Caritas fordert Klimagerechtigkeit für die Ärmsten

om, sda

3.5.2021 - 10:30

epa08141550 Villagers watch as a starving cow struggles to stand in Makoho village, Mwenezi, more than 500kms of Harare, Zimbabwe, 18 January 2020 (issued 19 January 2020). The district is one of the most affected areas with drought as more than six thousand cattle died since October 2019. United Nations World Food Programme in a recent report said Zimbabwe is witnessing an extended drought the worst the country has seen in 40 years. EPA/AARON UFUMELI
Dorfbewohner versuchen in Zimbabwe, einer verhungernden Kuh beim Aufstehen zu helfen.
KEYSTONE

Die Schweiz muss sich ihrer Verantwortung für den Klimawandel stellen, fordert die Hilfsorganisation Caritas. Ärmere Länder seien besonders davon betroffen und brauchen Hilfe.

om, sda

3.5.2021 - 10:30

Die Hilfsorganisation Caritas fordert Klimagerechtigkeit für die Ärmsten der Welt. 2020 sei von Dürren, Hitze und Fluten geprägt gewesen. Mit ihren hohen Treibhausgas-Emissionen trage die Schweiz zum Klimawandel bei. Sie müsse sich ihrer Verantwortung stellen. Mit 14 Tonnen CO2-Äquivalent pro Person liegt die Schweiz über dem weltweiten Mittel von sechs Tonnen, wie die Caritas am Montag gestützt auf Zahlen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) mitteilte. Verschwindend klein ist der Ausstoss dagegen in Afrika.

Der Treibhausgas-Ausstoss im Inland nimmt leicht ab. Gleichzeitig wächst er aber im Ausland, weil die Schweiz gemäss dem Hilfswerk rohstoff- und energieintensive Industrien ausgelagert hat, und die heimischen Banken immer noch in fossile Energien investieren. Zudem basiert der Schweizer Wohlstand in grossem Umfang auf billigen Importen, Schweizer*innen fliegen viel und der hohe Fleischkonsum fördert den klimaschädlichen Futteranbau in Entwicklungsländern.

Ärmste am stärksten betroffen

Besonders vom Klimawandel betroffen sind gerade die Entwicklungsländer, wie die Caritas festhielt. Die Ärmsten trifft es demnach zuerst. Sie geraten in zusätzliche Not. Die Klimaerwärmung entzieht ihnen die Lebensgrundlage und treibt sie in die Flucht. Vor allem Länder in Afrika sind durch Hitzewellen, Dürren, Buschbrände, heftige Niederschläge und Überschwemmungen betroffen. Deshalb fordert die Caritas, dass die Schweiz im Rahmen internationaler Abkommen Klimagerechtigkeit für ärmere Länder herstellt und ihnen beim Klimaschutz hilft. Im Inland muss sie ihren CO2-Ausstoss drastisch senken.

Dazu bedarf es des Ausstiegs aus den fossilen Energien, eine sozial- und umweltverträgliche Wirtschaft und ressourcenschonende Kreisläufe. Das CO2-Gesetz ist für das Hilfswerk ein erster und wichtiger Schritt dazu. Über die mit dem Referendum bekämpfte Vorlage entscheidet die Stimmbevölkerung am 13. Juni.

Die Klimamittel für Entwicklungsländer soll der Bund auf eine Milliarde Franken verdoppeln. Neben dieser Klimahilfe müssen gemäss der Caritas vermehrt Entschädigungen für Ernteausfälle, Hungersnöte, Zerstörungen, Wüstenbildung, Bodenerosion oder Vegetationseinbussen geleistet werden. Die Entwicklungsländer hätten einen legitimen Anspruch auf Unterstützung aus reichen Ländern, die für den Klimawandel verantwortlich sind.