GrossbritannienBritische Medien zählen Premierminister Keir Starmer an
SDA
5.2.2026 - 13:04
Der britische Premierminister Keir Starmer verlässt die Downing Street 10, um zu den wöchentlichen Fragen des Premierministers ins Unterhaus zu gehen. Foto: Alastair Grant/AP
Keystone
Die Verbindung von Parteiveteran Peter Mandelson zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stürzt den britischen Premierminister Keir Starmer in eine tiefe Regierungskrise.
Keystone-SDA
05.02.2026, 13:04
SDA
Die Zeitung «The Guardian» zitierte Abgeordnete mit der Aussage, dass die Tage des Premiers gezählt seien. Die BBC kommentierte: «Starmer kann sich solche Tage nicht mehr leisten.»
Was war passiert? Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Epstein-Akten hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen dem früheren Wirtschaftsminister Mandelson und Epstein nahegelegt. Schlimmer noch: E-Mail-Verläufe sollen zeigen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an den US-Investor weitergegeben hat. Der Politiker äusserte sich bislang nicht zu diesen Vorwürfen, inzwischen ermittelt auch die Polizei.
Im Februar 2025 war der frühere EU-Kommissar von der Starmer-Regierung zum britischen Botschafter in den USA berufen worden. Damals galt der 72-Jährige, der wegen seines Machtstrebens den Spitznamen «Prince of Darkness» verpasst bekommen hatte, als taktisch kluge Wahl, um britische Interessen bei US-Präsident Donald Trump durchzusetzen. Die entscheidende Frage ist nun, wie viele Details aus der Epstein-Verbindung bei Starmer und dessen Stab bekannt waren.
Starmers unsichere Zukunft
«Selbst Starmers Verbündete sind sich über seine Zukunft unsicher», schrieb die bestens vernetzte Politikredakteurin Beth Rigby vom Sender Sky News. Am Mittwochabend hatte das Unterhaus des Parlaments ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Dokumente zu Mandelsons Ernennungsverfahren veröffentlicht werden müssen.
Zwar sollen Informationen, die der nationalen Sicherheit oder den internationalen Beziehungen schaden könnten, ausgenommen sein. Unter dem grossen Druck musste Starmer aber Zugeständnisse machen.
In Ungnade gefallen war Mandelson wegen seiner Epstein-Verbindung schon im vergangenen Jahr, seinen Posten als Botschafter verlor er im September 2025. Er sitzt seit dieser Woche zudem nicht mehr im britischen Oberhaus, seinen Titel als «Lord» soll er auch noch verlieren.
«Er hat gelogen, gelogen und nochmals gelogen», sagte Starmer. Hätte er damals gewusst, was er heute weiss, wäre Mandelson nicht einmal in die Nähe der Regierung gekommen, beteuerte der Premier. Ob diese Distanzierung ausreicht, werden die kommenden Tage zeigen.
Münchner Sicherheitskonferenz: Neue Welt der Grossmächte
Berlin, 13.02.2026: Krisen und Kriege: Das ist die Münchner Sicherheitskonferenz gewohnt. Dieses Jahr geht es in München aber um noch mehr: den tiefgreifendsten Umbruch der Weltordnung seit Ende des Kalten Krieges.
Das transatlantische Bündnis ist seit Donald Trumps zweitem Amtsantritt als US-Präsident erodiert. Die auf internationalen Regeln und Institutionen basierende Weltordnung droht durch eine auf dem Recht des Stärkeren beruhenden Grossmachtpolitik verdrängt zu werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Entwicklung bereits in zwei Reden beim Weltwirtschaftsforum in Davos und im Bundestag im Januar beschrieben und den Schluss gezogen: Europa werde seine Vorstellungen nur dann durchsetzen können, «wenn wir auch selbst die Sprache der Machtpolitik sprechen lernen, wenn wir selbst eine europäische Macht werden». Daran wird Merz anknüpfen, wenn er am frühen Nachmittag die diesjährige Konferenz eröffnet.
13.02.2026
Umstrittenes Atomwaffenprogramm: USA und Iran verhandeln erneut
USA und Iran wollen verhandeln: Für Freitag sind neue Gespräche der beiden Staaten im Oman geplant. Für die USA sollen der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teilnehmen. Unklar bleibt die Tagesordnung.
Der Iran möchte laut Aussenminister Abbas Araghtschi nur über sein Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen sprechen. Die USA drängen hingegen darauf, dass auch Irans Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Irans Verbündeten Themen sein müssten.
06.02.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
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