Chloroquin erhöht Sterblichkeitsrate — Trump nimmt es trotzdem 

Agenturen/red.

22.5.2020 - 20:45

Erst kürzlich hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er das Malariamittel Hydroxychloroquin zur Vorbeugung gegen Covid-19 einnehme — doch das Medikament erhöht die Sterblichkeitsrate sogar deutlich. Derweil haben Forscher in Deutschland in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau erstmals das Coronavirus nachgewiesen. Das Aktuellste in der Übersicht.

Das Wichtigste vom Tag in Kürze:

  • In Frankreich sinkt die Zahl neuer Covid-19-Opfer weiter.
  • Inzwischen sind mehr als 100'000 Menschen in Afrika mit dem Coronavirus infiziert.
  • In Madrid und Barcelona sowie anderen Regionen Spaniens treten ab Montag bedeutende Lockerungen der scharfen Anti-Corona-Massnahmen in Kraft.
  • Corona-Impfstoff: Erstmals sind erste Erfolge beim Menschen sichtbar.
  • SVP-Parteipräsident Albert Rösti kritisiert die Machtfülle des Bundesrats – und seinen Parteifreund Guy Parmelin, weil sich dieser gegen die Begrenzungsinitiative stellt.
  • Deutsche Forscher haben erstmals in Muttermilch das Coronavirus nachgewiesen.
  • Die EU will nach der Corona-Krise mehr als 100 Milliarden Euro in grüne Mobilität investieren.
  • In Russland habe sich die Corona-Lage stabilisiert, teilte Präsident Wladimir Putin mit.
  • Brasilien empfiehlt offiziell das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin gegen Corona.
  • Eine Studie fand heraus, dass die Einnahme von Chloroquin bei Covid-19-Patienten zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führt.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 13 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, 23 weniger als am Vortag. Insgesamt gab es 30'707 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bislang mindestens 1'902, sechs mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Erstmals ist es Virologen aus Ulm gelungen, das Coronavirus in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe.

Unterdessen zeigt ein an Menschen getesteter Corona-Impfstoff erstmals kleine Erfolge. Der in China getestete Impfstoff Ad5-nCoV habe sich in einer ersten Versuchsphase als sicher und gut verträglich herausgestellt, schreiben die Forscher im Journal «The Lancet» vom Freitag. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

22 Uhr: Damit endet der Corona-Ticker für heute

21.15 Uhr: Quarantäne für Reisende nach Grossbritannien

Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen. Das sagte Innenministerin Priti Patel am Freitag vor den Medien in London.



20.45 Uhr: Niedriger Anstieg der Covid-Opferzahl in Frankreich hält an

In Frankreich sinkt die Zahl neuer Covid-19-Opfer weiter. Innerhalb von 24 Stunden sind 74 Menschen an der Krankheit gestorben, am Vortag wurden 83 vermeldet. Auch bei den Corona-Intensivpatienten sank die Zahl um 44 auf 1'701, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Paris mitteilte. Erstmals haben die Behörden nicht die Gesamtbilanz der Corona-Toten seit Ausbruch der Pandemie bekannt gegeben. Bis zum Donnerstag lag die Zahl bei 28'215.

20.10 Uhr: WHO: Südamerika ist «ein neues Epizentrum» der Corona-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet die rasant ansteigende Zahl der Coronavirus-Infektionen in Südamerika mit Sorge. Der Kontinent sei «zu einem neuen Epizentrum der Krankheit geworden», sagte WHO-Experte Michael Ryan am Freitag in Genf. «Es herrscht grosse Besorgnis um diese Länder, aber Brasilien ist derzeit eindeutig am stärksten betroffen», sagte Ryan weiter.

19.15 Uhr: Corona-Tote mit mutmasslich irreversiblen Lungenschäden

Ärzte der Augsburger Uniklinik haben bei der Obduktion verstorbener Corona-Patienten durchwegs «ungewöhnlich schwere, teils mutmasslich irreversible» Schäden im Lungengewebe festgestellt.

Sie seien offensichtlich nicht bei der Beatmung, sondern am ehesten direkt durch das Virus entstanden, teilte die Uniklinik am Freitag mit. Das Ärzteteam sehe die Veränderung als Todesursache an.

18.30 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Afrika überschreitet Schwelle von 100'000 Fällen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Afrika hat die Schwelle von 100'000 Fällen überschritten. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben haben sich auf dem Kontinent bis Freitag 100'002 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Fast 3'100 Infizierte starben. Mit fast 700 Todesfällen ist Ägypten das Land mit den meisten Toten, danach folgt Algerien mit 575 Todesfällen.

18.05 Uhr: Wieder Freunde treffen in Spanien: Corona-Lockerungen in Madrid und Barcelona

Endlich wieder Freunde treffen, Sport treiben, Shoppen im Modegeschäft oder einen «Cafecito» im Strassencafé: In Madrid und Barcelona sowie anderen Regionen Spaniens treten ab Montag bedeutende Lockerungen der scharfen Anti-Corona-Massnahmen in Kraft. Die beiden grössten und am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Städte des Landes gehen angesichts sinkender Infektionszahlen von der Phase null in die Phase eins des abgestuften Öffnungsplanes der Regierung über. 



17.42 Uhr: Impfstoff zeigt Erfolg

Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hiess es in einer am Freitag im Fachjournal «The Lancet» veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology.

Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

«Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein dar», erklärte Institutsprofessor Wei Chen als Studien-Verantwortlicher in Peking. Eine einzelne Dosis von Ad5-nCoV reiche demnach aus, um in 14 Tagen bei den Probanden virus-spezifische, neutralisierende Antikörper und eine entsprechende Reaktion spezieller Abwehrzellen (T-Zellen) zu erzeugen.

Er riet dazu, die Ergebnisse dennoch «vorsichtig» zu interpretieren. «Es zeigt sich eine vielversprechende Vision für eine Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen, aber wir sind immer noch weit entfernt von einem Impfstoff, der allen zugänglich ist», sagte er.

Ad5-nCoV wurde 108 gesunden Freiwilligen im chinesischen Wuhan verabreicht und die Wirkung bis 28 Tage danach ausgewertet. Eine finale Auswertung soll es nach sechs Monaten geben. Eine Doppelblind-Studie mit Kontrollgruppe wurde als Phase 2-Versuch mit dem Wirkstoff ebenfalls in Wuhan bereits gestartet. Momentan sind nach «Lancet»-Angaben mehr als 100 mögliche Wirkstoffe gegen Covid-19 weltweit in der Entwicklung.

