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Armee in Genf ab Montag erneut im Einsatz – Stimmung der Schweizer laut Umfrage schlecht

Agenturen/red

6.11.2020

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Freitag 9409 Coronavirus-Ansteckungen bei 38'219 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 24,6 Prozent. Auf einer Medienkonferenz informierte das BAG am Nachmittag über die aktuelle Lage. Stefan Kuster sagte: «Wir sehen die Situation nicht mehr ganz so pessimistisch wie noch vor wenigen Wochen.» Man habe das Gefühl, dass sich die Lage etwas stabilisiere. Nach wie vor sei sie aber auch besorgniserregend, betonte Kuster.

Martin Ackermann, Chef der Covid-19-Taskforce des Bundes, bestätigte, dass es eine Verlangsamung der Pandemie gab. Die Reproduktionsrate müsse nichtsdestotrotz weiter sinken, was auch eine weitere Einschränkung der Mobilität der Schweizer umfasse. Derzeit sei das Contact Tracing überlastet, wie Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt, einräumte. Verbessern sollen die Lage bald verfügbare Schnelltests. Unter anderem eröffnet am Montag das neue Corona-Schnelltestzentrum beim Flughafen Bern-Belp. Derweil ist die Armee ab Montag erneut im Kanton im Einsatz.

Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung schätzt die Stimmung wegen der Corona-Pandemie als schlecht oder sehr schlecht ein. Wegen der zweiten Welle gehen über 80 Prozent der Befragten davon aus, dass die Normalität frühestens im Sommer 2021 zurückkehren wird. Die Sorge vor sozialer Isolation und Einsamkeit stieg von 30 Prozent im Juni auf 46 Prozent im Oktober. Das hat der am Freitag veröffentlichte jüngste SRG-Corona-Monitor ergeben, für den Antworten von rund 42’425 Befragten in die Auswertung einflossen.

Novartis hat einen Rücksetzer in seinen Bemühungen um Coronamedikamente verzeichnet. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, wurden in einer Studie die gesteckten Ziele des Mittels Canakinumab nicht erreicht. Der Pharmakonzern AstraZeneca will bis Ende des Jahres Ergebnisse seiner Testreihen für einen Impfstoff gegen das Coronavirus vorlegen, die dessen Wirksamkeit belegen. Das teilte der Vorstandsvorsitzende des britisch-schwedischen Unternehmens, Pascal Soriot, am Donnerstag mit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Dauerkrise schlägt auf die Stimmung der Schweizer Bevölkerung. Eine Maskenpflicht findet breite Zustimmung. Das ergab eine neue Umfrage.
  • Das BAG meldet heute 9409 neue Fälle bei 38'219 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 24,6 Prozent. 70 Personen sind gestorben, 231 wurden hospitalisiert.
  • Der Kanton Tessin verbietet den Einwohnern bis auf Weiteres Besuche in Italien. 
  • Das Novartis-Medikament Canakinumab hat in Tests die Überlebenschance von Covid-19-Patienten nicht signifikant verbessert. 
  • In den USA fällt bereits der nächste Tagesrekord bei den Neuinfektionen: Am Donnerstag wurden 121'888 Ansteckungen registriert. 

21.54 Uhr: Wir beenden unseren Live-Ticker am Freitag

21.43 Uhr: Über 300'000 Corona-Tote in Europa

Die Zahl der europaweit registrierten Corona-Toten ist auf mehr als 300'000 gestiegen. 300'688 Infizierte in Europa starben seit Beginn der Pandemie, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Freitag auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Europa ist damit von der Opferzahl die am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Region nach Lateinamerika und der Karibik, wo bereits mehr als 408'000 Corona-Infizierte starben.

Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden in Europa mehr als 22'000 Todesfälle durch das Coronavirus registriert. Die Zahl der registrierten Infektionen stieg auf mehr als zwölf Millionen – so viele wie in keiner anderen Weltregion.

Insgesamt entfielen fast zwei Drittel aller in Europa registrierten Corona-Todesfälle auf Grossbritannien, Italien, Frankreich, Spanien und Russland. Angesichts einer zweiten Ansteckungswelle gelten in mehreren der Länder bereits wieder strenge Infektionsschutzmassnahmen.

21.35 Uhr: Ungarn will russischen Corona-Impfstoff testen

Ungarns Regierung will im Kampf gegen das neuartige Coronavirus auch auf russische Impfstoffe setzen. Ungarn werde im Dezember mit der Einfuhr «kleiner Mengen von Impfstoffen» aus Russland beginnen und diese in klinischen Studien testen, erklärte Ungarns Aussenminister Peter Szijjarto am Donnerstag. Lieferungen mit «grossen Mengen» von Impfstoffen sollten ab der zweiten Januarwoche folgen.

Auch der rechtspopulistische Regierungschef Viktor Orban äusserte sich am Freitag zum Thema Impfstoff: «Wir sehen das Ende des Tunnels, wir erhalten mehr und mehr gute Nachrichten zu Impfstoffen», sagte er in einem Radio-Interview. Er fügte hinzu: «Die Menschen wollen, dass Ungarn weiterhin funktioniert, und die Wirtschaft muss ebenso geschützt werden wie das Leben.»

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, spricht während einer Pressekonferenz nach einem Treffen der Regierungschefs der Visegrad-Staaten. Foto: Czarek Sokolowski/AP/dpa
Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, hofft auf die Wirksamkeit des russischen Corona-Impfstoffes. (Archivbild)
Bild: Keystone/AP/Czarek Sokolowski

Ungarn hatte nach dem Auftreten erster Corona-Fälle im Frühjahr rasch einen Lockdown verhängt und so das Infektionsgeschehen schnell unter Kontrolle bekommen. Seit einigen Monaten breitet sich das Virus jedoch stärker in dem Land aus. Anders als zu Anfang verzichtete Orban bisher aber auf strenge Corona-Massnahmen. Kritiker werfen ihm schlechtes Krisenmanagement vor.

Am Freitag verzeichneten die Behörden in Ungarn mit 4709 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg. Zudem wurden 103 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet.

21.15 Uhr: Swiss einigt sich mit Gewerkschaft auf Sparmassnahmen bis 2023

Die Fluggesellschaft Swiss, wegen der Corona-Pandemie in den roten Zahlen, spart von 2021 bis 2023 beim Kabinenpersonal. Ein entsprechendes Sparpaket habe man mit der Gewerkschaft des Kabinenpersonals (Kapers) ausgehandelt, teilte die Airline am Freitagabend mit.

