Rücktritt nicht ausgeschlossen

Johnson sagt wegen «Partygate» vor interner Ermittlerin aus

SDA

17.1.2022 - 10:00

Britain's Prime Minister Boris Johnson leaves 10 Downing Street to attend the weekly Prime Ministers' Questions session in parliament in London, Wednesday, Jan. 5, 2022. (AP Photo/Frank Augstein)
Im Gegenwind: Der britische Premierminister Boris Johnson steht wegen einer Party während dem Lockdown massiv in der Kritik. 
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Begleitet von neuen Vorwürfen in der «Partygate»-Affäre hat der britische Premierminister Boris Johnson einem Bericht zufolge vor einer internen Ermittlerin ausgesagt. Sollten ihm schwere Fehler vorgeworfen werden, könnte er nach eigener Andeutung zurücktreten. 

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17.1.2022 - 10:00

Der Regierungschef habe der hohen Beamtin Sue Gray Rede und Antwort gestanden, schrieb die Zeitung «Daily Telegraph» am Montag. Das Ergebnis von Grays Untersuchung wird in Grossbritannien mit Spannung erwartet. Johnson hat angedeutet, dass er zurücktreten könnte, falls der Bericht schwere Fehler vorwirft.

Allerdings wird damit gerechnet, dass Gray keine direkten Anschuldigungen erheben wird. Kritiker deuten darauf hin, dass Johnsons Grays Chef ist und die Untersuchung daher nicht unabhängig sei.

Die Zeitung «Daily Mirror» berichtete am Montag, «der feige Premier» habe in einem weiteren Fall die von seiner Regierung vorgegebenen Corona-Regeln gebrochen. Johnson habe im Dezember 2020 an der Verabschiedung seines Militärberaters Steve Higham teilgenommen und eine Rede gehalten.

Migrationspolitik zur Ablenkung?

Die Opposition wirft dem Premier vor, die Bevölkerung wiederholt in der Affäre belogen zu haben und fordert seinen Rücktritt. Bisher haben sich sechs Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei dieser Forderung angeschlossen.

Wie die Zeitung «The Times» berichtete, will Johnson mit mehreren Personalwechseln in der Downing Street sowie der Erfüllung populistischer Forderungen die Gemüter beruhigen und seine Partei wieder hinter sich vereinen. Dazu zählt demnach unter anderem ein härteres Vorgehen gegen Migranten. So könnte das Militär gegen Flüchtlinge eingesetzt werden, die illegal den Ärmelkanal überqueren.

Asylsuchende sollen in Drittstaaten wie Ghana oder Ruanda gebracht werde, bis über ihren Antrag entschieden ist, wie die «Times» weiter schrieb.

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