17.30 Uhr: Corona-Lage in Russland hat sich stabilisiert

Im Kampf gegen das Coronavirus sieht der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge. Die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert, sagte er am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. «Bisher ist diese positive Dynamik nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Manchmal ist sie instabil, aber sie existiert.» Etwa 165'000 Corona-Patienten könnten die Kliniken aufnehmen. 30 Prozent dieser Betten seien derzeit nicht belegt.

Russland ist nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins nach den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Infektionen. Mit Stand Freitag haben sich nach russischen Behördenangaben mehr als 326'400 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden 3'249 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert. 99'800 Menschen galten als genesen. Seit Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten unter 10'000.

Wladimir Putin erklärte in einer Kabinettssitzung am Freitag, dass er erste Erfolge im Kampf gegen Corona sehe.
Bild: Keystone

Die Hälfte aller Corona-Fälle entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Dort gelten seit Wochen strenge Ausgangssperren. Nennenswerte Erleichterung stellte Bürgermeister Sergej Sobjanin noch nicht in Aussicht, erst wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinke.

Vom kommenden Montag an soll es lediglich kleinere Lockerungen geben. Laut Stadtverwaltung öffnen dann weitere staatliche Dienstleister, aber nur mit vorherigem Termin. Carsharing soll wieder möglich sein. Ein Auto muss aber mindestens fünf Tage lang gemietet werden.

Putin mahnte, Russland müsse auch für eine zweite Corona-Welle im Herbst gewappnet sein. Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte: «Die Zahl der Toten dürfte im Mai ernsthaft steigen.»

17.19 Uhr: Chloroquin erhöht Sterblichkeitsrate

Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er das Malariamittel Hydroxychloroquin zur Vorbeugung gegen Covid-19 einnehme. Nun zeigt eine weltweite Studie mit 96'000 Covid-19-Patienten, dass diejenigen, die mit dem Medikament behandelt wurden, eine höhere Sterblichkeitsrate aufwiesen.

Die beiden Malariamedikamente Hydroxychloroquin und Chloroquin hätten bei Patientinnen und Patienten, die mit Covid-19 hospitalisiert wurden, keinen Nutzen gezeigt, sagte Mandeep Mehra, der Chef des Center for Andvanced Heart Disease der Universität Harvard in Boston, gemäss einer Mitteilung des Universitätsspitals Zürich vom Freitag.

Im Gegenteil: Die Daten wiesen auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. So verstarben 11,1 Prozent der Patienten, die mit einem der beiden Medikamente behandelt worden waren, im Spital. Bei einem Vergleich mit einer Kontrollgruppe unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Risikofaktoren lag die Sterblichkeitsrate bei 9,3 Prozent.

17.15 Uhr: Schutzkonzept für kulturelles Leben

Damit Kulturveranstaltungen bald wieder stattfinden können, haben drei Verbände (der Schweizerische Bühnenverband, der Schweizer Verband der technischen Bühnen- und Veranstaltungsberufe sowie der Verband der Schweizerischen Berufsorchester) ein 64 Seiten langes Schutzkonzept entworfen und reichen es beim Bund ein.

Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, werden dabei vier Quadratmeter pro Person eingeplant – egal, um welche Sparte es sich handelt. Bei Proben und auf der Bühne ist direkter Körperkontakt zu vermeiden, Küsse und Berührungen im Gesicht sind verboten. Weiterhin wird empfohlen, in kleinen, festen Gruppen zu arbeiten, damit die Übersicht über die Kontakte behalten werden kann. Das Publikum soll über viele verschiedene Eingänge in den Saal kommen und ihn wieder verlassen.

Am 27. Mai wird der Bundesrat dann darüber entscheiden, wie voll die Säle sein dürfen und ab wann sie überhaupt wieder geöffnet werden.

16.50 Uhr: Grossbritannien plant Quarantäne

Die britische Regierung will voraussichtlich im Juni eine zweiwöchige Quarantäne für Reisende einführen, die in das Land kommen. Der BBC zufolge könnten Zuwiderhandlungen mit Bussen von bis zu 1'000 Pfund geahndet werden. Die Quarantäne soll demnach für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Die Regierung wollte die Pläne einem Sprecher zufolge noch am Freitag ankündigen.

In der Luftfahrtbranche stiessen die Vorschläge auf Kritik. Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Massnahme gewarnt. Ohne zeitliche Befristung mache eine solche Quarantänepflicht «eine bereits schwierige Situation schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und alle Unternehmen, die daran hängen», hiess es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Die Menschen würden dann ganz einfach nicht mehr von und nach Grossbritannien reisen, hiess es weiter.

16.41 Uhr: Roboter desinfiziert Oberflächen

Ein Freiburger Unternehmen hat seinen Sicherheitsroboter mit einer zusätzlichen Aufgabe betraut. Das Gerät desinfiziert nun auch alle Oberflächen, die potenziell mit dem Coronavirus verseucht sein könnten.

Rovéo, so der Name des Roboters, war ursprünglich während der Nacht für die Sicherheit der Büros im Technopark von Villaz-St-Pierre zuständig. Das Gerät auf vier Rädern kann sich autonom fortbewegen. Es verfügt unter anderem über akustische und thermische Sensoren. Mit Laser kann Rovéo Distanzen messen und so seine Umgebung in 3D aufzeichnen.

Nun kann der Roboter auch Oberflächen aufspüren, die potenziell Coronaviren tragen, etwa Türfallen, Getränkeautomaten oder Sitzungstische, wie der Chef des Start-ups, Thomas Estier, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Dazu wurden Rovéo spezielle UV-Lampen eingebaut, mit denen die DNA von Viren und Bakterien zerstört werden kann. Der Desinfektionsroboter befindet sich noch in der Testphase. Anders als andere Roboter kann Rovéo seine Energie gezielt auf Flächen konzentrieren, ohne «grosse Mengen UV-Strahlen abzugeben», wie Estier ausführte. Wenn der Roboter Anklang findet, will die Firma Rovenso im Herbst oder Winter in Produktion gehen.

16.10 Uhr: Erstmals Virus in Muttermilch nachgewiesen

Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Gross von der Universität Ulm mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. 

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber – ebenso wie ihr Kind – auch positiv getestet.

