Für «lebensnotwendige Zwecke» Sanktionierter Ex-Oberst Baud hat wieder Kontozugriff

SDA

9.2.2026 - 21:54

Jacques Baud (Mitte) bei einer Veranstaltung des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter mit der ehemaligen Bundesrätin Simonetta Sommaruga (links) und der jetzigen Finanzministerin Karin Keller-Sutter. (Archivbild)
Jacques Baud (Mitte) bei einer Veranstaltung des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter mit der ehemaligen Bundesrätin Simonetta Sommaruga (links) und der jetzigen Finanzministerin Karin Keller-Sutter. (Archivbild)
Bild: sda

Der Schweizer Ex-Oberst Jacques Baud wird wegen prorussischer Propaganda von der EU sanktioniert. Für «lebensnotwendige Zwecke» darf er jetzt wieder auf sein Bankkonto zugreifen.

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Keystone-SDA, Redaktion blue News

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  • Schweizer Ex-Oberst Jacques Baud steht wegen prorussischer Propaganda auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.
  • Damit sind Vermögenswerte eingefroren, es gilt ein Geschäftsverbot und Einreiseverbote in die EU.
  • Jetzt wurde Baud eine humanitäre Ausnahmegenehmigung erteilt und damit wieder Zugriff auf sein Konto.

Belgien hat dem Schweizer Ex-Oberst Jacques Baud eine humanitäre Ausnahmegenehmigung erteilt. Der ehemalige Mitarbeiter des Nachrichtendienstes lebt in Brüssel und steht seit Dezember wegen prorussischer Propaganda auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.

Jacques Baud bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag entsprechende Informationen des Westschweizer Mediums «L'Impertinent». Die Genehmigung erteile ihm das Recht, für «lebensnotwendige Zwecke» auf sein Bankkonto zuzugreifen, erklärte er.

Russlandfreundliche Positionen

Die Entscheidung des belgischen Finanzministeriums wurde ihm am Samstag mitgeteilt. Der Antrag war von seinen Anwälten gestellt worden. Ob und welche Schritte die Schweiz bei der EU unternommen hatte, konnte Baud nicht sagen. Zuletzt berichtete die «Neue Zürcher Zeitung», dass die Schweizer Botschafterin bei der EU, Rita Adam, in Brüssel interveniert habe.

Jacques Baud wird wegen seiner als russlandfreundlich geltenden Positionen sanktioniert. Er hat Bücher geschrieben über den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen «Operation Z», die als «militärische Spezialoperation» beschönigte russische Vollinvasion der Ukraine.

Laut EU-Durchführungsverordnung sei der «strategische Analyst» oft Gast in prorussischen Fernseh- und Radioprogrammen, schreibt der «Blick». Für Baud soll die Ukraine die russische Invasion selbst herbeigeführt haben, um der Nato beizutreten.

Baud hält die Sanktion für politisch motiviert

Die am 15. Dezember gegen Baud und elf weitere Personen verhängten Sanktionen umfassen das Einfrieren ihrer Vermögenswerte, ein Geschäftsverbot und Einreiseverbote in die EU. Baud hält die Sanktion für politisch motiviert. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er eine Straftat begangen habe.

Die Europäische Kommission wies seinen Vorwurf der Verletzung der Meinungsfreiheit gegenüber der «NZZ» zurück. Die Handlungen der Sanktionierten müssten ein solches Ausmass haben, dass sie die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit, die Stabilität oder die Sicherheit in der EU oder in einem Mitgliedstaat gefährdeten.

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