PolitikBerichte: Hisbollah-Entwaffnung kein Ziel von Israels Armee
SDA
3.4.2026 - 11:47
ARCHIV - Ein israelischer Soldaten in einem südlibanesischen Dorf an der Grenze zu Israel. Foto: Ilia Yefimovich/dpa
Keystone
Die Entwaffnung der Hisbollah im Libanon ist Medienberichten zufolge doch kein Kriegsziel der israelischen Armee. Das meldete unter anderem die «Times of Israel» unter Berufung auf einen Vertreter der Armee. Die israelische Nachrichtenseite «ynet» sprach von einer Kursänderung des Militärs. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuletzt noch auf eine Entwaffnung der vom Iran unterstützten Miliz gedrungen.
Keystone-SDA
03.04.2026, 11:47
SDA
Nach einem etwa einjährigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war im November 2024 eine Waffenruhe vereinbart worden. Teil dieses Abkommens war auch die Entwaffnung der Hisbollah, die bislang nicht umgesetzt wurde.
Mehrere israelische Medien meldeten nun, Ziel der Armee sei es, die Miliz im Nachbarland signifikant zu schwächen. «Die Entwaffnung der Organisation ist kein zwingendes Ziel am Ende dieses Einsatzes», zitierte die «Times of Israel» einen Armeevertreter. Laut «Haaretz» gehen Armeevertreter davon aus, dass die Entwaffnung der Hisbollah die Besetzung des gesamten Libanons voraussetzen würde.
Medien: Armee will Plan für «Sicherheitszone» vorlegen
Den Berichten zufolge will Israels Armee der politischen Führung in den kommenden Tagen einen Vorschlag zur Einrichtung einer «Sicherheitszone» im Südlibanon vorlegen. Nach «Haaretz»-Angaben soll diese zwei bis drei Kilometer in den Libanon hineinreichen. Demnach ist unklar, ob die Armee dort alle Häuser abreissen wird, oder ob die Anwohner zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren können. Der «Times of Israel» zufolge umfasst der Plan die Zerstörung libanesischer Dörfer in Grenznähe. Demnach sollen alle verbleibenden Einwohner Orte, die wenige Kilometer von der Grenze entfernt liegen, verlassen. Davon ausgenommen seien mehrere Orte, die von Christen bewohnt werden.
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Berlin, 27.04.2026: Krisendiplomatie in New York: Aussenminister Johann Wadephul fordert mehr Einsatz vom UN-Sicherheitsrat im Iran-Konflikt.
O-Ton Johann Wadephul, Aussenminister
«Die UN müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere der Sicherheitsrat. Kriege und Konflikte schwelen, und wir sehen zum Teil die Unfähigkeit von Staaten, effektive Konfliktlösungsmechanismen in Kraft zu setzen. Insbesondere der Konflikt um den Iran und die blockierte Strasse von Hummus wird ein Thema sein, zu dem ich auch das Wort ergreifen werde im Sicherheitsrat.»
Wadephul fordert, der UN-Sicherheitsrat müsse handlungsfähiger werden: Blockaden, auch durch China und Russland, dürften Lösungen nicht länger verhindern.
Deutschland hofft zudem auf ein UN-Mandat für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus, einer wichtigen Route für die weltweite Energieversorgung.
In New York plant Wadephul Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres sowie weiteren ranghohen UN-Vertretern und Amtskollegen. Dabei soll es auch um die Zukunft der Vereinten Nationen gehen.
28.04.2026
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt
Das deutsche Minenjagdboot «Fulda» soll schon bald aufbrechen – Verteidigungsminister Boris Pistorius will, dass es schnell geht, sollte demnächst ein Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus anstehen. Pistorius betont, Voraussetzung für einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnert er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
27.04.2026
Pete Hegseths «Pulp Fiction»-Gebet
Verteidigungsminister Pete Hegseth zitiert am 16. April auf einer Pressekonferenz in Washington ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei.
«Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos. Hegseth zitiert ein abgewandeltes Gebet, das bei der Rettung der US-Piloten im Iran gesprochen worden sei. «Sie nennen es CSAR [Combat Search and Rescue] 25:17, was meiner Meinung nach Hesekiel 25:17 reflektieren soll», sagt er und betet drauflos.
Im Video siehst du jedoch, dass es sich um ein abgewandeltes Zitat aus dem Kultfilm «Pulp Fiction» von 1994 handelt, das nur an den Bibelvers angelehnt ist.
17.04.2026
Johann Wadephul: UN muss Verantwortung im Iran-Krieg übernehmen
Einsatz im Mittelmeer: Minenjagdboot wird bald wegen Iran-Krieg verlegt