Forscher haben das Coronavirus erstmals auch in Muttermilch nachgewiesen.
Bild: Keystone

In den Muttermilch-Proben der zuerst erkrankten Frau fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf das neue Coronavirus. Das Ergebnis in den Proben der zweiten Mutter war dagegen vier Mal positiv. Woran das liegt, sei derzeit noch nicht klar. Nach 14 Tagen sei kein Virus mehr in der Muttermilch nachweisbar gewesen und die Mutter sowie ihr Kind erholten sich von Covid-19.

Die später erkrankte Mutter hatte beim Umgang mit ihrem Kind einen Mund-Nasen Schutz getragen und Hände und Brüste desinfiziert. Zudem sterilisierte sie regelmässig die Utensilien für das Stillen. Es bleibe unklar, ob sich das Baby tatsächlich beim Stillen infizierte. «Unsere Studie zeigt, dass Sars-CoV-2 bei stillenden Frauen mit akuter Infektion in der Muttermilch nachweisbar sein kann. Aber wir wissen noch nicht, wie oft dies der Fall ist, ob die Viren in der Milch auch infektiös sind und durch das Stillen auf den Säugling übertragen werden können.» Typischerweise wird das Virus über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bisher keinen Nachweis des neuen Coronavirus in Muttermilch verzeichnet. «Es gibt keinen Grund, das Stillen zu vermeiden oder zu beenden», heisst es dazu in den Empfehlungen auf der Homepage der Organisation.

15.15 Uhr: Bern für offenen Geldverkehr mit armen Ländern

Appell der Schweiz: Viele im Ausland lebende Migrantinnen und Migranten überweisen regelmässig einen Teil ihres Einkommens an ihre Familien in der Heimat. Aufgrund der COVID-19-Pandemie verzeichnen Länder mit niedrigem Einkommen jedoch einen massiven Einbruch bei diesen Geldzuflüssen aus dem Ausland. Deshalb ruft die Schweiz die internationale Gemeinschaft zusammen mit dem Vereinigten Königreich dazu auf, die Kanäle für diese Überweisungen weiterhin offen zu halten, da sie für die am stärksten benachteiligten Gemeinschaften lebenswichtig sind. 

Eine Tausendernote bildet über Fünffrankenstücken ein Dach.
Bild: Keystone

Rücküberweisungen sind die Lebensgrundlage für viele Familien von Arbeitsmigrantinnen und -migranten in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens. In mehreren Ländern machen die Rücküberweisungen inzwischen mindestens 25 Prozent des BIP aus. Nach einem Rekordhoch von 550 Milliarden US-Dollar Rücküberweisungen im Jahr 2019 droht angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen COVID-19-Pandemie ein massiver Einbruch.

Die Weltbank prognostiziert einen Rückgang der Überweisungen in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen um etwa 20 Prozent oder 110 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Ohne eingehende Überweisungen der Migrantinnen und Migranten und Mitgliedern der Diaspora können sich viele Familien keine lebensnotwendigen Güter und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Wohnen, Bildung und Gesundheitsversorgung mehr leisten. Dies kann auch zu einem erhöhten Migrationsdruck führen.

15 Uhr: Auns ärgert das BAG

Nach der SP im März hat nun die Auns ein Sujet der Corona-Kampagne des BAGs für eigene, politische Zwecke missbraucht: Mit dem «Abstand halten»-Plakat will die Gruppe für ihre Position bei der Abstimmung zur Begrenzungsinitiative am 27. September werben. Laut «Nau» ist das Bundesamt darüber aber gar nicht glücklich und ihre Marke geschützt. Gut möglich also, dass Auns bald vom eigenen Werk Abstand nehmen wird.

Bild:  Auns

14.45 Uhr: 1'000 sehen illegales Fussballspiel in Lausanne

Ein nicht offizielles Fussballspiel hat in Lausanne am Donnerstagabend fast 1'000 junge Menschen angelockt. Dies, obwohl Massenveranstaltungen wegen des Coronavirus verboten sind. Die Polizei nahm niemanden fest, sondern leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen des Anlasses zu identifizieren.

«Angesichts der Zahl der Anwesenden hätte ein Eingreifen für die Polizei kontraproduktiv und sogar gefährlich werden können», sagte ein Sprecher der Stadtpolizei Lausanne dem Westschweizer Radio RTS. Die Polizei habe Abstand gehalten, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Das wilde Spiel fand in Les Boveresses, im oberen Teil der Stadt, statt. «Wir wussten, dass sich da etwas zusammenbraut, aber wir kannten den genauen Ort nicht. Deshalb war es schwierig, das Spiel im Vorfeld zu verhindern«, sagte der Polizeisprecher weiter. Diese Art von Begegnung zwischen jungen Menschen würden in den sozialen Netzwerken organisiert. In den vergangenen Tagen hätten weitere solche Spiele im Kanton Waadt stattgefunden.

14.30 Uhr: Österreich pumpt Millionen in ÖV-Ausbau

Die österreichische Regierung investiert im Kampf gegen die coronabedingte Wirtschaftskrise 300 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr. So sollen neue regionale Bahnstrecken errichtet, bestehende modernisiert und das Angebot verbessert werden, erklärten Finanzminister Gernot Blümel und Verkehrsministerin Leonore Gewessler in Wien.

Zudem sollen gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Bahnhöfe ausgebaut oder modernisiert werden. Gewessler sprach hier von einem Inestitionsvolumen von 250 Millionen Euro. Die erste Hälfte des 300-Millionen-Pakets wird in den Ausbau der Infrastruktur investiert - besonders in Regionalstrecken.

Da im Bahn-Infrastruktur-Ausbau viele Aufträge an österreichische Klein- und Mittelbetriebe gingen, könnten so tausende Jobs in der Alpenrepublik erhalten oder neu geschaffen werden. Die zweite Hälfte des Pakets soll für eine Verbesserung des Angebots genutzt werden. Dabei sollen Zugverbindungen «öfter und länger und in mehr Regionen» verkehren.

14.20 Uhr: Update Spanien

Spanien ist zum ersten Mal seit dem 16. März bei den Corona-Toten unter die Zahl 50 gerutscht, nachdem zuletzt 48 Menschen an Covid-19 gestorben sind, wie «Reuters» berichtet. Zudem gab es 482 Neuinfektionen, deren Gesamtzahl damit 233'037 erreichte. 27'940 Personen sind der Seuche insgesamt erlegen.

