«Werde einbezogen»Bieterschlacht um Medienriese Warner Brothers – bekommt Trump bald Einfluss auf CNN?
dpa
9.12.2025 - 12:42
Paramount will Netflix mit feindlicher 108-Mrd-Offerte für Warner Bros ausstechen
STORY: Das Tauziehen um Warner Bros Discovery geht in eine neue Runde: Der Unterhaltungskonzern Paramount Skydance legte am Montag ein 108 Milliarden Dollar schweres, feindliches Übernahmeangebot für den Rivalen vor. Damit will Paramount den Streamingdienst Netflix ausstechen. Dieser hatte nach einem wochenlangen Bieterwettstreit die Übernahme grosser Teile von Warner Bros für 72 Milliarden Dollar angekündigt. Die Aktien von Warner Bros stiegen am Montag an der Wall Street um bis zu acht Prozent auf ein Vier-Jahres-Hoch von rund 28 Dollar. Unter Branchenkennern gilt Paramount als bester Kandidat für eine Übernahme von Warner Bros. Zum einen verfügt Firmenchef David Ellison über grosse finanzielle Mittel. Denn er ist der Sohn von Larry Ellison, dem Oracle-Mitgründer und zweitreichsten Mann der Welt. Darüber hinaus pflegt das Unternehmen enge Beziehungen zur Regierung des US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte am Wochenende angekündigt, sich in die geplante Fusion von Netflix und Warner Bros einschalten zu wollen. Allerdings muss auch Paramount mit einer verschärften Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden rechnen. Bei einem Zusammenschluss lägen mehrere bekannte und grosse Filmstudios in einer Hand. Darüber hinaus droht ein Jobabbau in der Unterhaltungsindustrie.
09.12.2025
Um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ist eine öffentliche Bieterschlacht entbrannt. Paramount will Netflix überbieten. Ein Schwiegersohn von Donald Trump ist beteiligt.
DPA
09.12.2025, 12:42
09.12.2025, 15:04
dpa
Keine Zeit? bue News fasst für dich zusammen
Netflix will das Gros von Warner Brothers für 66,7 Milliarden Franken kaufen – nun bietet Paramount Skydance 87,4 Milliarden für eine komplette (feindliche) Übernahme.
Hinter dem Angebot von Paramount Skydance steckt auch Geld von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und aus dem Nahen Osten.
Trump kündigt an, sich einzumischen: An der Paramount-Spitze stehen zwar befreundete Milliardäre, doch der Präsident kritisierte den Sender auch wegen eines Marjorie-Taylor-Greene-Interviews.
Netflix will das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers für 82,7 Milliarden Dollar, also 66,7 Milliarden Franken, kaufen: Die TV-Sender wie CNN sollten von dem Deal ausgeklammert werden. Doch jetzt fährt Paramount Skydance Netflix in die Parade.
Zu früh gefreut: Den Schweizer Netflix-Kunden wird verkauft, dass der Deal schon in trockenen Tüchern ist.
bue News
Hinter dem Konzern steht mit Larry Ellisons Sohn David ein Freund der Familie Trump – und sein Angebot wird von Jared Kushner und Geld aus Nahost untermauert. Paramount Skydance will auch die TV-Sender übernehmen.
Das wichtigste zum US-Wirtschaftskrimi hier in 5 Punkten:
Das feindliche Übernahmeangebot
Der Medienkonzern Paramount Skydance will den Hollywood-Rivalen Warner Brothers nicht kampflos Netflix überlassen und wendet sich mit einem Angebot direkt an die Aktionäre.
Someone told me to watch this SNL sketch about America’s “media-opoly.”
It feels eerily prophetic given the Warner Bros/Netflix/Paramount merger saga. Watch.
Paramount bietet für den heutigen Gesamtkonzern Warner Bros. Discovery 108,4 Milliarden Dollar, also 87,4 Milliarden Franken. Unter den Geldgebern ist dabei auch die Investmentfirma Affinity Partners von Jared Kushner, der ein Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump ist.
Netflix hatte sich vergangene Woche auf eine knapp 83 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Studio- und Streaming-Geschäfts von Warner geeinigt – ohne die aktuell noch dazugehörenden Fernsehsender wie CNN.
Geld aus den Emiraten
Ein solcher Vorstoss von Paramount Skydance war schon bei Verkündung des Netflix-Deals nicht ausgeschlossen worden. Paramount wurde erst vor wenigen Monaten von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Software-Milliardärs Larry Ellison übernommen.
David Ellison, der. Sohn von Oracle-Mitgründer Larry Ellison, steht bei Paramount Skydance an der Sptze. Die Familie steht Trump nahe.
KEYSTONE
Medienberichten zufolge ging Paramount angesichts der guten Beziehungen zum Weissen Haus zuvor davon aus, sich auch bei Warner durchsetzen zu können – das Management dort entschied sich aber für das Netflix-Angebot. Paramount macht nun einige Änderungen, die die Erfolgschancen verbessern könnten.
