Kälte und Regen getrotztBub überlebt zwei Nächte ohne Nahrung in Wald voller Bären
Dominik Müller
16.5.2026
Seinen Irrweg hat der Fünfjährige einigermassen unbeschadet überstanden.
Politia Sibiu
Ein verschwundener Bub hat in Rumänien eine grosse Suchaktion ausgelöst. Hunderte Einsatzkräfte durchkämmten tagelang einen Wald. Am Ende wurde der Fünfjährige erschöpft, aber lebend gefunden.
In Rumänien ist ein Fünfjähriger nach Tagen allein in einem Waldgebiet voller Braunbären lebend gefunden worden. Der Bub war am Montag am Rand des Dorfs Sebișu de Jos verschwunden, während sein Vater Reparaturen an einem Elektrozaun ausführte. In einem unbeobachteten Moment lief der Bub in den Wald und blieb verschwunden, wie unter anderem das britische Newsportal «NeedToKnow» berichtet.
Daraufhin begann eine gross angelegte Suchaktion mit Hunderten Einsatzkräften. Polizei, Feuerwehr, Bergretter, Soldaten und Freiwillige durchkämmten das unwegsame Gebiet mit Suchhunden, Drohnen und Wärmebildkameras. Besonders gefährlich waren laut Behörden die tiefen Temperaturen in der Nacht, heftiger Regen und die vielen Grossraubtiere – insbesondere Bären – in der Region.
Erst am Mittwoch gegen 13 Uhr entdeckte die Besatzung eines Helikopters den Jungen etwa 2,5 Kilometer vom Ort seines Verschwindens entfernt. Rettungsspezialist Mihail Soare wurde zu ihm abgeseilt. Der Bub war bei Bewusstsein und hatte zwischen Bäumen Schutz gesucht.
Vater «zittert vor Glück»
Der Retter zeigte sich nach der Aktion tief bewegt. «Es ist ein sehr emotionaler Moment. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben würde», sagte Soare laut «NeedToKnow». Weiter erklärte er: «Ich habe selbst zwei Kinder, die Emotionen waren überwältigend.»
Der Fünfjährige wurde anschliessend in ein Kinderspital gebracht. Ärzte beschrieben seinen Zustand trotz Erschöpfung und Unterkühlung als stabil, schwere Verletzungen habe er nicht erlitten. Sein Vater sagte nach dem Wiedersehen, er «zittere vor Glück».
Die rumänischen Behörden sprechen angesichts der Bedingungen in den Karpaten von einem Wunder. Die Polizei untersucht den Vorfall routinemässig, geht derzeit aber davon aus, dass sich der Junge lediglich verirrt hatte.
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