14 Uhr: Forcierte Regenwald-Abholzung 

Während die Welt von der Corona-Krise eingenommen ist, nutzen Profiteure die internationale Ablenkung, um in Regenwäldern zuzuschlagen: Die Rate der Abholzung hat sich einer Studie desw World Wildlife Funds (WWF) zufolge vervielfacht, berichtet die «Deutsche Welle».

Die Auswertung von Satellitendaten der University of Maryland habe im März ein Plus von 150 Prozent gezeigt, in Indonesien allein seien 1'300 Quadratkilometer Wald verloren gegangen, im Kongo 1'000 Quadratkilometer und in Brasilien 950 Quadratkilometer.

13.30 Uhr: 13 neue Ansteckungen in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 13 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, 23 weniger als am Donnerstag. Insgesamt gab es 30'707 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte.

Am Mittwoch hatte das BAG noch 40 und am Dienstag 21 neu registrierte Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitagmittag 1'902, sechs mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit unverändert mit 1638 an. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Freitagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG. Landesweit wurden bislang insgesamt 364'321 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG zehn Prozent positiv.

12:45 Uhr: 6'000 neue Fälle in Indien

In Indien sind innerhalb von 24 Stunden 6'088 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Das ist nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums der höchste Anstieg an einem Tag seit dem Beginn der Pandemie im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Seit einiger Zeit lockert das Land die weltgrösste Ausgangssperre zunehmend, und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder neue Tagesrekorde. Insgesamt gibt es in Indien inzwischen mehr als 118'000 Infektionen, davon sind mehr als 3'500 an der Lungenkrankheit gestorben. Besonders betroffen von bekannten Corona-Fällen ist die Millionenmetropole Mumbai sowie ihr Bundesstaat Maharashtra.

Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden die Betten auf den Intensivstationen und Beatmungsgeräte aus. Krankenhäuser müssten Patienten abweisen. Ab kommender Woche sollen in Indien Inlandflüge wieder erlaubt sein. Inzwischen wird auch in einigen Läden, Büros und Fabriken wieder gearbeitet.

12.30 Uhr: Lufthansa-Rettung braucht noch Zeit

Die angepeilten Staatshilfen in Milliardenhöhe für die Deutsche Lufthansa sind noch nicht in trockenen Tüchern. Der Swiss-Mutterkonzern hielt sich am Freitag zurück, das von der deutschen Regierung vorgeschlagene Rettungspaket in Höhe von 9 Milliarden Euro zu bewerten.

Eine schnelle Entscheidung werde es voraussichtlich nicht geben, weil der Aufsichtsrat an diesem Freitag nicht zusammenkomme, verlautete aus Kreisen. Nur das Kontrollgremium kann die ausserordentliche Generalversammlung einberufen, die für die geplanten Kapitalmassnahmen bei einem Staatseinstieg notwendig wäre. Für dieses Aktionärstreffen gibt es laut Lufthansa eine Ladungsfrist von vier Wochen.

12.20 Uhr:  Kein Stau vor dem Gotthard

Das Tessin hat zwar extra Werbung dafür gemacht hat, die Auffahrts-Tage im Südkanton zu verbringen. Doch die  Touristen aus der Deutschschweiz bleiben aus. Auch heute Freitag herrscht vor dem Gotthardtunnel freie Fahrt, wie «Nau» berichtet.

11.40 Uhr: Zürcher Feierlaune: 40 Einsätze, 100 Lärmklagen

Die Zürcherinnen und Zürcher haben sich angesichts des warmen Wetters an Auffahrt oft nicht an die Corona-Regeln gehalten: Die Stadtpolizei musste zwischen Mittwochabend und Freitagmorgen ganze 40 Mal ausrücken, um Menschenansammlungen aufzulösen und Plätze und Wiesen zu sperren. Die Polizei zieht deshalb eine «durchzogene Bilanz», wie sie am Freitag mitteilte.

Am Auffahrtsnachmittag musste sie unter anderem die Saffa-Insel räumen, die Landiwiese, das Arboretum, die Grünflächen bei den Gemeinschaftszentren Wollishofen und Wipkingen, sowie jene bei der Werdinsel und beim Tiefenbrunnen. Nicht immer waren Lautsprecherdurchsagen und Gespräche ausreichend. Vereinzelt mussten die Leute auch weggewiesen und gebüsst werden. Um zu verhindern, dass die Personen zurückkehren und die Wiesen wieder in Beschlag nehmen, sperrte die Polizei zahlreiche Anlagen ab.

11.35 Uhr: Hartnäckige «Bachelor»-Partygäste

In der Nacht auf Donnerstag musste die Stadtpolizei zudem im Hürstwald eine Party auflösen, an der zahlreiche ehemalige und aktuelle Kandidatinnen und Kanididaten der 3+-TV-Kuppelshow «Der Bachelor« respektive «Die Bachelorette» teilnahmen.

Die meisten Feiernden verliessen den Platz freiwillig, als die Polizei eintraf. 20 Partygäste, die nicht gehen wollten, hätten dann dazu bewegt werden können, aufzuräumen und den Ort danach zu verlassen. Die Veranstalterin der Party wird von der Polizei wegen Missachtung der Covid-19-Verordnung verzeigt.

Morgens um 3 Uhr trafen sich viele Besucher dieser Party aber erneut, an einem Ort in der Nähe. Auch dort musste die Polizei anrücken. Auch in Sachen Lärm haben viele Zürcherinnen und Zürcher offensichtlich einiges aufzuholen: Bei der Stadtpolizei gingen über Auffahrt mehr als 100 Lärmklagen ein.

11.30 Uhr: Bündnis fordert soziale Überbrückungsfonds

Die Gewerkschaft Unia und rund zwei Dutzend mitunterstützende Organisationen fordern Bund und Kantone dazu auf, die Mittel für einen Covid-Überbrückungsfonds bereitzustellen. Dieser soll Personengruppen, die von den bisherigen Unterstützungsmassnahmen ausgeschlossen sind, einen sozialen und wirtschaftlichen Schutz gewährleisten.

Die Corona-Krise betreffe die prekär Angestellten besonders hart, schreiben die Organisationen. Hausangestellte, Betreuerinnen in Privathaushalten, Sans-Papiers, Scheinselbständige oder entlassene Mitarbeitende ohne Arbeitslosenentschädigung seien von den bisher beschlossenen Unterstützungsmassnahmen des Bundes ausgeschlossen. Zurzeit könnten sie weder Entschädigungen der Arbeitslosenversicherung noch der Erwerbsersatzordnung (EO) beanspruchen.

