Massnahmen treten am Mittwoch in KraftDas bedeutet Trumps Zoll-Offensive für die Schweiz und die EU
Samuel Walder
1.4.2025
Donald Trump macht Ernst: Am Mittwoch soll ein umfassendes Zollpaket in Kraft treten.
Bild:Keystone/AP/Mark Schiefelbein
Der Trump-Hammer hat zugeschlagen, oder genauer gesagt, wird am Mittwoch zuschlagen. Denn am 2. April soll ein grosses Zollpaket der US-Regierung in Kraft treten. Das bedeutet die US-Zölle für die Schweiz.
Am Mittwoch wird die Regierung von US-Präsident Donald Trump ein umfassendes Zollpaket in Kraft setzen, das erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Handel haben könnte. Hier sind die wichtigsten Fakten zu Trumps Zollpolitik.
Wer ist von den Zöllen betroffen?
Das neue Zollpaket zielt darauf ab, sogenannte «reziproke» Zölle einzuführen, die auf alle Länder angewendet werden sollen, nicht nur auf diejenigen mit den grössten Handelsungleichgewichten. Dies bedeutet, dass zahlreiche Nationen, darunter wichtige Handelspartner der USA wie Kanada, Mexiko, China und die Europäische Union, betroffen sein könnten.
Deutschland und die Europäische Union (EU): Die deutschen Automobilhersteller sind besonders betroffen, da die USA ein bedeutender Absatzmarkt für sie sind. Im Jahr 2024 wurden 446'566 Fahrzeuge aus Deutschland in die USA exportiert. Die EU insgesamt lieferte 784'889 Fahrzeuge in die USA.
Japan und Südkorea: Diese Länder exportieren ebenfalls erhebliche Mengen an Fahrzeugen in die USA und sind daher von den Zöllen betroffen.
Mexiko und Kanada: Als enge Handelspartner der USA und Mitglieder des USMCA-Abkommens könnten auch sie von den Zöllen betroffen sein, insbesondere wenn Fahrzeuge oder Teile ausserhalb der vereinbarten Kontingente exportiert werden.
Welche Firmen sind durch die Trump-Zölle betroffen?
Deutsche Hersteller: Unternehmen wie Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz, Audi und Porsche exportieren zahlreiche Fahrzeuge in die USA. Obwohl BMW und Mercedes-Benz Produktionsstätten in den USA betreiben, importieren sie dennoch einen erheblichen Teil ihrer Fahrzeuge, insbesondere aus Europa und Mexiko.
US-amerikanische Hersteller: Ford und General Motors könnten ebenfalls betroffen sein, da sie Fahrzeuge aus ihren Werken in Mexiko und anderen Ländern in die USA importieren.
Internationale Hersteller: Unternehmen wie Toyota, Honda, Nissan und Hyundai, die Fahrzeuge aus Japan, Südkorea und anderen Ländern in die USA exportieren, stehen ebenfalls vor Herausforderungen durch die neuen Zölle.
Die Ankündigung der Zölle hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Die EU, Japan und Kanada erwägen Gegenmassnahmen, um ihre Automobilindustrien zu schützen. In Deutschland wird die Entscheidung Trumps als schädlich für den freien Handel kritisiert.
Wirtschaftsanalysten warnen, dass die Einführung dieser Zölle zu höheren Preisen für US-Verbraucher führen könnte, da importierte Waren teurer werden. Zudem könnten die Unternehmensgewinne sinken und das Wirtschaftswachstum verlangsamt werden. Es besteht auch die Gefahr von Vergeltungsmassnahmen seitens der betroffenen Handelspartner, was zu einem eskalierenden Handelskonflikt führen könnte.
Die Einführung von Zöllen führt zu erhöhter Unsicherheit auf den globalen Märkten. Unternehmen zögern mit Investitionen, was das Wirtschaftswachstum hemmen kann. Höhere Importzölle können zu steigenden Preisen für Verbraucher führen, da Unternehmen die zusätzlichen Kosten oft an die Endkunden weitergeben. Die Unsicherheiten und Handelskonflikte wirken sich ebenso negativ auf die Aktienmärkte aus. In der Schweiz beispielsweise sind Aktien aufgrund der Zollsorgen stark belastet.
Obwohl die Schweiz nicht explizit zu den Hauptzielen der US-Zollpolitik zählt, könnte sie dennoch indirekt betroffen sein. Schweizer Unternehmen, insbesondere in der Pharma- und Automobilzulieferindustrie, könnten durch höhere Zölle auf ihre Exporte in die USA Nachteile erleiden. Zudem könnten globale Handelsstörungen und Marktunsicherheiten negative Auswirkungen auf die exportorientierte Schweizer Wirtschaft haben.
Der Schweizer Aktienmarkt blieb davon nicht verschont und verzeichnete deutliche Verluste. Beispielsweise schloss der Swiss Market Index (SMI) nach der Bekanntgabe von 25-prozentigen Zöllen auf Autoimporte um 0,67 Prozent tiefer bei 12'867 Punkten.
Schweizer Firmen mit Tochtergesellschaften in Ländern wie China oder Mexiko sind direkt von den US-Strafzöllen betroffen. Nicht alle Unternehmen können die zusätzlichen Kosten an ihre US-Kunden weitergeben, was insbesondere in wettbewerbsintensiven Branchen wie der Automobilzulieferindustrie zu erhöhtem Druck führt. Zulieferer stehen vor der Herausforderung, entweder kosteneffizienter zu produzieren oder Auftragsverluste zu riskieren.
Was ist das Ziel von Trumps Zollpolitik?
Präsident Trump verfolgt mit seiner Zollpolitik das Ziel, die US-Wirtschaft zu stärken, indem er die Abhängigkeit von ausländischen Produkten reduziert und die inländische Produktion fördert. Durch die Einführung reziproker Zölle möchte er erreichen, dass andere Länder ihre Handelsbarrieren gegenüber US-Produkten abbauen und fairere Handelsbedingungen geschaffen werden.
Ein weiteres Ziel ist es, dass ausländische Firmen Ihre Standorte in die USA verlegen. Das würde neue Arbeitsplätze in den USA bieten und die Wirtschaft ankurbeln.
Was bedeutet die Zoll-Politik für den Aktienmarkt?
Die Ankündigung neuer Zölle sorgt weltweit für Nervosität an den Finanzmärkten. Anleger befürchten Handelskonflikte, die das globale Wachstum bremsen könnten. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen wie Automobil, Technologie und Maschinenbau. In Europa reagieren Börsen oft sensibel auf US-Zollpläne, da sie wichtige Absatzmärkte gefährden. Auch Rohstoffpreise und Währungen könnten unter Druck geraten.
Wer sind Verlierer in der Zollpolitik?
Unternehmen, die auf internationale Lieferketten angewiesen sind, sowie Verbraucher, die mit höheren Preisen konfrontiert werden, zählen zu den Verlierern der Zollpolitik.
Konkret sind es die EU, China, Mexiko und Kanada, die sich überlegen, Gegenmassnahmen zu ergreifen. Auch Verbraucher werden die höheren Preise in den USA für gewisse Produkte in Kauf nehmen müssen.
Wer profitiert bei Trumps Zollpolitik?
Profiteure sind US-Unternehmen, die direkt mit importierter Konkurrenz konkurrieren – etwa in der Stahl-, Aluminium- oder Textilindustrie. Sie können durch höhere Importzölle Marktanteile gewinnen.
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