Das Warner-Management hatte unter anderem bemängelt, dass das Paramount-Angebot auch 24 Milliarden Dollar der Staatsfonds von Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar enthält. Diese würden nun – genauso wie Kushners Affinity – auf ein Mitspracherecht im Geschäft, etwa durch einen Sitz im Verwaltungsrat verzichten.
Make no mistake—both Netflix and Paramount are fucking awful choices in the continued consolidation of our industry but if it comes down to Kushner and the Saudis, Netflix is the lesser of two evils
Der chinesische Konzern Tencent ist nicht mehr bei dem Gebot dabei. Wie viel Geld genau von Affinity kommen soll, blieb zunächst unklar. Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Trump sagte auf Fragen von Reportern im Weissen Haus zu Kushners Beteiligung an dem Deal, er und sein Schwiegersohn hätten nie darüber gesprochen.
Warum Hollywood gegen Netflix ist
Die Ellisons – Paramount Skydance wird nun von Larrys Sohn, dem Filmproduzenten David geführt – wollen mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery schnell an Grösse gewinnen. Denn ihr Konzern ist mit dem Streamingdienst Paramount+ heute nur einer der kleineren Player in dem Markt.
Netflix hat unterdessen mehr als 300 Millionen Kundenhaushalte weltweit und Warners HBO Max nach jüngsten Angaben 128 Millionen Abo-Kunden. In Hollywood stiess der Netflix-Deal auf viele negative Reaktionen.
bugs bunny was literally the first guy in drag i ever saw but ok
Unter anderem wird befürchtet, dass der Streaming-Riese Filme von Warner Brothers zwar weiterhin auch in die Kinos bringt, aber danach auch viel schneller im Streaming – was Filmtheater Geld kosten könnte.
Netflix hatte im eigenen Geschäft auch bei aufwendigen Produktionen stets Streaming statt Kinos priorisiert und damit einige Filmemacher verärgert. David Ellison sagt jetzt, Paramount wolle Hollywood retten.
Was wird aus CNN? Trump will sich einmischen
Der Bieterwettkampf hat aber auch eine politische Dimension, weil zu Warner Bros. Discovery auch CNN gehört. Der Nachrichtensender, der oft kritisch über Trump berichtet, ist dem Präsidenten ein Dorn im Auge.
In den USA wurde vielfach spekuliert, das Weisse Haus könne deshalb an einem Erfolg der Ellison-Familie interessiert sein. Beim Paramount-Sender CBS gab es nach dem Kauf Änderungen in der Nachrichtenredaktion.
The WSJ reports that David Ellison met with Trump in December to discuss plans to buy Warner Brothers.
He said he would make “sweeping changes” to CNN.
They’ve already destroyed CBS
The Pentagon Press pool is loyalists & “influencers”
The threats to CNN should concern everyone.
Nachdem die CBS-Sendung «60 Minutes» vorgestern ein Interview mit der ins Lager der Trump-Kritiker gewechselten republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene ausstrahlte, schimpfte Trump allerdings, die neuen Eigentümer seien auch nicht besser als die alten.
Trump mutmasste zugleich am Wochenende, die Grösse von Netflix könne ein Problem bei der Wettbewerbsprüfung werden – und sagte, dass er persönlich in eine Entscheidung über die Freigabe des Deals involviert sein werde.
Q: Should Netflix be allowed to buy Warner Brothers?
TRUMP: That's a question. They have a very big market share. I'll be involved in that decision
Netflix argumentiert, man dürfe nicht allein den Streaming-Markt betrachten, sondern müsse bedenken, dass die Anbieter auch mit Video-Plattformen wie Youtube und Tiktok um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurrierten.
Bei einem Auftritt auf einer Investorenkonferenz wenige Stunden nach dem Paramount-Angebot zeigten sich die Netflix-Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters überzeugt, dass sie den Deal am Ende über die Ziellinie bringen.
If Paramount is allowed to take over Warner Bros. Discovery, the conservative billionaire Ellison family will control:
Paramount Studios
CBS
CNN
MTV
HBO
Comedy Central
Nickelodeon
Cartoon Network
Warner Bros.
DC Studios
Fandango
New Line Cinema
TNT Sports
TBS
Oracle
And more.
Netflix sagte Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar für den Fall zu, dass die Übernahme an Bedenken der Wettbewerbshüter scheitern sollte.
Paramounts Angebot an die Anteilseigner von Warner Bros. Discovery, ihre Aktien für jeweils 30 Dollar zu verkaufen, läuft zunächst bis zum 8. Januar, könnte aber verlängert werden. Die Warner-Aktie legte im US-Handel gestern zeitweise um über vier Prozent auf rund 27,30 Dollar zu.
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