Die entsprechenden, befristeten Massnahmen würden den Mitgliedern der Gewerkschaft baldmöglichst zur Abstimmung vorgelegt, heisst es in dem Communiqué weiter. Der heute gültige Gesamtarbeitsvertrag zwischen Kapers und der Airline werde nach Ende der Massnahmen im Jahr 2023 dann aber bis mindestens ins Jahr 2025 weitergeführt.

Das Sparpaket umfasse konkret Massnahmen zur Kostenreduktion wie zum Personalabbau. Die Mitarbeiter sollen etwa zur Frühpensionierung wie auch zur Teilzeit angeregt werden. Insgesamt werde man so eine Kostenreduktion von rund zehn Prozent erreichen. Die natürliche Fluktuation werde ausserdem zu Einsparungen von weiteren zehn Prozent führen.

Swiss schreibt hohen Verlust (Symbolbild)
Ab 2021 greifen bei der Swiss Sparmassnahmen beim Kabinenpersonal. (Symbolbild)
Bild: Keystone/Ennio Leanza

Die ersten Massnahmen sollen gemäss der Swiss ab März 2021 umgesetzt werden. Bereits mit der Publikation der Neunmonatszahlen am Donnerstag hatte die Airline einen Stellenabbau angekündigt und diesen auf rund tausend Jobs in den kommenden zwei Jahren beziffert.

In einer separaten Meldung bestätigte Kapers die Einigung mit der Fluggesellschaft. Man habe diese erzielen können, da die Swiss mehrere Positionen der Gewerkschaft berücksichtigt habe. So habe sie einer klaren zeitlichen Begrenzung der Krisenmassnahmen zugestimmt. Ausserdem gebe es ein «grosses Spektrum» an freiwilligen Angeboten. Gemeint sind damit die Möglichkeiten zu Frühpensionierung und Teilzeitarbeit.

Die nun getroffenen Massnahmen seien für das Kabinenpersonal nichtsdestotrotz sehr einschneidend, schreibt die Gewerkschaft. Denn die Löhne in der Kabine seien deutlich unter dem Medianwert der Schweizer Wirtschaft. Für Kapers sei es daher entscheidend gewesen, dass die Massnahmen «möglichst wenig» im Bereich der Löhne ansetzten.

20.41 Uhr: Mehr als 60'000 Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat in den vergangenen 24 Stunden mehr als 60'000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das meldeten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend. Es handelt sich um einen Höchstwert seit Beginn der gross angelegten Tests. Innerhalb eines Tages sind zudem rund 400 Menschen in Krankenhäusern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Tote in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich erhoben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde, dass die Daten zu Neuinfektionen wegen einer technischen Panne in den letzten Tagen nicht vollständig gewesen seien. Es könnte demnach also durchaus noch zu Nachmeldungen kommen – die Zahl der Neuinfektionen dürfte also höher sein. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte zuletzt pro Woche mehr als zwei Millionen Corona-Tests durchgeführt.

Seit einer Woche gelten in Frankreich strikte Ausgangsbeschränkungen, Menschen dürfen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür. Die Regelungen sind deutlich strenger als in Deutschland. Gastronomie und Einzelhandel haben geschlossen, die Schulen sind allerdings anders als im Frühjahr weiter geöffnet.

20.29 Uhr: Armee in Genf ab Montag erneut im Einsatz

Die Armee kommt einem Gesuch des Kantons Genf um subsidiäre Unterstützung nach. Einer Mitteilung zufolge hat der Bundesstab Bevölkerungsschutz den Antrag bewilligt. Etwa 200 Mitglieder der Sanitätskompanie wurden per SMS über ihren baldigen Einsatz in Genf in Kenntnis gesetzt. 

Zur Vorbereitung finden sich die Soldaten am Sonntag in Moudon ein. Anschliessend treten sie ab Montag ihren Assistenzdiensteinsatz im Kanton Genf an. Sie sollen «das Gesundheitswesen beim Transport und bei der Pflege von Covid-19-Patienten sowie bei der Verstärkung von Triagestellen und Testkapazitäten entlasten», wie die Armee mitteilte.

Soldaten mit Schutzmasken bei der Fahnenabgabe des Infateriebataillons 65 der Schweizer Armee, am Dienstag, 16. Juni 2020, in Walenstadt. Das Bataillon beendet heute als letztes der Schweizer Armee den Assistenzdienst im Rahmen der Coronavirus-Pandemie. (KEYSTONE/Pool/Gian Ehrenzeller)
Ab Montag leisten im Kanton Genf Soldaten erneut Assistenzdienst im Rahmen der Coronavirus-Pandemie.
Bild: Keystone/Pool/Gian Ehrenzeller

20.01 Uhr: Kanton Bern eröffnet Corona-Schnelltestzentrum

Der Kanton Bern eröffnet das neue Corona-Schnelltestzentrum beim Flughafen Bern-Belp nächsten Montag. Getestet werden können Personen mit Covid-19-Symptomen per Drive-in. Das Testresultat liegt innerhalb von drei Stunden vor.

Das Schnelltestzentrum ist von Montag bis Sonntag zwischen 13 und 21 Uhr geöffnet, wie die Berner Gesundheitsdirektion am Freitag mitteilte. Um sich testen zu lassen, müssen sich Personen vorher im Internet registrieren. Das ist ebenfalls ab kommendem Montag möglich. Pro Fahrzeug sind maximal vier Personen erlaubt. Das Ergebnis erhält die getestete Person innerhalb von drei Stunden nach dem Test. Sie wird per SMS informiert.

Nun entsteht auch in Belp ein Corona-Drive-in-Zentrum – für Schnelltests.
Ab Montag werden im Corona-Drive-in-Zentrum in Belp Schnelltests durchgeführt.
Bild: Keystone/Peter Schneider

Der Kanton empfiehlt Personen mit Symptomen, die unter 65 Jahre alt sind und nicht zu den Risikopatienten gehören, einen Schnelltest zu machen. Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten oder viel mit Risikopatienten Kontakt haben, wird explizit davon abgeraten. Sie sollen genau wie Risikopersonen und ältere Menschen einen PCR-Test machen.

Letzten Montag hatte der Kanton Bern angekündigt, in der Nähe des Flugplatzes Bern-Belp ein Schnelltestzentrum aufzubauen. Die Corona-Schnelltests erhält Bern vom Bund. Das Drive-in-Testzentrum in Bern bleibt normal geöffnet und bietet weiterhin die PCR-Tests an.

19.45 Uhr: Lettland ruft erneuten Corona-Notstand aus

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ruft Lettland zum zweiten Mal den Notstand aus. Die Regierung in Riga erklärte am Freitag einen rund einmonatigen Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land vom 9. November bis 6. Dezember. «Wenn wir nicht entschlossen und sofort handeln, besteht die Gefahr, dass wir jegliche Möglichkeit verlieren, die Pandemie zu kontrollieren», sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins.

