Bewaffnete verhaften führende Regierungsmitglieder im Sudan 

SDA/dpa/uri

25.10.2021 - 09:16

epa09537118 People attend demonstrations in support of the civilian government, in Khartoum, Sudan, 21 October 2021. Thousands of people marched during a demonstration called by the Alliance of Forces for Freedom and Change, the Central Council Group to support the government of Abdullah Hamdok, while the army and police forces closed the roads leading to government headquarters and main markets. EPA/MOHAMMED ABU OBAID
Menschen demonstrieren am 21. oktober 2021 in Khartoum für die Regierung. Laut Medienberichten ist es im Sudan nun zu einem Militärputsch gekommen. 
Bild: Keystone

Im Sudan ist es offenbar erneut zu einem Putschversuch gekommen. Regierungschef Abdalla Hamdok und weitere Mitglieder der Regierung sind laut Medienberichten festgenommen worden. 

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25.10.2021 - 09:16

Im ostafrikanischen Sudan soll es nach Berichten am frühen Montagmorgen einen Putschversuch gegeben haben. Der Ministerpräsident Abdullah Hamduk sei von Angehörigen des Militärs an einen unbekannten Ort verschleppt worden, hiess es in einer Mitteilung auf der offiziellen Facebook-Seite des Informationsministeriums. Zuvor berichteten der Sender Al-Hadath und das Nachrichtenportal Sudan Tribune über den Putschversuch.

Der Mitteilung des Informationsministeriums zufolge habe sich Hamduk geweigert den Putsch zu unterstützen und die sudanesische Bevölkerung aufgerufen, «am Frieden festzuhalten und die Strassen zu besetzen, um die Revolution zu verteidigen». Mitglieder der Übergangsregierung und mehrere Minister sollen ebenfalls festgenommen worden sein, hiess es.

Internet und das Mobilfunknetz blockiert

Das Internet und das Mobilfunknetz seien blockiert und Brücken gesperrt, hiess es weiter auf der verifizierten Facebook-Seite des Informationsministeriums. Das Militär habe die Zentralen von Radio- und Fernsehsendern in Omdurman, nahe der Hauptstadt Khartum gestürmt, und dort Mitarbeiter festgenommen.

Der Sudan wurde fast 30 Jahre lang von Omar al-Baschir regiert. Der Langzeit-Machthaber wurde im April 2019 durch monatelange Massenproteste und einen Militärputsch aus dem Amt getrieben. Daraufhin einigten sich das Militär und die zivile Opposition auf eine gemeinsame Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen ebnen soll.

Bereits im September kam es zum Putsch

Nach Regierungsangaben war es bereits am 21. September zu einem Putschversuch gekommen. Seither hat sich die politische Lage im Sudan weiter zugespitzt. Seit Wochen gibt es immer wieder Proteste. Demonstranten verlangten den Rückzug des Militärs aus der Regierung und demokratische Reformen.

Der Sudan wurde fast 30 Jahre lang von Omar al-Baschir regiert. Der Langzeit-Machthaber wurde im April 2019 durch monatelange Massenproteste und einen Militärputsch aus dem Amt getrieben. Daraufhin einigten sich das Militär und die zivile Opposition auf eine gemeinsame Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen ebnen soll.

SDA/dpa/uri