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Eine interkontinentale Atomrakete des Typs Jars auf einem Raketenwerfer bei einem russischen Manöver am 21. Mai 2026.
Bild: Keystone/EPA/Russian Defence Ministry
Mit den Ausgaben für Atomwaffen könnten laut ICAN der Welthunger beendet oder der UN-Haushalt jahrzehntelang finanziert werden. Wer investiert wie viel?
Die weltweiten Ausgaben für Atomwaffen sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert gestiegen. Die neun Atommächte hätten im vergangenen Jahr gemeinsam fast 119 Milliarden Dollar für ihre Atomarsenale ausgegeben, berichtete am Dienstag die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Dies sei ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hätten diese Länder im vergangenen Jahr zusammen gut 3200 Euro pro Sekunde für ihre Atomwaffenarsenale ausgegeben. «Wir stehen vor einem neuen nuklearen Wettrüsten», warnte die Ican.
Die Organisation ICAN war die treibende Kraft hinter dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag. Sie erhielt dafür 2017 den Friedensnobelpreis. Der Vertrag trat 2021 in Kraft.
2025 hätten die USA mehr Geld für Atomwaffen ausgegeben als die acht anderen Länder mit solchen Waffen zusammen, berichtet ICAN. Insgesamt hätten sie 69,2 Milliarden Dollar investiert, gefolgt von China mit 13,5 Milliarden Dollar. Grossbritannien habe Russland auf den dritten Platz abgelöst, mit Investitionen von 12,6 Milliarden Dollar. In Russland seien es 9,5 Milliarden Dollar gewesen.
Nach Angaben von ICAN hat Russland mit 5420 die meisten Atomwaffen. Dahinter nennt sie die USA mit 5042, China mit 620, Frankreich mit 300, Grossbritannien mit 225, Indien mit 190, Pakistan mit 170, Israel mit 90 und Nordkorea mit 60.
Rechnerisch könnten die Investitionen eines einzigen Tages dafür sorgen, dass zwei Millionen Menschen nicht mehr um die nächste Mahlzeit bangen müssen, berichtet ICAN. Mit den Mitteln allein aus den letzten drei Jahren hätte demnach der Hunger in der Welt beendet werden können. «Die Ausgaben des Jahres 2025 hätten den regulären Haushalt der Vereinten Nationen für 32 Jahre decken können», heisst es in dem Bericht.