Gastronomische Betriebe dürfen damit von Montag an nur noch ausser Haus verkaufen, Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen ihre Türen weitgehend schliessen und Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Bei privaten Veranstaltungen dürfen sich nur noch bis zu 10 Personen versammeln.

Kulturstätten und der Einzelhandel dürfen ihre Arbeit während des Notstands unter teils eingeschränkten Öffnungszeiten fortsetzen. Sie müssen dabei aber sicherstellen, dass für jeden Besucher eine Fläche von 10 Quadratmetern zur Verfügung steht und Abstandsregeln gelten. In Geschäften und an Verkaufsstellen gilt zudem eine Maskenpflicht.

Der lettische Premierminister Krisjanis Karins hat den erneuten landesweiten Notstand wegen der Corona-Pandemie bekannt gegeben.
Bild: Keystone

Die Beschränkungen zielten nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele darauf, die Anzahl der Kontakte unter der Bevölkerung zu verringern. Dies sei der wirksamste Mechanismus, um die Ausbreitung des Virus zu verringern.

Der Notstand wurde laut Karins von der Regierung nach Beratungen mit Gesundheitsexperten einstimmig beschlossen. Staatspräsident Egils Levits bezeichnete die Entscheidung, gegen die es einen Protest vor dem Regierungsgebäude gab, als «notwendig und richtig». Zur Eindämmung der Pandemie hatte die lettische Regierung bereits Mitte März frühzeitig einen Notstand ausgerufen, der zum 10. Juni auslief.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern war von der ersten Corona-Welle im Frühjahr nur wenig betroffen, verzeichnete aber im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsraten. Seit Beginn der Pandemie wurden in Lettland knapp 7500 Corona-Infektionen erfasst.

19.23 Uhr: Daniel Koch äussert sich zu aktuellem Stand der Pandemie

Als das Coronavirus im Frühjahr die Welt überrollte, stand in der Schweiz vor allem einer im Rampenlicht: Daniel Koch. In seiner einstigen Funktion als Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hielt «Mr. Corona» über alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus auf dem Laufenden. Ende Mai zog sich Koch dann in den Ruhestand zurück – verschwand allerdings nicht gänzlich aus der Öffentlichkeit.

Wie «Blick» berichtet, äusserte sich der 65-Jährige am Freitag beim Swiss Media Forum zur gegenwärtigen Corona-Lage in der Schweiz. «Wir sind voll in der zweiten Welle. Dieser Anstieg, der muss gebrochen werden, sonst wird es auf den Winter hin sehr schwierig», befand Koch.

Daniel Koch, un funzionario serio che gestiva la crisi con pillole  di umorismo.
Daniel Koch legte Ende Mai sein Amt als Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit (BAG) nieder. (Archivbild)
Bild: Keystone

Die Massnahmen des Bundesrates bekamen von dem Experten ein gutes Zeugnis ausgestellt, wenngleich er betonte: «Es sind nicht die Massnahmen, die entscheidend sind, sondern das Verhalten der Bevölkerung.» Weiterhin führte Koch aus, es sei wichtig, Verständnis für die Massnahmen in der Bevölkerung zu schaffen, ohne Angst zu säen.

Auf die Frage, wie lange die Schweiz noch mit der Pandemie zu tun haben werde, reagierte Daniel Koch ausweichend und nannte es «ein Ratespiel». Allerdings stellte er auch fest, dass der Umgang mit dem Virus immer leichter fallen werde. Schliesslich liess sich Koch noch zur Prognose hinreissen, dass das Virus in «zwei Jahren nicht mehr das grosse Thema sein wird».

18.43 Uhr: Oslo führt strengere Corona-Massnahmen ein

Die norwegische Hauptstadt Oslo führt von Montag an strengere Massnahmen ein, die eine weitere Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen. Theater, Museen, Trainingsstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen. Private Versammlungen ausserhalb der eigenen vier Wände werden verboten.

«Die Infektionsrate ist viel zu hoch», sagte Bürgermeister Raymond Johansen am Freitag. «Wir müssen tun, was wir können, um die Infektionen zu reduzieren.» Wenn es gelingen solle, die soziale Aktivität auf ein Minimum zu beschränken, müssten die Orte geschlossen werden, an denen sich Menschen versammelten, so Johansen.

Restaurants und Bars können demnach geöffnet bleiben, dürfen aber keinen Alkohol mehr ausschenken. Im Oktober wurden in Oslo 1885 Neuinfektionen gemeldet. Im frühen Stadium der Pandemie im März waren es noch 1290.

18.19 Uhr: Wieder Rekordwert bei Neuinfektionen in Italien

Die täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien haben einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden nach Angaben vom Freitag etwas mehr als 37'800 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der Toten blieb im Vergleich zum Vortag mit 446 in etwa gleich. Insgesamt zählen die Behörden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern damit knapp 862'700 Corona-Fälle. Mehr als 40'500 Infizierte sind nach offiziellen Angaben bislang gestorben.

Seit Freitag versucht die Regierung in Rom, die Infektionen mit neuen Massnahmen einzudämmen. Für die Bürger und Bürgerinnen gilt etwa eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Ausnahmen sind für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Deutschland stuft ganz Italien wegen des Anstiegs der Infektionszahlen von Sonntag an als Corona-Risikogebiet ein.

18.03 Uhr: Wieder 50 Personen an Beerdigungen im Kanton Bern erlaubt

Im Kanton Bern dürfen ab sofort wieder 50 Personen an einer Beerdigung teilnehmen. Das teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Seit Donnerstag galt eine Beschränkung auf 15 Personen, was laut Regierung die Folge eines Versehens war.

Der Regierungsrat hatte am Mittwoch verschiedene Verordnungen zu einem Erlass zusammengeführt und dabei irrtümlich die Regelung gestrichen, wonach bei Beerdigungen 50 Personen erlaubt sind. Der Fehler wurde nun korrigiert. 50 Trauergäste ist die Höchstzahl, die gemäss Bundesregelung zulässig ist.

Die Trauerfeier für alt Bundesrat René Felber Ende Oktober in Neuenburg. In der Schweiz sind an Beerdigungen momentan maximal 50 Personen zugelassen – auch im Kanton Bern.
Bild: Keystone/Peter Klaunzer

17.49 Uhr: Dauerkrise schlägt auf die Stimmung der Schweizer Bevölkerung

Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung schätzt die Stimmung wegen der Corona-Pandemie als schlecht oder sehr schlecht ein. Wegen der zweiten Welle gehen über 80 Prozent der Befragten davon aus, dass die Normalität frühestens im Sommer 2021 zurückkehren wird. Die Sorge vor sozialer Isolation und Einsamkeit stieg von 30 Prozent im Juni auf 46 Prozent im Oktober. Das hat der am Freitag veröffentlichte jüngste SRG-Corona-Monitor ergeben, für den Antworten von rund 42’425 Befragten in die Auswertung einflossen.