Zu den unterstützenden Organisationen zählen etwa der Christliche Friedensdienst, Médecins du Monde Suisse, das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH), Solifonds, das Netzwerk der Schweizer Selbständigen, die Nationale Plattform zu den Sans-Papiers sowie die Gewerkschaften VPOD, Syndicom und SEV.

11.15 Uhr: Renault kämpft ums Überleben

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sieht den Autohersteller Renault in einer schweren Krise. «Renault kämpft um sein Überleben«, sagte Le Maire der Zeitung «Le Figaro«. Der Konzern habe ein staatlich garantiertes Darlehen von fünf Milliarden Euro beantragt, so der Minister. «Ich habe dieses Darlehen noch nicht unterzeichnet.»

Die Regierung fordere von Renault, «Verpflichtungen in drei Bereichen einzugehen: beim Elektrofahrzeug, beim Respekt gegenüber ihren Zulieferern und bei der Lokalisierung ihrer technologisch fortschrittlichsten Aktivitäten in Frankreich.» Le Maire betonte ausserdem, dass Renaults grosse Fabrik Flins im Pariser Grossraum nicht geschlossen werden dürfe. «Dies ist die Position der Regierung und des Staates als Aktionär», sagte Le Maire am Freitagmorgen dem Sender Europe 1.

Man warte nun auf die Vorschläge des Renault-Vorsitzenden. «Es besteht dringender Handlungsbedarf», warnte er. «Renault kann verschwinden, die grossen Industriehersteller können verschwinden.» Er verheimliche den Ernst der Situation von Renault nicht, so der Minister. Schon nach dem Skandal um den früheren Konzernchef Carlos Ghosn war der Hersteller in Turbulenzen geraten.

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Absatzeinbruch führten zu der verschärften Krise. Generell sagte Le Maire zu «Le Figaro»: «Ich habe keine Skrupel, unsere Unternehmen zu retten. Welche andere Lösung gibt es? Sich mit Hunderttausenden von Entlassungen und Konkursen abzufinden? Das wäre für unsere Wirtschaft tödlich gewesen.«

11 Uhr: 38 Millionen US-Arbeitslose 

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt wegen der Corona-Krise weiter an. In der Woche bis zum 16. Mai haben mehr als 2,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Dies teilte die US-Regierung am Donnerstag mit. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den USA im März haben nunmehr bereits mehr als 38 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren – so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Die USA befinden sich in einer schweren Wirtschaftskrise.

In der Vorwoche hatte es noch knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, da viele US-Bundesstaaten begonnen haben, ihre wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die sich nur aus den Daten der Neuanträge ergebende Arbeitslosenquote läge nunmehr bei 17,2 Prozent, wie die Regierung erklärte. Im April lag die Arbeitslosenquote offiziell bereits bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten warnte die zuständige Behörde jedoch, dass die Quote bereits bei etwa 20 Prozent liegen könnte.

Das wäre der höchste Wert seit Jahrzehnten. Die Mai-Statistik wird erst Anfang Juni veröffentlicht. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote noch bei extrem niedrigen 3,5 Prozent gelegen. In den USA gab es Daten der Universität Johns Hopkins bis Freitag, 11 Uhr,  gut 1,57 Millionen bekannte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 94'700 Menschen starben demnach.

10.40 Uhr: Schweizer Städte-Tourismus leidet besonders

Die Coronavirus-Pandemie wird den Tourismus in den Schweizer Grossstädten am härtesten treffen. Dies geht aus einer Studie der Credit Suisse hervor. Die Berghotels dürften dagegen von den inländischen Gästen profitieren. Mit den nächsten Lockerungen am 8. Juni könnte auch der Tourismus in der Schweiz wieder ins Rollen kommen. Da globale Reisen aber noch immer stark eingeschränkt seien, werde man weiter auf ausländische Gäste verzichten müssen, erklärte die Credit Suisse in der am Freitag veröffentlichten Studie.

Aufgefangen werden soll dies durch Schweizer Touristen, welche ihre Ferien nun auch hauptsächlich im Inland verbringen werden. Der Kampf um inländische Touristen sei eröffnet, schrieb Studienautor Alexander Lohse. Die Frage sei nun, für welche Regionen sich die Gäste entscheiden würden. Ein Blick in die Vergangenheit zeige, dass Schweizer Hotelgäste bevorzugt in den Bergregionen übernachten würden, hiess es weiter.

Weniger im Fokus stünden die Grossstädte Basel, Bern und Genf. Eine Ausnahme sei die Region Zürich, die aber normalerweise von Grossanlässen und Geschäftsreisen profitiere, welche diesen Sommer nur eingeschränkt stattfinden würden. Laut Lohse würden die Grossstädte diesen Sommer massiv unter den ausbleibenden ausländischen Touristen leiden. Auch die Regionen Luzern/Vierwaldstättersee und das Berner Oberland haben den Ausfall vieler asiatischen Reisenden zu beklagen.

Besser sei der Ausblick für die Tourismusgebiete in den Bergregionen, wie Graubünden, das Wallis oder die Ostschweiz sowie das Tessin. Diese hingen weniger von ausländischen Gästen ab und würden diesen Sommer wohl noch stärker im Fokus der inländischen Reisenden stehen. Gerade in den Bergregionen könnten dementsprechend die fehlenden Einnahmen der ausländischen Gäste zumindest teilweise kompensiert werden. Dies werde aber hauptsächlich in den Schweizer Ferienzeiten der Fall sein. Ausserhalb der Schweizer Ferienzeiten werde die Auslastung sinken und der Wettbewerb zunehmen.

10.20 Uhr: Innerrhoder Landsgemeinde abgesagt

Die Appenzell Innerrhoder Landsgemeinde, deren Verschiebung von Ende April auf den 23. August vorgesehen war, findet nicht statt. Die Standeskommission (Regierung) hat auf das gleiche Datum Urnenabstimmungen angesetzt. Auch die Bezirksgemeinden, die traditionell jeweils kurz nach der Landsgemeinde stattfinden, sind abgesagt, wie die Innerrhoder Regierung am Freitag mitteilte.

Der Grund für die Absage sind die Einschränkungen wegen der Coronakrise. So sind Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis Ende August verboten. Die Kantone könnten für Landsgemeinden und Gemeindeversammlungen zwar von dieser Vorgabe abweichen, schreibt die Standeskommission. Es müsse aber ein wirksamer Ansteckungsschutz gewährleistet sein. «Dies ist insbesondere bei Versammlungen mit deutlich mehr als 1000 Leuten eine schwierige Aufgabe.»

