night is sickening.
— Keir Starmer (@Keir_Starmer) June 9, 2026
I have absolutely no tolerance for abhorrent scenes of violence like this on our streets.
My thoughts are first and foremost with the victim, and I thank the first responders, including members of the public who…
Auch der britische Premierminister Keir Starmer hatte bereits den Messerangriff als «widerwärtig» bezeichnet und vor weiteren Gewalttaten gewarnt.
Kritik gibt es zudem an rechtsextremen Aktivisten, die über soziale Medien zu Protesten aufgerufen hatten. Bereits im vergangenen Sommer war Grossbritannien von schweren rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden.
Der mutmassliche Täter soll laut Polizei ursprünglich aus dem Sudan stammen und sich legal im Vereinigten Königreich aufgehalten haben. Nach Angaben britischer Medien erhielt er 2023 Asyl beziehungsweise einen Aufenthaltsstatus. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat laufen weiter.
Der verletzte Mann befindet sich weiterhin mit schweren Verletzungen an Gesicht, Hals und Rücken im Spital.