Mit der zweiten Corona Welle stieg auch die Angst vor einer Erkrankung – 45 Prozent der Befragten geben an, sich davor zu fürchten. Die persönlichen Freiheiten bleiben die Sorge Nummer eins. 55 Prozent der Bevölkerung zählen dies zu den zentralen Befürchtungen im Zusammenhang mit der Pandemie. 63 Prozent gaben an, sich bei steigenden Fallzahlen vorsichtiger zu verhalten. Nur 16 Prozent würden sich bei der Zulassung einer Covid-19-Impfung in der Schweiz sofort impfen lassen, 28 Prozent würden von einer Impfung grundsätzlich absehen. Der grösste Teil der Bevölkerung wird situationsabhängig entscheiden, wie es weiter heisst.

Die Pandemie schlägt vielen Schweizerinnen und Schweizern aufs Gemüt (Symbolfoto).
Bild: Keystone

Mittlerweile herrscht eine breite Zustimmung zu einer Ausweitung der Maskenpflicht. 64 Prozent sprechen sich eher oder klar für eine Tragpflicht am Arbeitsplatz aus. Ebenfalls eine deutliche Mehrheit (59 Prozent) findet es richtig, dass die Maskenpflicht zumindest punktuell auch im Freien gilt.

Auch die vom Bundesrat am 28. Oktober beschlossenen Slowdown-Massnahmen werden von der Bevölkerung mitgetragen. Zwei Drittel der Befragten sprechen sich für diese Einschränkungen aus. Derweil stieg die Zustimmung für einen Kurz-Lockdown: Während sich vor dem 28. Oktober 49 Prozent der Bevölkerung dafür ausgesprochen hatten, stieg die Zustimmung dazu in den Tagen danach auf 54 Prozent.

17.38 Uhr: Slowakei testet Grossteil der Bevölkerung ein zweites Mal

Die Slowakei setzt an diesem Wochenende ihre landesweiten Corona-Massentests fort. Nach dem Plan der Regierung in Bratislava soll ein grosser Teil der 5,5 Millionen Einwohner des Landes ein zweites Mal einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zur Testung aufgerufen sind alle über zehn Jahre alten Bewohner, sowohl Inländer wie auch Ausländer.

Die Teilnahme an der beispiellosen Aktion ist formell freiwillig. Ab Montag fallen aber alle, die kein negatives Testergebnis vorweisen können, unter eine rigorose Ausgangssperre. Nicht einmal der Weg zur Arbeit ist ihnen erlaubt. Über 65 Jahre alten Personen empfiehlt die Regierung, nicht zum Test zu gehen, sondern für die Dauer der Pandemie lieber ganz zu Hause zu bleiben.

Die Slowakei führt am Wochenende erneut Corona-Massentests durch.
Bild: Keystone

In einer ersten Runde am vergangenen Wochenende liessen sich über 3,6 Millionen Menschen auf das Coronavirus testen. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic wertete die kurzfristig angekündigte Aktion als Erfolg, den sich andere Länder zum Vorbild nehmen könnten. Mehr als 38'000 positiv Getestete seien in Quarantäne geschickt worden, die sonst unentdeckt die Infektion weiterverbreitet hätten, erklärte er.

Die Ärztekammer kritisierte die Aktion indes als Verschwendung ohnehin knapper Ressourcen. Kommunalverwaltungen klagten, ohne ausreichende Information und Vorbereitungszeit in «die grösste logistische Aktion in der Geschichte der Slowakei» geworfen worden zu sein. Als Reaktion auf die Kritik änderte die Regierung ihren ursprünglichen Plan. Jenes Drittel der Bezirke, in denen die erste Runde besonders wenige Infektionen bestätigt hatte, muss nun nicht mehr mitmachen.

16.55 Uhr: Festnahmen in Frankreich wegen Handels mit gefälschten Corona-Tests

Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests sind in Frankreich sieben Personen vorläufig festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen die Festgenommenen gefälschte negative Testergebnisse am Flughafen Charles de Gaulle im Nordosten von Paris an Reisende verkauft haben. Für einen gefälschten Test sollen sie dabei zwischen 150 und 300 Euro einkassiert haben. Ermittler fanden auf ihren Handys mehr als 200 gefälschte Testergebnisse.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einreise in manche Länder teils nur mit negativem Corona-Test möglich gewesen. Seit September hatte es in dem Fall Untersuchungen der Grenzpolizei gegeben, nachdem ein Fluggast in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit einem gefälschten negativen Corona-Test erwischt worden war.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bedankte sich nach der Festnahme bei den Beamten auf Twitter. Im März soll es zum Prozess gegen die vermuteten Fälscher kommen. Den sechs Männern und der Frau im Alter von 29 bis 52 Jahren drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 375'000 Euro.

15.45 Uhr: In Luzern bieten Kirchen Platzreservationen an

Die Zahl der Besucherinnen und Besucher an Gottesdiensten ist wegen des Coronavirus auf 50 Personen beschränkt. Drei Kirchen in der Stadt Luzern bieten daher neuerdings Platzreservationen an. 

Man wolle verhindern, dass Besucherinnen und Besucher vor der Kirche abgewiesen werden müssten, teilte die Katholische Kirche Stadt Luzern am Freitag mit. Die Reservationen sind für die Messen am Wochenende in den Kirchen St. Leodegar im Hof, St. Maria zu Franziskanern und St. Paul online oder per Telefon möglich.

In Luzern kann man sich neuerdings online einen Platz an einem Gottesdienst sichern. Die Teilnahme ist aufgrund der Coronapandemie beschränkt. 
Bild: Keystone

15.15 Uhr: Medienkonferenz ist beendet 

Nach über einer Stunde wird die Medienkonferenz beendet. Nun richten sich die Blicke wieder gespannt nach Amerika, wo noch immer nicht klar ist, wer bei der Präsidentschaftswahl das Rennen gemacht hat. 

15.07 Uhr: Nutzen der Reisequarantäne umstritten

Eine SRF-Journalistin gibt an, Zahlen hätten gezeigt, dass sich nur ein Prozent all jener Personen, die in Reisequarantäne gewesen seien, mit dem Coronavirus angesteckt hätten. Was also bringt diese Massnahme überhaupt? Lévy vom BAG sagt, sie könne diese Zahl nicht bestätigen. Man habe aber Hinweise darauf, dass die Reisequarantäne durchaus sinnvoll sei.