Die nötigen Massnahmen würden sich massiv auf den Charakter der Landsgemeinde auswirken. Hinzu komme, dass beim Landsgemeindegottesdienst und bei den üblichen Festivitäten nach der Landsgemeinde die allgemeinen Einschränkungen des Bundes über Menschenansammlungen und das Abstandhalten gelten. Eine nochmalige Verschiebung wäre nicht zielführend. Es bestehe das Risiko, dass die Landsgemeinde wegen einer zweiten Ansteckungswelle oder wegen einschränkender Bundesvorgaben nicht durchgeführt werden könnte.

10.15 Uhr: Teure Coronakrise für Schweizer Spitäler

Der Schweizer Spitäler schätzen den finanziellen Schaden durch die Covid-19-Massnahmen auf 1,5 bis 1,8 Milliarden Franken – 80 Prozent davon wegen des Operationsverbots. Der Spitalverband H+ fordert nun einen Gesundheitsgipfel über die Kostenverteilung. Allein das Behandlungsverbot bei nicht-dringlichen Eingriffen im stationäre und ambulanten Bereich vom 16. März bis am 26. April habe zu finanziellen Ausfällen der Spitäler in der Höhe von 1,2 bis 1,4 Milliarden Franken geführt, teilte der Verein Spitalbenchmark am Freitag mit.

Er hat dazu zusammen mit den Beratungsunternehmen PwC auf Grund einer repräsentativen Stichprobe bei 13 Spitälern, drei Psychiatrien und einer Rehabilitationsklinik eine Grobschätzung vorgenommen. Demnach schlugen die Mehrausgaben für die angeordnete Bereitstellung der Kapazitäten zur Bewältigung der Pandemie mit rund 300 Millionen Franken zu Buche. Dazu kommen Mehrkosten bei den Behandlungen durch die verschärften Hygiene- und Isolationsmassnahmen in der Höhe von rund 100'000 Franken. Nicht enthalten seien in diesen Zahlen die nicht gedeckten Behandlungkosten von Covid-10-Patienten.

Auf das ganze Jahr hochgerechnet gehen Spitalbenchmark und PwC von finanziellen Ausfällen in der Höhe von 1,7 Milliarden bis 2,9 Milliarden Franken. Die grosse Differenz ergebe sich aus den vielen unbekannten Faktoren. So sei zum Beispiel nicht bekannt, ob die nicht erfolgten Eingriffe in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden könnten. Zudem könnte eine zweite Infektionswelle zu weiteren Einbussen führen. H+ fordert nun, dass die ungedeckten Mehrkosten und die Ertragsausfälle durch den Bund, die Kantone und die Versicherer kompensiert werden, wie der Verband in einer Mitteilung schrieb. 

10 Uhr: Maschinenbau vor Massenentlassungen?

Seit dem Lockdown sind bei vielen Industriefirmen die Aufträge weggebrochen. Das wird nicht ohne Folgen für die Beschäftigung bleiben. Beim Branchenverband Swissmem stellt man sich auf Massenentlassungen ein. Präsident Hans Hess jedenfalls verweist im Gespräch mit der «NZZ» darauf, dass im Nachgang zur Finanzkrise 2008 im Sektor über 20'000 Stellen verloren gegangen seien. Laut Hess könnte der Branche in den nächsten Jahren nun ein vergleichbarer Abbau bevorstehen.

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) zählte Ende 2019 noch knapp 325'000 Beschäftigte. Das bedeutet, dass etwas mehr als 6 Prozent der Stellen des Sektors in Gefahr sind. Mit seiner Aussage hat der Swissmem-Präsident einen Sinneswandel vollzogen: Anfang März hatte er an der Jahresmedienkonferenz des Verbandes noch betont, dass es im Industriesektor nicht zu einem grossen Stellenabbau kommen werde. Er erklärte, dass die Kurzarbeit als Instrument wohl genügen werde, um ohne Entlassungen durch die Krise zu kommen.

Gleichzeitig hatte er aber auch erklärt, es werde im Industriesektor grosse Absatz- und Umsatzrückgänge geben. Vor knapp zwei Wochen gab Swissmem dann die Zahlen für das erste Quartal 2020 bekannt. Die Umsätze der Branche gingen um 5,7 Prozent zurück. Die Auswirkungen der Pandemie würden die Firmen aus dem MEM-Sektor allerdings erst im zweiten und dritten Quartal richtig zu spüren bekommen, hiess es.

Das deckt sich auch mit der Aussage des Schwesterverbands Swissmechanics, der ebenfalls eine weitere Eintrübung im zweiten Quartal erwartet. Bei Swissmechanics, zu dem vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus dem MEM-Sektor gehören, haben gemäss einer Umfrage bei 400 Mitgliedern bisher etwa 16 Prozent Entlassungen ausgesprochen.

9.40 Uhr: Trump-Besuch bei Ford – Eklat wegen Maske

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch einer Fabrik im US-Bundesstaat Michigan zeitweise erneut keine Schutzmaske getragen – trotz ausdrücklicher Aufforderung von Michigans Justizministerin Dana Nessel. Fernsehbilder zeigten, wie Trump die Ford-Fabrik in Ypsilanti ansah, wo der Autobauer in der Corona-Krise Beatmungsgeräte herstellt. Nessel hatte Trump in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Schutzmaske in Michigan derzeit verpflichtend sei. Das gelte auch für den Präsidenten der Vereinigten Staaten, schrieb sie.

Trump sagte vor Journalisten, er habe auf einem früheren Teil des Fabrikrundgangs eine Maske getragen, «aber ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen». Trump zeigte daraufhin eine Maske vor, die er nach seinen Angaben getragen hatte. Er betonte, er selber und alle um ihn herum seien auf das Virus getestet worden, weswegen er keine Maske anziehen müsse. Ihm sei gesagt worden, in jenem Teil der Fabrik, in dem er mit Journalisten sprach, sei eine Maske nicht notwendig. Ford-Manager, die Trump begleiteten, trugen allerdings eine Maske.

