«Niemand hat das je erwähnt» Brisante Epstein-Mails setzen Trump unter Druck – was wusste er wirklich?

Dominik Müller

13.11.2025

Fotos belegen, dass Trump und Epstein miteinander zu tun hatten.
Fotos belegen, dass Trump und Epstein miteinander zu tun hatten.
Bild: CNN

Donald Trump gerät im Epstein-Skandal erneut unter Druck. Neue E-Mails werfen dem Präsidenten vor, enger in das Missbrauchsnetzwerk verstrickt gewesen zu sein, als er zugibt.

Dominik Müller

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  • Neue E-Mails bringen Donald Trump stärker mit Jeffrey Epstein in Verbindung.
  • In den Mails behauptet Epstein, Trump habe «Stunden» mit einem Opfer in seinem Haus verbracht.
  • Die Enthüllungen kommen kurz vor einer möglichen Abstimmung im Repräsentantenhaus über die Freigabe aller Regierungsakten zu Epstein, was das Weisse Haus bisher blockiert.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus haben am Mittwoch neue E-Mails veröffentlicht, die Donald Trump stärker mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung bringen. Diese legen nahe, dass Präsident Donald Trump mehr über Epsteins Missbrauchsring wusste als bisher eingestanden, wie zahlreiche US-Medien berichteten.

In den E-Mails behauptet Epstein unter anderem, Trump habe «Stunden in meinem Haus» mit einem seiner Opfer verbracht.

Trump bestreitet jede Beteiligung an Epsteins Sexhandelsnetzwerk. Er räumt ein, Epstein in den 1990er-Jahren gekannt zu haben, spricht aber von einem Bruch in den frühen 2000ern. Nach Epsteins Tod 2019 in Haft erklärte Trump, er habe ihn «lange nicht mehr gesehen» und halte ihn für einen «Widerling».

«Niemand hat das je erwähnt»

Die jetzt veröffentlichten E-Mails stammen aus den Jahren nach Epsteins umstrittenem Deal von 2008 in Florida, bei dem er eine milde Strafe erhielt. Eine Nachricht ging an seine enge Vertraute Ghislaine Maxwell, zwei weitere an den Journalisten Michael Wolff. In einer Mail von 2011 schrieb Epstein an Maxwell, Trump habe viel Zeit in seinem Haus verbracht – und «niemand hat das je erwähnt». Maxwell antwortete: «Ich habe darüber nachgedacht.»

In einer weiteren Nachricht aus dem Jahr 2019 schrieb Epstein an Wolff: «Natürlich wusste er von den Mädchen, er bat Ghislaine aufzuhören.» Diese E-Mail entstand nur wenige Monate vor Epsteins Verhaftung wegen neuer Missbrauchsvorwürfe.

«E-Mails werfen ernste Fragen auf»

Die Abgeordneten werten die Dokumente als Beleg dafür, dass der damalige Präsident enger in den Skandal verwickelt gewesen sein könnte, als er öffentlich zugibt. «Diese neuen E-Mails werfen ernste Fragen auf – über das, was das Weisse Haus verschweigt, und über die wahre Beziehung zwischen Epstein und Trump», sagt der demokratische Abgeordnete Robert Garcia in einem Statement.

Die Veröffentlichung kommt inmitten einer hitzigen Debatte über den Umgang der Trump-Administration mit den Epstein-Akten, deren vollständige Freigabe bislang verweigert wurde.

Memoiren von Epstein-Anklägerin Giuffre posthum veröffentlicht

Memoiren von Epstein-Anklägerin Giuffre posthum veröffentlicht

Die Memoiren von Virginia Giuffre sind posthum veröffentlicht worden. Die US-Amerikanerin, die im April Suizid begangen hatte, war eine der bekanntesten Anklägerinnen des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der 2019 im Gefängnis tot aufgefunden worden war. Auch gegen Prinz Andrew setzte sich Giuffre juristisch zur Wehr.

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Trump spricht von «politischer Hexenjagd»

Trump selbst weist die Vorwürfe als «politische Hexenjagd» zurück. Er behauptet, Epstein habe in seinem Club Mar-a-Lago Personal abgeworben und sei deshalb ausgeschlossen worden. Eine der dort beschäftigten Frauen war Virginia Giuffre, die später angab, Maxwell habe sie als Minderjährige in Epsteins Sexring gelockt.

In den 1990er-Jahren hatten Trump und Epstein beide in Palm Beach und New York gelebt, sich in denselben Gesellschaftskreisen bewegt und gemeinsam Partys besucht. Nach übereinstimmenden Berichten kühlte das Verhältnis 2004 ab – angeblich nach einem Streit um eine Luxusvilla in Florida.

Heikler Zeitpunkt

Als Epstein 2011 über Trump schrieb, war dieser vor allem als Reality-TV-Star und Immobilienmagnat bekannt. Erst Jahre später stieg er zum Präsidentschaftskandidaten auf. Die Enthüllungen kommen nun zu einem Zeitpunkt, an dem das Repräsentantenhaus über die vollständige Freigabe der Regierungsunterlagen zu Epstein abstimmen will.

Die Demokraten hoffen, dass die neuen Mails Druck auf die Trump-nahen Republikaner erhöhen. Sollte der Kongress für die Offenlegung stimmen, müsste die Regierung sämtliche internen Dokumente zu Epstein und Maxwell veröffentlichen – ein Schritt, den das Weisse Haus bislang entschieden ablehnt.


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