15.04 Uhr: Zweiter Lockdown sinnvoll für die Wirtschaft?

Ein Journalist spricht den offenen Brief von 40 Ökonominnen und Ökonomen an, die den Bundesrat dazu auffordern, einen zweiten Lockdown auszurufen. Das würde der Wirtschaft am Ende weniger schaden als die aktuelle Situation, so ihre Meinung. Schärli vom SECO sagt, man könne nicht sagen, ob sie damit recht haben oder nicht. Der Bundesrat evaluiere das laufend. «Auf drei Ökonomen kommen vier Meinungen», so Schärli. 

15.03 Uhr: Intensivierung der Massnahmen

Ackermann hat vermehrt darauf hingewiesen, dass es zusätzliche Anstrengungen braucht, um die Pandemie zu stoppen. Konkrete neue Massnahmen will er aber keine nennen. Es sei wichtig, dass die aktuellen Massnahmen intensiviert würden. 

14.57 Uhr: Unterstützung für Personal auf Intensivstationen

Ein Journalist fragt nach dem Personal auf den Intensivstationen. Wann kommen die Gesundheitsangestellen ans Ende ihrer Kräfte? Steffen sagt, er könne nur über die Situation in Basel-Stadt Auskunft geben. Dort könne das Anästhesie-Personal die Fachkräfte auf den Intensivstationen unterstützen. 

14.52 Uhr: BAG zuversichtlich punkto Vertrauen in Impfstoff

Aktuelle Umfragen ergeben, dass sich nur ein Drittel der Schweizer Bevölkerung sicher gegen das Coronavirus impfen lassen will – sobald ein Impfstoff entwickelt wurde und zugelassen ist. Reicht das aus? Lévy sagt, sie sei zuversichtlich, dass es dem BAG gelingen werde, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, sobald man einen geeigneten Impfstoff gefunden habe.

14.46 Uhr: Schweizweite Schliessung von Beizen möglich

Droht eine schweizweite Schliessung von Restaurant und Bars? Die Westschweizer Kantone haben diese ja bereits geschlossen. Anne Lévy sagt, es sei weiterhin die Aufgabe der Kantone, neue Massnahmen zu ergreifen. Der Bundesrat mache aber einmal wöchentlich eine Lageanalyse und eruiere, ob es neue bundesweite Massnahmen brauche. Ausschliessen könne man nichts, sagt Lévy. 

14.45 Uhr: Vergleich zum Frühling ist schwierig

Derzeit lasse sich kein unmittelbarer Vergleich zur ersten Welle im Frühling ziehen, was den Bedarf an Intensivpflegebetten angehe, so Ackermann. Der Grund dafür sei, dass sich seit dem Frühling die Teststrategie verändert habe und man darum aufgrund der jetzigen Zahlen nicht abschätzen könne, wie sich die Zahl der Spitaleinweisungen im Vergleich zu damals entwickelt.

14.42 Uhr: Ausserordentliche Lage als Lösung?

Ein Journalist will wissen, ob der Bundesrat das Zepter wieder in die Hand nehmen und erneut die ausserordentliche Lage ausrufen sollte. Das fordert der Kanton Bern. Ackermann antwortet wenig konkret. Man müsse momentan einfach an einem Strick ziehen und dafür sorgen, dass die Fallzahlen sinken.

14.41 Uhr: Reproduktionszahl muss unbedingt sinken

Was gilt denn nun: Sieht der Bund positive Zeichen, oder reichen die Massnahmen nicht, wie Matthias Ackermann von der Covid-Taskforce des Bundes sagt? Ackermann entgegnet auf diese Frage, dass man die Lage ähnlich sehe. Das zentrale Ziel sei es, die Reproduktionsrate des Virus unter den Wert von 1 zu drücken, nur so könne eine Überlastungen des Gesundheitswesens und damit verbundene enorme Kosten verhindert werden.

14.37 Uhr: Weniger Kurzarbeit als im Frühjahr

Oliver Schärli, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt/Arbeitslosenversicherung, (SECO), sagt die Kurzarbeit sei momentan deutlich weniger verbreitet als noch im Frühjahr. Im November habe das SECO nun aber einen leichten Anstieg an Kurzarbeitsgesuchen verzeichnet. Momentan würden pro Tag rund 20 Millionen Franken in die Kurzarbeitsentschädigungen fliessen. Insgesamt seien schon circa 8.3 Milliarden Franken rein geflossen. Einen starken Anstieg merke man bei den Stellensuchenden. 

14.34 Uhr: Kantonsarzt dankt Gesundheitspersonal

In Bezug auf die drohende Überlastung der Intensivstationen sagt Steffen: «Das Schweizer System funktioniert gut.» Danach dankt er dem Gesundheitspersonal, das jederzeit dabei sei auch 150 Prozent zu geben. 

14.31 Uhr: Verbesserung durch Schnelltests?

Schliesslich erwähnt Steffen die Schnelltests, die in Kürze überall verfügbar sein sollen. Diese seien eine gute Möglichkeit, die asymptomatischen Fälle zu erkennen, die aktuell noch untergehen würden. 

14.30 Uhr: Contact Tracing soll wieder besser funktionieren

Was also braucht es noch, damit die Fälle weiter zurückgehen und sich die Lage entspannt? Steffen verweist unter anderem auf die Hygieneregelungen. Sagt aber auch, dass es neuen Massnahmen bedürfe, wenn sich die Situation nicht bald verbessere. 

Weiter spricht er das im Moment überlastete Contact Tracing an. Es sei wichtig, dass dieses wieder funktioniere, sagt Steffen. Die Kantone sind dazu angehalten, hier die Ressourcen aufzustocken und Kapazitäten auszubauen. 

14.24 Uhr: Zweite Welle schwieriger als die erste

«Die erste Welle war für uns zwar völlig neu, aber überschaubarer», sagt Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt. Man müsse stetig dran bleiben und dürfe nie aufgeben, um in der jetzigen Situation weiterzukommen. Auch er sagt, die Reduzierung des Anstieg an Neuansteckungen sei zwar erfreulich, aber womöglich nicht ausreichend, um die Lage zu entspannen. 

Die Gesundheitsversorgung sei belastet und das sei gefährlich, so Steffen. 

14.20 Uhr: Patientinnen werden mit der Rega verlegt

Damit die Überlastung der einzelnen Spitäler möglichst umgangen werden kann, werden Verlegungen von Patientinnen und Patienten vorgenommen. Bereits gestern Donnerstag seien neun Patienten verlegt worden, so die BAG-Direktorin. Zuständig für die Verlegungen sei die Rega. 