Nessel teilte nach dem Besuch auf Twitter mit, Trump habe sich trotz mehrfacher Aufforderungen geweigert, eine Maske zu tragen. Der Präsident kümmere sich nicht um die Sicherheit der Menschen in Michigan. Ford teilte mit, Konzernchef Bill Ford habe Trump bei dessen Ankunft dazu «ermutigt», eine Schutzmaske zu verwenden. Bei einem Teil des Besuchs habe der Präsident eine Maske getragen, sie dann aber für den Rest des Besuches wieder abgelegt.

Die Richtlinien des Weissen Hauses sehen vor, dass eine Maske getragen werden soll, wenn das Einhalten des Sicherheitsabstands nicht gewährleistet ist. Trump hatte allerdings schon bei der Vorstellung der Richtlinien gesagt, er werde sich nicht an die Empfehlung halten. Medienberichten zufolge pries Trump am Rande des Besuchs auch die Abstammung von Firmengründer Henry Ford und dessen «good bloodlines«. Ford war auch für seine antisemitischen Einstellungen bekannt. In sozialen Medien sorgte die Äusserung für viele Diskussionen.

9.20 Uhr: Zürich und Winterthur geben Gastro mehr Raum

Die Cafés, Bars und Restaurants in der Stadt Winterthur dürfen sich für die Zeit der Corona-Pandemie ausbreiten: Der Stadtrat erlaubt ihnen, mehr Fläche zu beanspruchen. So können sie die Abstandsregeln einhalten und trotzdem rentabel arbeiten. Die Gastronomie ist zwar wieder offen, kann aber kaum rentabel arbeiten, weil sie wegen der Abstandsregeln viel weniger Gäste bewirten kann. 

Der Winterthurer Stadtrat will dem Gastgewerbe nun entgegenkommen und erlaubt den Betrieben, sich auszubreiten. Gartenwirtschaften können ab sofort temporär mehr Fläche in Anspruch nehmen. Wie der Stadtrat am Freitag mitteilte, soll diese Regelung möglichst unbürokratisch gehandhabt werden. Wichtig sei aber, dass Passantendurchgänge, Rettungsgassen und Fluchtwege weiterhin frei bleiben würden.

Es gibt zudem eine maximal zulässige Zahl an Sitzplätzen, um die Nachbarn wegen des zusätzlichen Lärms nicht um den Schlaf zu bringen. Die Stadt verzichtet darauf, für diese Sonderbewilligung eine Gebühr einzuziehen. Eine erteilte Bewilligung für eine grössere Aussenwirtschaft gilt so lange, bis der Bund die Abstandsregeln aufhebt, in jedem Fall aber bis Ende der Sommersaison.

Eine Regelung, wie sie nun in Winterthur gilt, gibt es auch in der Stadt Zürich. Dort entschied der Stadtrat bereits vor der Wiedereröffnung am 11. Mai, den Restaurants und Bars mehr Aussenfläche zu erlauben. In der Stadt Zürich gilt diese Sonderregelung maximal bis Ende Oktober.

9 Uhr: Historischer Umsatzeinbruch im britischen Handel

Die Umsätze im britischen Detailhandel sind im April wegen der Corona-Krise so stark eingebrochen wie noch nie. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vormonat um 18,1 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Dies ist das stärkste Minus seit Beginn der Erhebungen 1988.

Der Rückgang fiel stärker aus, als Analysten befürchtet hatten. Im April wurden Umsätze im Detailhandel während der gesamten Monats durch die Einschränkungen belastet. Viele Geschäfte blieben geschlossen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmont fielen die Umsätze im April um 22,6 Prozent.

Bereits im März hatte die Corona-Krise Grossbritannien mit Wucht getroffen. Allerdings traten die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erst im Laufe des Monats im Kraft. Daher waren die Umsätze im März nur um 5,2 Prozent im Monatsvergleich gesunken.

8.30 Uhr: Zürcher Politik gegen Maskenpflicht im ÖV

Unter den Zürcher Parteien ist nur die CVP für eine obligatorische Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, berichtet der «Tages-Anzeiger». «Eine Maskenpflicht könnte man mit relativ geringem Aufwand umsetzen», erklärt Präsidentin Nicole Barandun der Zeitung, «aber die Wirkung wäre gross.» Die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich setzen dagegen weiter auf Freiwilligkeit – und verteilen in diesem Zuge 50'000 Masken an ihre Kunden.

Der Widerspruch falle aufseiten der Bürgerlichen am deutlichsten aus. Stellvertretend bekundete FDP-Präsident Hans-Jakob Boesch: «Wir finden das jetzige Regime gut, es gibt keinen Grund, eine Pflicht auszusprechen.» SVP-Gesundheitsdirektorin Nathalie Rickli sagte: «Persönlich habe ich immer eine Maske in der Handtasche. Ich trage sie, wenn der Abstand zu den anderen Fahrgästen zu klein ist.»

8 Uhr: Fieberhafte Impfstoff-Suche

Der Medikamentenhersteller AstraZeneca hat eine Finanzierungsspritze für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus erhalten. Das britisch-schwedische Unternehmen teilte am Donnerstag mit, es habe allein von der US-Impfstoffbehörde mehr als eine Milliarde Dollar bekommen, um das Serum zu entwickeln, zu produzieren und zu liefern. Damit gebe es Vorbestellungen für 400 Millionen Dosen, obwohl das Präparat noch in der Testphase ist.

Die Investition werde die Arbeit an dem Serum beschleunigen, teilte der Geschäftsführer von AstraZeneca, Pascal Soriot, mit. Auch die britische Regierung unterstützt die Firma. Parallel bemühen sich Pharmaunternehmen wie Moderna und Sanofi ebenfalls, einen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln. Dessen Fund gilt vielen Experten als Grundvoraussetzung, um nach den Corona-Beschränkungen eine komplette Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen.

AstraZeneca teilte mit, es habe mittlerweile die Kapazität, eine Milliarde Dosen herzustellen. Es wolle aber noch weitere Abkommen schliessen, um die Kapazität in den nächsten Monaten weiter auszubauen, «um für die Lieferung eines global verfügbaren Impfstoffs zu sorgen». Seit April wird das Mittel AZD1222 in Grossbritannien getestet. Mehr als 1'000 gesunde Freiwillige im Alter zwischen 18 und 55 Jahren nehmen an der Studie teil.

Deren Ergebnisse werden in naher Zukunft erwartet. Sind die Resultate vielversprechend, sollen die Tests auf andere Länder ausgeweitet werden. AstraZeneca räumte in der Stellungnahme ein, dass der potenzielle Impfstoff möglicherweise nicht funktionieren werde. Trotz dieses Risikos wolle man aber die Testphase und die Produktion vorantreiben.

