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Er war eine Internetberühmtheit in China, nun fand sein Leben ein tragisches Ende: Hund Chutou wurde entfuhrt und an ein Restaurant verkauft.
Bild: Douyin / Screenshot
Brutales Ende eines berühmten Hundes in China: Der als Internet-Star gefeierte Bordercollie Chutou wurde entführt, getötet und in einem Restaurant zubereitet. Der tragische Fall sorgt für Entsetzen im Netz und befeuert nun die Tierschutzdebatte im Land.
Er begleitete sein Herrchen durch Wüsten, bewachte nachts das Zelt im Tiefschnee und begeisterte als Internetstar ein Millionenpublikum: Der Bordercollie Chutou, der auf der chinesischen, mit TikTok vergleichbaren Plattform Douyin mit dem Reise-Influencer Guo eine Menge Abenteuer erlebte, war mit über 1,5 Millionen Followern eine echte Berühmtheit. Doch nun fand das Leben des Hundes ein grausames Ende.
Chutou wurde entführt, getötet - und schliesslich in einem Restaurant zubereitet und gegessen. Das berichtet der britische «Independent» unter Berufung auf das chinesische Newsportal «South China Morning Post».
Demnach nahm die Tragödie ihren Lauf, als Guo sich auf einer Solo-Rundreise in Georgien befand. Der achtjährige Chutou war in dieser Zeit auf dem elterlichen Hof in der chinesischen Provinz Henan untergebracht. Als das Tier plötzlich verschwand, brachten Überwachungskameras schnell Gewissheit: Zwei Unbekannte hatten den Hund auf einem Elektroroller abtransportiert.
Guo, der Chutou 2018 als Welpen für rund 2000 Yuan (rund 230 Franken) von einem Strassenhändler gerettet hatte, brach seine Auslandsreise sofort ab und kehrte nach China zurück, um fieberhaft nach seinem Begleiter zu suchen. Ende Mai habe er dann einen mutmasslichen Entführer ausfindig gemacht und ihm ein Lösegeld von 10'000 Yuan (rund 1170 Franken) für die Rückgabe seines Hundes angeboten.
Laut «South China Morning Post» war es zu diesem Zeitpunkt jedoch zu spät: Guo erhielt die bittere Nachricht, dass Chutou längst tot war. Die Diebe hatten das Tier für eine Summe von gerade einmal 180 Yuan (ca. 21 Franken) an ein Restaurant verkauft, wo der Bordercollie umgehend geschlachtet, zubereitet und von Gästen gegessen wurde.
Selbst der Versuch des Besitzers, zumindest das Fell oder die Überreste seines Tieres beim zuständigen Fleischer zu bergen, scheiterte – diese seien längst im Müll gelandet, hiess es.
Auch der mutmassliche Dieb, der ausfindig gemacht werden konnte, soll jede Entschuldigung verweigert und Guo laut Medienberichten mit den Worten abgefertig haben: «Der Hund ist tot, also mach nicht so ein Theater. Ich habe nicht gegen das Gesetz verstossen.» Der Mann habe zudem behauptet, er habe Chutou für einen streunenden Hund gehalten – obwohl das Tier ein Halsband samt Tracker getragen habe.
Der tragische Fall, der im Netz hohe Wellen schlug, offenbart ein Problem: In China gibt es bis heute kein nationales Gesetz, das Haustiere als fühlende Wesen schützt. Rechtlich werden Haustiere weitgehend als reine Sachwerte behandelt.
Die örtliche Polizei hat zwar Ermittlungen aufgenommen, doch ob es zu einer strafrechtlichen Anklage kommt, hängt rein am Geldwert. Juristen zufolge greife das Strafrecht bei Diebstahl in China erst ab einem Sachwert von 2000 Yuan. Guo versucht nun anhand der Berühmtheit und des Marktwertes seines Hundes zu beweisen, dass diese Grenze überschritten wurde. Den emotionalen Verlust fängt das Gesetz indessen nicht auf.
Chutous Schicksal befeuert eine ohnehin hochemotionale Debatte im Land. Im Jahr 2020 wurden Hunde offiziell von der nationalen Liste für Nutztiere gestrichen und progressive Metropolen wie Shenzhen haben den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch komplett untersagt. Dennoch schätzen Tierschützer, dass landesweit nach wie vor jährlich etwa zehn Millionen Hunde für den Fleischhandel getötet werden.
Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung – insbesondere die jüngere Generation – den Konsum strikt ablehne, gilt Hundefleisch in einigen Regionen Chinas noch immer als traditionelle Delikatesse. Ein trauriger Höhepunkt dieser Praxis ist das umstrittene Hundefleisch-Festival in Yulin, das jährlich im Juni stattfindet.
Guo kämpft laut Medienangaben nun darum, dass der Tod seines geliebten Chutou nicht ungehört verhallt. Er möchte den Fall international publik machen, um ein Zeichen gegen den illegalen Haustierdiebstahl und für schärfere Tierschutzgesetze in seiner Heimat zu setzen.