Auch die Armee kann den Spitälern unter die Arme greifen. Im Kanton Genf soll das demnächst geschehen. Über diese Unterstützung sei man vor, sagt Lévy. Aber: «Auch die Armee kann die Pandemie nicht besiegen.» Sie spricht sich für Homeoffice, Maskentragen, die Swiss-Covid-App und eine Reduzierung der Kontakte aus. Nur so könne die Ausbreitung des Coronavirus gestoppt werden. 

14.17 Uhr: 440 Covid-Patienten auf Intensivstationen

BAG-Direktorin Anne Lévy kommt auf die Situation in den Spitälern zu sprechen. Viele Intensivbetten seien besetzt, sagt sie. Im Moment würden sich 440 Corona-Patientinnen und -Patienten auf Schweizer Intensivstationen befinden. Hinzu kämen 400 Menschen mit anderen Krankheiten. Lévy: «Die Reserven liegen bei 25 Prozent.» 

14.12 Uhr: Taskforce warnt, Mobilität sei noch immer zu hoch

Nun warnt Ackermann: Der Taskforce würden keine Beweise dafür vorliegen, dass die Massnahmen von letzter Woche ausreichen würden, um die Pandemie zu stoppen. Die Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer sei im Vergleich zum Frühjahr noch immer viel zu hoch. 

Er spricht sich dafür aus, dass mehr getestet werden muss und auch das Contact Tracing aufgestockt werden muss. Zudem appelliert er an die Bevölkerung zuhause zu bleiben. Im Hinblick auf weitere wirtschaftliche Schäden bei einem allfälligen weiteren Lockdown, sagt Ackermann: «Die Wirtschaft wird nicht von den Massnahmen bedroht, sondern vom Virus.»

14.08 Uhr: Reproduktionsrate nach wie vor zu hoch

Nun spricht Martin Ackermann, Chef der Covid-19-Taskforce des Bundes. Er bestätigt, dass es eine Verlangsamung der Pandemie gab. Die Verdopplungszeit der Neuansteckungen habe sich von sieben auf acht Tage verlangsamt. Das Ziel sei es, die Reproduktionsrate unter 1 zu bringen, denn nur so könne man das exponentielle Wachstum stoppen, so Ackermann. 

«Die Massnahmen vom 18. Oktober waren nicht ausreichend, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen», sagt er im Hinblick auf Berechnungen der Taskforce und die Reproduktionsrate. 

14.00 Uhr: BAG ist nicht mehr «ganz so pessimistisch»

Stefan Kuster vom BAG ergreift zuerst das Wort. Die Positivitätsrate über die letzten 14 Tage liege bei 26,7 Prozent, sagt er. Die Fälle sowie Hospitalisationen würden weiter zunehmen, wobei man das Gefühl habe, dass sich die Lage etwas stabilisiere. Nach wie vor sei sie aber auch besorgniserregend. Es sei denn auch zu früh, um von einer Verlangsamung der Epidemie zu sprechen. Vor allem die Reproduktionsrate ist laut Kuster noch zu hoch. Diese liegt momentan bei 1,1. 

Zusammenfassend sagt Kuster aber: «Wir sehen die Situation nicht mehr ganz so pessimistisch wie noch vor wenigen Wochen.» 

13.40 Uhr: Experten des Bundes informieren ab 14 Uhr

Auch an diesem Freitag findet eine Medienkonferenz zu den neusten Entwicklungen rund um die Coronapandemie in der Schweiz statt. Ab 14 Uhr informieren die Expertinnen und Experten des Bundes. Anwesend sind: - Anne Lévy, Direktorin, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
- Stefan Kuster, Leiter Übertragbare Krankheiten, BAG 
- Martin Ackermann, Präsident National COVID-19 Science Task Force
- Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt 
- Yvon Langel, Divisionnaire, Commandant division territoriale 1, Armée suisse
- Martin Walker, Vizedirektor, Leiter Ausgabenpolitik, Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) 
- Oliver Schärli, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt/Arbeitslosenversicherung, (SECO)

13.15 Uhr: Post rechnet mit Allzeitrekord bei Paketen 

Die schweizerische Post rechnet wegen des während der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegenen Onlinehandels mit einem Allzeitrekord bei den Paketen. Es würden in diesem Jahr mindestens 20 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr befördert.

Seit Anfang Oktober steigen die Paketmengen wieder an, wie die Post am Freitag mitteilte. Aktuell verzeichne die Post rund 24 Prozent mehr Pakete als im Vorjahr. Davon seien rund 15 Prozent dem Corona-Effekt zuzuschreiben. Dieser treffe auf die Paket-Hochsaison um den «Black Friday» und das Weihnachtsgeschäft.

Während der Corona-Pandemie läuft der Onlinehandel in der Schweiz auf Hochtouren. Das beschert der Post viel Arbeit. (Symbolbild)
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12.55 Uhr: AstraZeneca könnte ab Januar Impfstoff produzieren

Der Pharmakonzern AstraZeneca will bis Ende des Jahres Ergebnisse seiner Testreihen für einen Impfstoff gegen das Coronavirus vorlegen, die dessen Wirksamkeit belegen. Das teilte der Vorstandsvorsitzende des britisch-schwedischen Unternehmens, Pascal Soriot, am Donnerstag mit. Sollte der Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit gelingen, könnten staatliche Gesundheitsbehörden ihn überprüfen und den Impfstoff zulassen.

AstraZeneca könnte dann im Januar die Auslieferung von Millionen Dosen beginnen, sagte Soriot. Der Pharmakonzern entwickelt zusammen mit der Universität Oxford einen Impfstoff, der in der Fachwelt als sehr aussichtsreich eingestuft wird. Viele Länder sind daran interessiert.

Wissenschaftler von AstraZeneca Mitte Oktober in einem Labor in Sydney, Australien. (Archiv)
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12.01 Uhr: 9409 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Freitag 9409 Coronavirus-Ansteckungen bei 38'219 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 24,6 Prozent. 70 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 231 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Die Zahl der neu gemeldeten Coronavirus-Ansteckungen ist damit leicht zurückgegangen. Am Donnerstag waren es noch rekordhohe 10'128 Fälle gewesen. Und auch am Mittwoch war eine fünfstellige Zahl von Neuinfektionen dazu gekommen, während am Dienstag lediglich 6126 Fälle gemeldet worden waren. Rückläufig war gemäss den vom BAG am Freitag veröffentlichten Zahlen auch die gemeldeten Hospitalisierungen, denn gestern waren es noch 399 gewesen.

