Koalitionsstreit

Corona-Streit stürzt slowakische Regierung in die Krise

dpa

4.3.2021 - 20:53

Slovak Prime Minister Igor Matovic, right, and Health Minister Marek Krajci at Kosice Airport, Slovakia, Monday March 1, 2021, as Russia's Sputnik V coronavirus vaccine arrives. Hard-hit Slovakia signed a deal to acquire 2 million dozes of RussiaâÄ™s Sputnik V coronavirus vaccine. The country's prime minister says Slovakia will get one million shots in next two months while another million will arrive in May and June. (Frantisek Ivan/TASR via AP)
Scheinbar noch alles in Ordnung: Der slowakische Premierminister Igor Matovic, rechts, und Gesundheitsminister Marek Krajci empfangen eine Lieferung des russischen Impfstoffs Sputnik V.
KEYSTONE/Frantisek Ivan/TASR via AP

Ein heftiger Koalitionsstreit hat die slowakische Regierung in eine schwere Krise gestürzt.

dpa

4.3.2021 - 20:53

Knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist die Regierung in der Slowakei durch Streit über die Bekämpfung der Corona-Pandemie in ihre bisher grösste Krise geraten. Während die Zahl der Neuinfektionen steigt und das EU-Land gemessen an der Bevölkerungszahl mittlerweile die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit verzeichnet, tragen die vier Regierungsparteien einen heftigen Koalitionsstreit aus.

Am Donnerstag forderte der liberale Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Richard Sulik den Rücktritt des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic. Auch die zweite Vize-Regierungschefin Veronika Remisova von der konservativen Partei Für die Menschen drohte mit dem Bruch der Koalition.

Matovic hatte entgegen einem offiziellen Regierungsbeschluss den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V bestellt und persönlich in Empfang genommen. Am Donnerstag betonten sowohl Sulik als auch Remisova, Sputnik V sei nicht das Hauptproblem. Es gehe vielmehr um den «unerträglichen Regierungsstil» Matovics. Er beschimpfe seine Koalitionspartner regelmässig über soziale Medien anstatt mit ihnen über gemeinsame Strategien zu beraten.

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