7.45 Uhr: Gefragte Ausflugsziele

Die Schweizer haben Auffahrt genutzt, um mal wieder frische Luft und Sonne zu tanken. Das Problem: Die Abstandsregeln sind dabei aber nicht immer eingehalten worden – etwa auf dem Mythen in den Schwyzer Alpen. «Der Berg sieht aus wie ein Ameisenhaufen – so viele Menschen waren unterwegs», klagte ein Leserreporter dem «Blick».

Auch der Weg zum Oeschinensee im Berner Oberland gleiche «einer Völkerwanderung»: «Es ist Wahnsinn, so viele Leute sind sonst nie unterwegs.» Am Hallwilersee seien Absperrungen umgangen worden, um zu grillieren. Ein ähnliches Bild bietet der Rosinli beim Pfäffikersee im Zürcher Oberland. 

«Es sind aussergewöhnlich viele Leute gekommen an diesem sonnigen Tag», verrät die Pächterin der Beiz an der Hochwacht dem «Tages-Anzeiger». «Es wird gehetzt und geschlendert, gebrätelt, heimlich geschimpft, sich entschuldigt und bedankt, [gegrüsst] und gelacht, als hätte es Corona gar nie gegeben.»

7.10 Uhr: Chinas Volkskongress tagt

Mit einer massiven Erhöhung der Staatsausgaben will China gegen die Abschwächung der Konjunktur durch die Pandemie mit dem neuen Coronavirus ankämpfen. «Dies sind aussergewöhnliche Massnahmen für ungewöhnliche Zeiten», sagte Regierungschef Li Keqiang am Freitag zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking zu der dafür nötigen starken Erhöhung der Staatsverschuldung. Er warnte, die Epidemie «ist noch nicht zu Ende», auch wenn China grosse Fortschritte im Kampf gegen das Sars-CoV-2-Virus gemacht habe.

Die rund 2'900 Abgeordneten sassen alle mit Mundschutz in der Grossen Halle des Volkes, während die kommunistische Führung auf dem Podium auf Gesichtsmasken verzichtete. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten gab der Ministerpräsident in seinem Rechenschaftsbericht kein Ziel für das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft in diesem Jahr vor. Er verwies auf die «grossen Unsicherheiten» hinsichtlich der Covid-19-Pandemie und der weltweiten Wirtschaftskrise. China sehe sich Faktoren gegenüber, «die schwer vorherzusagen sind».

Der Regierungschef warb für die kontroversen Pläne der kommunistischen Führung, ein eigenes Sicherheitsgesetz für Hongkong zu erlassen. Die prodemokratische Opposition in der chinesischen Sonderverwaltungszone fürchtet, zum Ziel dieses Gesetzes zu werden. Es wird sich voraussichtlich gegen Aktivitäten richten, die Peking als subversiv empfindet oder die auf eine Unabhängigkeit abzielen könnten. Kritiker sehen einen Angriff auf den Grundsatz «ein Land, zwei Systeme», nach dem die frühere britische Kronkolonie seit der Rückgabe 1997 an China autonom verwaltet wird.

5.25 Uhr: Brasilien empfiehlt Chloroquin

Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin nun zur Behandlung von mit dem Coronavirus infizierten Patienten.

Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hiess es in einem aktualisierten Leitfaden für Ärzte. Gegenüber einer früheren Version des Dokuments wurden der Titel geändert, eine Reihe von Quellennachweisen gestrichen und die Verantwortlichen für den Text namentlich genannt. Zuletzt hatte Gesundheitsminister Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsatzes des umstrittenen Medikaments überworfen hatte.

Zu den Nebenwirkungen des Präparats gehört ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmus-Störungen. Trotzdem versprechen sich einige von dem Medikament eine wirksame Waffe gegen die Corona-Pandemie. US-Präsident Donald Trump preist Hydroxychloroquin als «Geschenk Gottes» und nimmt es nach eigenen Angaben prophylaktisch, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen.

4.34 Uhr: Rösti gegen Corona-Machtfülle des Bundesrats

Der Bundesrat und das Bundesamt für Gesundheit haben nach Ansicht von SVP-Parteipräsident Albert Rösti derzeit wegen der Corona-Krise eine zu grosse Machtfülle. Die Alleinherrschaft des Bundesrates müsse sofort beendet werden, sagt der Politiker in einem Interview mit dem «Blick».



Auch mit Wirtschaftsminister und SVP-Parteifreund Guy Parmelin geht er hart ins Gericht, weil dieser die Begrenzungsinitiative der SVP als schädlich für den Standort Schweiz bezeichnet hat. Rösti: «Ich habe ihm gegenüber meine Enttäuschung über seine Aussagen ausgedrückt.»

2.03 Uhr: EU mit 100-Milliarden-Plan für grüne Mobilität

Ein europäisches Aufbauprogramm nach der Corona-Krise soll mit mehr als 100 Milliarden Euro den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie beschleunigen und zugleich eine «Renaissance der Schiene» einleiten.



Allein 40 bis 60 Milliarden Euro könnten für die Entwicklung von emissionsfreien Autoantrieben mobilisiert werden. Zudem solle ein zweistelliger Milliardenbetrag in rund zwei Millionen Ladesäulen vor allem für E-Autos investiert werden. Weitere 40 Milliarden Euro umfasse ein Bahn-Investitionspaket, das vor allem auf den Ausbau wichtiger Schienenkorridoren ausgerichtet sein soll.

1.19 Uhr: US-Flaggen auf halbmast

Wegen der schon fast 100'000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA lässt US-Präsident Donald Trump Flaggen auf halbmast hängen. «Ich werde die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden und Nationaldenkmälern über die kommenden drei Tage hinweg in Erinnerung an die Amerikaner, die wir wegen des Coronavirus verloren haben, auf halbmast hängen», kündigte er auf Twitter an. Am Montag begehen die USA den Memorial Day, an dem traditionell der Kriegsveteranen und Gefallenen gedacht wird. Auch dann werde auf halbmast geflaggt, so Trump.

Die führenden Demokraten im US-Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, hatten Trump am Donnerstag aufgefordert, die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden im Land auf halbmast zu hängen, sobald die Zahl der Toten infolge der Pandemie 100'000 erreicht. «Es würde ein nationaler Ausdruck der Trauer sein, den jeder in unserem Land so sehr braucht», erklärten Pelosi und Schumer.

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