Im Universitätsspital von Genf wird am 5. November 2020 ein Corona-Patient behandelt. 
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11.32 Uhr: Dänen mit Virus-Variante von Nerzen infiziert

In Dänemark haben sich seit Juni mindestens 214 Menschen mit einer ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Variante des Coronavirus infiziert. Das teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Freitag mit. 200 der Fälle wurden in der Region Nordjütland nachgewiesen. In dieser Region befinden sich besonders viele Nerzfarmen. Landesweit wurde Sars-CoV-2 bereits in 216 Zuchtanlagen gefunden.

Die dänische Regierung hatte am Mittwoch angeordnet, dass alle Nerze im Land – etwa 15 bis 17 Millionen Tiere – getötet werden sollen. Das sogenannte Cluster-5-Virus sei von den Tieren auf Menschen übertragbar, so das SSI. Es sei zwar wohl nicht gefährlicher, aber es bestehe das Risiko, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen diese Variante wirken.

Die fortgesetzte Nerzzucht stelle während einer anhaltenden Corona-Pandemie ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit dar, warnte das Gesundheitsinstitut. Eine hohe Anzahl von Nerzfarmen habe mehr Infektionen beim Menschen zur Folge und eine hohe Zahl infizierter Nerze erhöhe das Risiko für Virusmutationen, gegen die die derzeit entwickelten Impfstoffe eventuell nicht schützten.

Nerze in Käfigen auf einem Bauernhof in Nordjütland: In Dänemark sollen wegen einer spezifischen Coronavirus-Variante  etwa 15 bis 17 Millionen der Tiere getötet werden. (Symbolbild)
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11.21 Uhr: Lufthansa erprobt Schnelltests für alle Passagiere

Die Lufthansa startet erste Probeläufe, sämtliche Passagiere vor Flugantritt auf das Corona-Virus zu testen. Ab dem kommenden Donnerstag (12. November) sollen auf einzelnen Flügen zwischen München und Hamburg alle Passagiere einen für sie kostenfreien Antigen-Schnelltest ablegen.

Ersatzweise könnten die Fluggäste einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder sich kostenfrei auf einen anderen Flug umbuchen lassen, wie das Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte. Die Testergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen.

Lufthansa hat nach Angaben ihres Vorstandschefs Carsten Spohr 250'000 Antigen-Tests erworben, um die Prozesse einzustudieren. Grundsätzlich erhofft sich die Airline, mit den Schnelltests wieder mehr Flugverbindungen insbesondere auch nach Übersee anbieten zu können.

Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer holländischen Teststation: Die Lufthansa will entsprechende Tests jetzt probehalber einsetzen. (Symbolbild)
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10.50 Uhr: Zürcher Spitäler wehren sich gegen Kritik Bersets 

Die Versorgung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Kanton Zürich ist gemäss den Zürcher Spitälern sichergestellt. Es sei derzeit nicht notwendig, alle nicht dringenden medizinischen Eingriffe zu verschieben. Momentan stünden 190 Betten auf den Intensivpflegestationen im Kanton Zürich zur Verfügung, teilte der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) am Freitag mit. 52 davon seien mit Covid-19 Patienten belegt, 99 mit anderen Patienten. 39 Betten seien frei.

Der VZK weist mit diesen Angaben Vorwürfe von Bundesrat Alain Berset (SP) zurück. Berset kritisierte am Mittwoch an einer Medienkonferenz Spitäler, die weiterhin nicht dringende Eingriffe durchführen würden. Dies gefährde die zur Behandlung von Covid-19-Patienten dringend benötigten Kapazitäten. Die Bettenplanung im Kanton Zürich erfolgt gemäss VZK bedarfsgerecht und in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsdirektion. Wo notwendig, würden bereits jetzt planbare Eingriffe verschoben. Sei ein Spital stark ausgelastet, würden Patienten verlegt, und Zürcher Spitäler würden auch Patienten aus anderen Kantonen aufnehmen.

Die Behandlung von schwer erkranken Covid-19-Patientinnen und Patienten ist für die Spitäler eine grosse Herausforderung. Noch seien aber ausreichend Kapazitäten vorhanden, teilten die Zürcher Spitäler mit. (Symbolbild)
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10.30 Uhr: Schweizer Tourismus ohne goldenen Herbst

Der Herbst ist dieses Jahr für die Schweizer Tourismusbranche alles andere als golden. Zwar machten, wie bereits im Sommer, mehr einheimische Gäste Ferien in den Bergregionen. Die Abwesenheit ausländischer Gäste konnte dies aber nicht ausgleichen, schreibt der Verband Schweiz Tourismus am Freitag.

Gemäss einer Umfrage des Branchenverbands fehlten im Herbst 55 Prozent der ausländischen Übernachtungsgäste. Damit halfen auch die etwa rund 15 bis 20 Prozent mehr Schweizer Gäste nicht. Hart getroffen wurde zudem der Geschäftstourismus in den Städten. Hinzu kamen das ungünstige Wetter und verstärkte Reisebeschränkungen in Europa, was für den Oktober zu einem schwächeren Ergebnis geführt habe als noch im September.

Gut laufe die Saison derweil für die Vermieter von Ferienwohnungen und -häusern. So berichte Interhome von einer guten Herbstsaison, in den letzten fünf Monaten hätten sich die Buchungen von Schweizer Kunden im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, wird eine Interhome-Sprecherin zitiert.

Ein maskierter Tourist blickt Mitte Oktober aus der Jungfraubahn. (Archiv)
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10.20 Uhr: China erlässt Einreiseverbote aus acht Ländern

China hat wegen stark zunehmender Neuinfektionen in Europa und anderswo ein Einreiseverbot für Bürgerinnen und Bürger aus mindestens acht Staaten verhängt. Betroffen seien Russland, Frankreich, Italien, Grossbritannien, Belgien, die Philippinen, Indien und Bangladesch, teilten deren Botschaften mit. Das Verbot gelte auch für Menschen, die ein gültiges Visum oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Chinesische Staatsbürger seien ausgenommen.

China war der Ausgangspunkt der Pandemie, hat die Ausbreitung des Virus im Land aber durch harte Massnahmen weitgehend in den Griff bekommen. In den vergangenen 24 Stunden seien aber 30 Infektionen von Einreisenden registriert worden, davon 15 in Shanghai, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Damit sei die Gesamtzahl von Infektionen aus dem Ausland auf 3'510 gestiegen.

Eine Passagierin im internationalen Flughafen von Peking: China erlässt Einreiseverbote für mindestens acht Länder. (Symbolbild)
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9.55 Uhr: Einkaufen für Tessiner in Italien verboten

Die Tessiner Regierung verbietet den Einwohnern des Kantons bis auf Weiteres, im grenznahen Italien einzukaufen. Auch Verwandtschaftsbesuche auf der anderen Seite der Grenze sind untersagt, wie SRF berichtet. Italienische Grenzgänger dürften hingegen weiterhin ins Tessin zum Arbeiten kommen.

