«Leichensäcke gingen aus» Iran soll bis zu 30'000 Menschen innert zwei Tagen getötet haben

SDA

25.1.2026 - 10:40

Dieses Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen.
Dieses Foto soll Iraner bei einem Protest gegen die Regierung in Teheran zeigen.
Uncredited/UGC/AP/dpa/Keystone

Bei den Protesten im Iran könnten noch viel mehr Menschen getötet worden sein, als bisher befürchtet. Zwei Regierungsangestellte sprechen von bis zu 30'000 Opfern allein am 8. und 9. Januar 2026.

Keystone-SDA

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  • Laut dem Time-Magazin könnten iranische Sicherheitskräfte am 8. und 9. Januar bis zu 30'000 Protestierende getötet haben, basierend auf Aussagen zweier hoher Beamter des iranischen Gesundheitsministeriums.
  • Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten, Verletzten und Festnahmen, warnen aber wegen Internetblockaden vor unvollständigen Daten.
  • Die iranische Regierung nennt deutlich niedrigere Opferzahlen und macht Israel und die USA verantwortlich.

Bei den Protesten im Iran könnten nach Informationen des «Time-Magazin» allein an zwei Tagen bis zu 30'000 Menschen getötet worden sein. Die US-amerikanische Zeitschrift beruft sich auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums.

Demnach sollen am 8. und 9. Januar so viele Menschen von iranischen Sicherheitskräften getötet worden sein, dass die staatlichen Behörden mit der Bergung und Beseitigung der Leichen überfordert gewesen seien. Laut den Beamten gingen Leichensäcke aus und statt Krankenwagen seien Lastwagensattelauflieger genutzt worden.

Wegen Internetblockade Auswertung sehr langsam

Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA meldete nach eigenen Angaben 5495 bestätigte Todesopfer, unter ihnen 5149 Protestierende. Zusätzlich prüft HRANA 17'031 weitere mutmassliche Fälle. Zudem sollen 7403 weitere Menschen schwer verletzt worden sein. Nach Angaben der Aktivisten haben Sicherheitskräfte 40'887 Menschen festgenommen.

Die Aktivisten weisen darauf hin, dass Auswertung und Überprüfung von Todeszahlen Zeit in Anspruch nehmen. Seit drei Wochen gebe es Internetabschaltungen und -störungen. Das genaue Ausmass der Gewalt sei deshalb noch unklar.

Irans Regierung nennt deutlich niedrigere Zahlen

Nach offizieller Darstellung gab es bei den Aufständen 3117 Tote. Mehr als 2400 Menschen seien bei «terroristischen Aktivitäten» ums Leben gekommen, behauptete der iranische Botschafter in Genf. Die iranische Regierung macht die Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich. Unabhängige Belege legten die iranischen Behörden nicht vor.

Die Proteste waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Strassen. Vor gut zwei Wochen kam es in den grossen Städten am 8. und 9. Januar dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.