Regierungspräsident Normann Gobbi (Lega) meinte gegenüber SRF, die Massnahme sei schmerzhaft, aber wichtig. Seit Italien in den letzten Wochen die Covid-19-Vorschriften verschärft habe, sehe man einen «umgekehrten Tourismus», sagte Gobbi. «Vermehrt kaufen Italienerinnen bei uns ein und essen in unseren Restaurants ihre Nachtessen. Das macht uns Sorgen.» Wie bereits im Frühling habe die Tessiner Regierung beim Bund Hilfe für Grenzkontrollen angefordert, so Gobbi.

Die Tessiner Regierung hat dem Einkaufstourismus in Italien den Rieger vorgeschoben. (Symbolbild)
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9.20 Uhr: Berner Wirtschaftsdirektor kritisiert Bund

Der Bund soll erneut die ausserordentliche Lage ausrufen. Das fordert Christoph Ammann, der Wirtschaftsdirektor des Kantons Bern. Der Schritt sei aus wirtschaftlicher und aus gesundheitspolitischer Sicht notwendig. Nur der Bundesrat könne mit dem nötigen Tempo und der erforderlichen Wirkung handeln, sagte Ammann in einem am Freitag publizierten Interview mit der «Berner Zeitung». Bei kantonalen Lösungen drohten in verschiedenen Bereichen Wettbewerbsverzerrungen. Das gefährde letztlich den Zusammenhalt im Land.

Scharfe Kritik übte der SP-Regierungsrat an der Härtefallregelung, die der Bundesrat diese Woche in die Vernehmlassung geschickt hat. Die vorgesehenen 200 Millionen Franken reichten bei Weitem nicht aus. Im Kanton Bern könnte man mit dieser Lösung den betroffenen Betrieben in Tourismus-, Event- und Reisebranche nur knapp einen Monat lang die Fixkosten bezahlen. Ausserdem gebe es Betriebe, welche die Auszahlungen noch in diesem Jahr bräuchten. Das lasse die Bundesvorlage gar nicht zu. Sie sei ein sehr träges und langsames Instrument, das erst mittelfristig brauchbar sei.

Der Berner Wirtschaftsdirektor fordert, der Bund solle wieder die ausserordentliche Lage Ausrufen. (Archiv)
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9.10 Uhr: Nächster Coronarekord in den USA

Die USA haben am zweiten Tag in Folge eine Rekordzahl neuer Coronafälle verzeichnet. Am Donnerstag (Ortszeit) wurden 121'888 Neuinfektionen bekannt, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Erst am Vortag war mit 102'831 Fällen erstmals die Marke von 100'000 neu registrierten Infektionen innerhalb eines Tages überschritten worden. Am Donnerstag kamen den Zahlen zufolge 1'210 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus hinzu.

8.52 Uhr: Mehr als 20'000 Neuinfektionen in Deutschland

Erstmals sind in Deutschland mehr als 20'000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 21'506 neue Coronainfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben der Bundesbehörde vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18'681 gelegen. Deutschland hat 83 Millionen Einwohner.

8.15 Uhr: Novartis-Medikament wirkt in Tests nicht

Novartis hat einen Rücksetzer in seinen Bemühungen um Coronamedikamente verzeichnet. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, wurden in einer Studie die gesteckten Ziele nicht erreicht. Getestet werden sollte die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels Canakinumab bei hospitalisierten Patienten, die eine Covid-19-bedingte Lungenentzündung haben und unerwünschte Reaktionen auf Arzneimittel gezeigt haben.

Eine erste Analyse der Daten habe gezeigt, dass die Behandlung mit Canakinumab plus Standardtherapie (SoC) im Vergleich zur Behandlung Placebo plus Standardtherapie nach rund vier Wochen keine signifikant höhere Überlebenschance für diese Patienten zeigte. Auch das Ziel, die Covid-19-bedingte Todesrate während der vierwöchigen Periode nach der Behandlung zu senken, wurde nicht erreicht.

Novartis vermeldete, dass das Medikament Canakinumab in Tests bei Covid-19-Patienten keine Wirkung zeige. (Archiv)
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8.03 Uhr: Teil-Lockdown in Italien in Kraft

Im Rahmen der Covid-19-Bekämpfung sind in Italien am Freitag verschärfte Coronaschutzvorschriften in Kraft getreten. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für die 60 Millionen Bürger erlassen. In vier roten Regionen trat ein Teil-Lockdown in Kraft, der rund um die Uhr gilt. Darunter ist die wirtschaftsstarke Lombardei mit zehn Millionen Menschen. In den roten Zonen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, Ausnahmen gelten für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind zu.

Nonnen mit Mund-Nasen-Bedeckungen gehen am 4. November 2020 über den leeren Petersplatz. Im Kampf gegen die zweite Coronawelle schränkt die Regierung in Rom die Bewegungsfreiheit der 60 Millionen Bürger ab heute weiter ein. 
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7 Uhr: Mehr Schweizer machen ein Testament 

In der Coronakrise denken die Menschen gemäss einer Umfrage vermehrt über das Sterben und die Endlichkeit des Lebens nach. So ist auch die Zahl der verfassten Testamente leicht gestiegen. Es fällt auf, dass deutlich seltener Geld an gemeinnützige Institutionen geht.

Im Auftrag der Allianz für das Gemeinwohl befragte das Umfrageinstitut Demoscope 1'050 Personen im Alter 45 plus, wie es in einer Medienmitteilung vom Freitag heisst. Dabei sagten 36 Prozent der Befragten, Corona habe sie dazu gebracht, vermehrt über das Sterben und die Endlichkeit des Lebens nachzudenken. Gar 42 Prozent machten sich mehr Gedanken zu einer Patientenverfügung.

Auch die Zahl der Personen, die ein Testament gemacht haben, sei leicht gestiegen – von 27 auf 29 Prozent. Erfahrungsgemäss gingen von Erbschaften nur etwa drei Promille an gemeinnützige Institutionen. Corona habe daran nichts geändert – im Gegenteil: Hätten im Vorjahr noch 37 Prozent angegeben, dass sie sich vorstellen könnten, eine gemeinnützige Organisation in ihrem Testament zu berücksichtigen, so sei dieser Wert um fast die Hälfte auf 20 Prozent gesunken.

In der Coronakrise werden gemäss einer Umfrage mehr Testamente verfasst. Dabei wird weniger an gemeinnützige Organisationen gespendet. (Archiv)
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